Legend Of The Fist

Legend Of The Fist

Originaltitel: Jing mo fung wan: Chen Zhen
Genre: Action • Drama
Regie: Andrew Lau
Hauptdarsteller: Donnie Yen • Shu Qi
Laufzeit: Ca. 106 Minuten
Label: Splendidfilm
FSK 18

Legend Of The Fist   28.04.2011 von Tobi

Ähnlich wie in Hollywood fehlt es auch den asiatischen Filmen mittlerweile immer mehr an guten Ideen. Daher stehen Neufassungen bekannter und erfolgreicher Filme gern mal wieder auf dem Programm. Nach Bruce Lee (Todesgrüße aus Shanghai) und Jet Li (Fist Of Legend) verkörpert nun auch Kampfsport-Ikone Donnie Yen den Freiheitskämpfer Chen Zhen in der Verfilmung „Legend Of The Fist“. Dabei soll es sich aber nicht einfach nur um ein Remake handeln, sondern man verspricht der bekannten Geschichte neue Facetten zu geben. In der Tat ist es so, dass die hier erzählte Geschichte nach den Ereignissen der ersten beiden Verfilmungen spielt. Ich bin gespannt was Donnie Yen wieder mal zu bieten hat.

 

Im ersten Weltkrieg unterstützen viele Chinesen die alliierten Truppen bei ihrem Kampf gegen Deutschland. Die Aufgabe der Chinesen bestand nicht darin an der vordersten Front zu kämpfen, sondern im Besorgen von neuer Munition  und ähnlichem. Unter ihnen befindet sich Chen Zhen (gespielt von Donnie Yen), der unter seinen Leuten ein großes Ansehen genießt. Als die Lage an der Front auch für die Chinesen immer auswegloser scheint beschließen Chen Zhen und seine Kameraden zu fliehen. Sieben Jahre nach dem Ende des ersten Weltkrieges kehrt Chen Zhen unerkannt in seine Heimatstadt Shanghai zurück. Japanische Besatzer haben sich inzwischen in vielen Bezirken ausgebreitet und bereiten eine Invasion vor. Einer der wichtigsten politischen Treffpunkte ist der Nachtclub Casablanca, in dem chinesischen Triaden, japanische Offiziere und internationale Spione aufeinander treffen. Die Chinesen versuchen sich immer wieder gegen die japanischen Besatzer zu wehren, doch ihre Aktionen sind nicht von Erfolg gekrönt. Erst als eine Todesliste von Regimegegnern auftaucht beschließt Chen Zhen als maskierter Rächer den Japanern Einhalt zu gebieten. Das chinesische Volk schöpft durch seine Taten neue Hoffnungen, doch Chen Zhen hat die Rechnung ohne den brutalen japanischen Oberst Chikaraishi gemacht. Ein tödliches Duell ist unausweichlich.

 

„Legend Of The Fist“ ist tatsächlich kein Remake der ersten beiden Filme, sondern eher eine Art Fortsetzung. Das Ganze spielt in einer Zeit nach dem Chen Zhen den Tod seines Meisters gerächt hat. Von daher kann hier eigentlich keine Rede von neuen Facetten einer bekannten Geschichte sein. Interessant finde ich den Ansatz die Chinesen bei ihren Erlebnissen im ersten Weltkrieg zu zeigen, doch leider ist das Gezeigte viel zu kurz. Der Regisseur reißt dies nur sehr kurz an und schwenkt dann direkt zu den Ereignissen in Shanghai. Ab diesem Punkt kommt die Geschichte leider ins Wanken, denn sie wirkt zäh und lang. Die Japaner sind die Bösen und die Chinesen sind die Guten und mittendrin befindet sich der Freiheitskämpfer Chen Zhen. Der Film ist mit Donnie Yen und Anthony Wong wirklich hochkarätig besetzt, aber auch die beiden schaffen es nicht den feststeckenden Karren aus dem Dreck zu ziehen. Es wird leider viel zu viel geredet und viel zu wenig gekämpft. Dadurch kam bei mir mal wieder mal ein wenig Langeweile auf und ich habe den nächsten Kampf einfach nur herbei gesehnt.

 

Positiv dabei sind allerdings die Aufnahmen des Shanghai aus dem Jahre 1925. Die Filmsets wirken sehr authentisch und auch die Kostüme der Darsteller wecken den Zeitgeist der 20er Jahre. Dazu läuft ein immer passender Soundtrack, der nie fehl am Platz wirkt. Wenn Donnie Yen dann mal abgehen darf, dann geht auch ordentlich die Post ab. Er zeigt wieder einmal mehr, dass er zu den derzeit besten Kampfsportlern und Action-Choreographen der Welt zählt. Was der Mann hier zelebriert ist wirklich unglaublich und perfekt in Szene gesetzt. Aber warum kommt das nur so selten vor? Regisseur Andrew Lau (Infernal Affairs 1-3) konzentriert sich zu viel auf die Geschichte der japanischen Besatzer und zeigt auch noch diverse Nebenhandlungsstränge, die einfach zu viel des Guten sind. In der Mitte des Filmes war mir bereits klar, dass ich hier nur die Note 5 oder 6 vergeben werde, aber als ich dann den Endkampf gesehen habe wurde mir klar, dass dies nicht fair wäre. Dieser Kampf schafft es tatsächlich die Bewertung anzuheben, da er wirklich unglaublich gut ist. Schade nur, dass hier zu viel Potential verschenkt wurde. Vielleicht sollte Donnie Yen mal ein paar Filme weniger drehen und mehr an der Qualität arbeiten.

 

Die Blu-ray-Veröffentlichung stammt von Splendidfilm und wird dem Käufer in ungekürzter Form präsentiert. Ob eine Freigabe ab achtzehn Jahren nötig ist kann ich nur schwer sagen. Die Brutalität der Kämpfe ist zwar vorhanden, aber sie hält sich doch im Rahmen. Endlich kann ich mal wieder sagen, dass die Bildqualität sehr gut ist. Die Farben sind satt, die Schärfe ist der Hammer und das Rauschen ist so gut wie nie offensichtlich. Hier wurde alles richtig gemacht. Das gleiche gilt auch für  den HD-Ton. Beide Tonspuren gehen tierisch gut ab und lassen die Heimkinoanlage nur in den Dialog-Szenen zur Ruhe kommen. Die Mandarin-Tonspur hat aber stellenweise den Nachteil, dass sie nicht immer synchron zu den Lippenbewegungen der Akteure ist, da einige Passen übersynchronisiert wurden. Ein wenig Bonusmaterial und ein Wendecover versüßen den Kauf dieses Filmes. Wenn der Preis stimmt bekommt der Käufer hier ein recht ordentliches Paket geboten.


Das Fazit von: Tobi

Tobi

Donnie Yen ist einfach eine coole Sau, seine Kampf-Choreographien lassen bei mir jedes Mal den Atem stocken. Allein die ersten fünfzehn Minuten rocken gewaltig. Wenn er wie ein wilder durch die feindlichen Reihen der Deutschen im ersten Weltkrieg rennt, kommt man nur ins Staunen. Schade, dass sich der Film dann zu sehr an der doch recht zähen Geschichte verliert und zu wenig Sehenswertes  bietet. Dies wäre fast der Genickbruch von „Legend Of The Fist“ gewesen. Gott sei Dank rettet der Endkampf den Film vor einem kleinen Desaster. Kampfsportfans sollten diesen Film auf alle Fälle anschauen, denn einiges vom dem hier gezeigtem habt ihr bestimmt noch nicht gesehen. Erwartet aber bitte kein Kampfsport-Spektakel wie bei „Fist Of Legend“. Da kann die neue Verfilmung um Chen Zhen leider nicht mithalten. Schade!


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