Life Goes On: Done to Death

Life Goes On: Done to Death

Publisher: Infinite Monkeys Entertainment Ltd.
Entwicklerstudio: Infinite Monkeys Entertainment Ltd.
Genre: Platformer
Sub-Genre: Schwarzer Humor
Art: Lowprice
Erscheinungsdatum: 17.05.2016

Life Goes On: Done to Death   17.05.2016 von VanTom

Der charmante Infant Ladislaus Rechermacher hätte ein großer mittelalterlicher Held werden können, wenn er nicht im neuen Spiel Life Goes On: Done to Death mitgewirkt hätte. Warum das so ist, erfahrt Ihr von unserem Mittelalter-Reporter VanTom. Er hat die mutigen Ritter auf Ihrer Quest begleitet und sagt Euch wie das böse Spiel ist...

 

Bitterböse beschreibt das Plattform-Spiel in ein paar Worten schon sehr gut. Die Hintergrundgeschichte ist schnell erzählt. Ein nicht näher benannter König (zu erkennen an, na klar, seiner Krone) hat sich in den Kopf gesetzt, dass er den Kelch des Lebens erringen möchte. Der er aber nun mal der König ist, begibt er sich natürlich nicht selbst auf die gefahrvolle Reise, sondern schickt seine Ritter aus. Diese Ritter, auch liebevoll als Lakaien bezeichnet, haben nun die Aufgabe die einzelnen Welten zu durchschreiten. Diese vier thematischen Welten (die Minen, die Berge, das Schloss und die Ruinen) unterscheiden sich natürlich grafisch und sind in einzelne Level unterteilt. Jedoch ist eines gleich, in jedem Level gibt es einen Kelch zu erringen.

 

Nun liegt es an den Rittern alle Hindernisse auf dem Weg zum jeweiligen Kelch zu überwinden. Und wie das bei gefährlichen Aufgaben so üblich ist, werden es einige der Ritter nicht überleben. Wie viele der tapferen Streiter es nicht überleben werden, liegt im Geschick und den Fähigkeiten des Spielers. Nun sind die Level aber so aufgebaut, dass mindestens ein Ritter sterben muss, damit der nächste weiterkommen kann. So kann ein Hindernis zum Beispiel aus tödlichen Spitzen bestehen, welche aus dem Boden ragen. Dummerweise sind diese so angeordnet, dass ein einzelner Ritter niemals so weit springen kann, sodass er zwangsläufig aufgespießt wird. Zum Glück kann der Spieler über ein Portal einen neuen Lakaien anfordern. Dieser kann nun auf die Leiche seines gefallenen Kameraden springen und von dort weiter auf den sicheren Bereich. Hier kann er dann oftmals ein Portal aktivieren. Verstorbene Ritter eignen sich aber nicht nur als Sprunghilfe, sondern können auch als Gewicht für einen Schalter dienen. Es ist schon gemein, wenn über einem solchen Schalter direkt eine Kreissäge hängt, in welche ein gehässiger Spieler den glücklosen Ritter springen lässt. Aber damit ist noch lange nicht Schluss. So machen sich die metallischen Rüstungen der Ritter ganz toll als Überbrückungshilfe. Zu allem Überfluss lassen sich die Ritter auch in Zombies umwandeln, welche sich von Ihrer Gier nach Fleisch rudimentär von einem noch lebenden Ritter lenken lassen. Trifft ein Zombie auf den Leichnam eines gefallenen Ritters, so zerhaut er diesen. Damit können wir zum Beispiel Schalter frei räumen, wenn deren Zweck erfüllt ist. Manchmal kann es auch erforderlich sein, dass ein Ritter mit einer Kanone abgeschossen werden muss.

 

Es ist also zu erwarten, dass der eingangs erwähnte Ladislaus Rechermacher kein sonderlich langes Leben als Ritter beschieden war. Leider lässt sich nicht mehr feststellen, woran der tapfere (dumme?) Ritter letztendlich verstorben ist. Jeder der Edelleute hat einen eigenen Namen, welche aus einer Sammlung von zufällig generierten und vorgegebenen Namen, erzeugt wird. Einen besonderen Platz nehmen die Abkömmlinge von Jim dem Fruchtbaren (Jim the Prolific) ein. So gibt es bei Steam ein Achievement, welches den Spieler dazu auffordert, dessen Nachkommen nach und nach zu eliminieren.

 

Jedes Level bietet eine Vorgabe der Entwickler, wie viel Zeit ein Spieler für einen Level brauchen und wie viele Ritter er dabei maximal anfordern sollte. Bleiben wir unter diesen Vorgaben, so kann es sein, dass der Spieler eine neue Kopfbedeckung oder Waffe für seine Ritter freischalten kann. Die Waffen haben dabei keinerlei Auswirkung auf das Spielgeschehen, sondern haben nur einen kosmetischen Effekt. Es gibt im Spiel keine Gegner, denen unsere Ritter etwas mit ihren Waffen antun könnten. So kann es also passieren, dass der eine tapferen Streiter mit einem Pferdekopf und einem Brecheisen durch das Level marschiert, während der andere ein Katana und einen Samuraihelm trägt. Auch diese Zusammenstellung ist eher zufällig. In jedem Level finden wir auch Jeff. Jeff ist ein großes haariges Monster, welcher auch erfreut (von Rittern in Form einer Mahlzeit) werden möchte. Wenn der Spieler dies schafft, bekommt man ab und an ebenfalls ein neues Kopfteil oder eine Waffe. So hat der Spieler eine Motivation so wenig Ritter wie möglich über die Klinge springen zu lassen. 

 

Die Grafik ist dabei Comic-haft gehalten und sieht entsprechend gut aus. Die Musik ist stimmig und passt zum Ambiente des Spiels. Die Rätsel sind fair gestaltet und lassen sich alle mit ein bisschen nachdenken und ausprobieren lösen. Gerade zu Beginn wirkt das Spiel recht einfach und macht einen eher Casual-Eindruck. Spätestens in der letzten Welt kommt der Spieler aber richtig ins Grübeln. Besonders sind auch die jeweiligen Endlevel einer Welt. Hier legt sich das Spiel richtig ins Zeug, bis zum finalen Kopf gegen den ultimativen Gegner...

 

Bildergalerie von Life Goes On: Done to Death (16 Bilder)

Das Spiel selbst begann beim Global Game Jam im Januar 2012 mit einer ersten Version, welche zwar Bugs hatte, aber spielbar war. Danach wurde es weiterentwickelt und im Jahr 2014 auf Steam als Life Goes On veröffentlicht. Die Entwicklung ging weiter und führten zu der vorliegenden und getesteten Version von Life Goes On: Done to Death. Besitzer der Steam-Version von Life Goes On werden Life Goes On: Done to Death als Update erhalten.


Das Fazit von: VanTom

VanTom

So böse das Spiel auch ist, so viel Spaß macht es auch, die einzelnen Level zu erforschen. Natürlich sollte der Spieler keine feste Bindung zu den Rittern aufbauen. Die Rätsel und Level sind aber interessant gestaltet, sodass man sich bald wirklich nur noch Gedanken darüber macht, wie der Kelch im Level zu erreichen ist. Es gehört nun mal zum Spielprinzip, dass um die Rätsel lösen zu können, Ritter sterben müssen. Dabei sehen sie sehr knuddelig aus und es wurde auf übertriebene Gewaltdarstellungen verzichtet. So spritzt beim Sprung in eine Kreissäge kein Blut und keine Leichenteile fliegen herum. Gerade durch Jeff oder die komischen Kopfbedeckungen und Waffen wirkt das Spiel eher komisch. Die Level sind gerade zu Beginn zeitlich sehr kurz gehalten und sehr übersichtlich. Für Liebhaber von Knobelplattform-Spielen mit einem gewissen Hang zum schwarzen Humor ist Life Goes On: Done to Death aber trotzdem zu empfehlen.


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positiv negativ
  • Bunte Comic-Grafik
  • Erfrischendes, aber böses Spielprinzip
  • Viel schwarzer Humor
  • Jim the Prolific
  • Ein rotes Brecheisen
  • Teilweise doch sehr alberne Kopfbedeckungen
  • Am Anfang eher Casual-Level
  • Die Spielzeit der Level meist doch sehr kurz





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