Lost Planet 3

Lost Planet 3

Publisher: Capcom
Entwicklerstudio: Spark Unlimited
Genre: Action
Sub-Genre: 3rd-Person-Action
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 30.08.2013
USK 16

Lost Planet 3   17.09.2013 von Panikmike

Die ersten beiden Teile von Capcoms Saga waren sehr speziell und wurden vor allem in Asien sehr viel gespielt. Die Entwickler möchte mit dem dritten Teil ein wenig mehr in die Casual-Schiene gehen und änderten das komplette Design. Lost Planet 3 bietet laut Capcom mehr Erkundungsmöglichkeiten, eine tiefgründige Story und kein lineares Gameplay. Panikmike hat sich die Schneehose angezogen und für Euch den Planeten E.D.N. III auf der Xbox 360 erkundet…

 

Rohstoffmangel, oder: Verdammt, was machen wir nun?

 

Nicht nur wir haben in Wirklichkeit immer wieder Diskussionen über Rohstoffprobleme auf unserem Planeten, sondern auch unser Protagonist Jim, seine Familie und die Menschheit. Auf der Erde sind die Rohstoffe knapp und es müssen alternative Energien gesucht werden, wenn die Population überleben möchte. Daher reist Jim auf den Planeten E.D.N. III, um dort diverse Aufträge für den Megakonzern NEVEC zu absolvieren. Schließlich will Jim ein gutes Leben für sich und seine Familie haben, und für sie sorgen können. Anfangs sieht es im Spiel noch nach viel Abwechslung aus, leider wiederholen sich die Aufträge sehr schnell. Hier mal eine Thermalstation installieren, dort mal etwas reparieren und die meiste Zeit Gegner ins Jenseits schicken, gehört in meinen Augen zum Standardrepertoire – doch mehr gibt es leider nicht. Für Jim ist dies nur ein Job, für den Spieler hin und wieder ein gähnendes Lächeln.

 

Lost Planet 3 erzählt eine Geschichte, die etwa 50 Jahre vor dem ersten Teil spielt und das macht es verdammt gut. Immer wieder gibt es Videosequenzen von Jim und seiner Frau und man merkt, dass unser Protagonist kein Held im typischen Sinne ist. Er ist eine Person wie du und ich und erscheint daher auch sehr authentisch. Die deutsche Übersetzung ist gut geworden, die Sprecher sind sehr ausdrucksstark. Auch wenn nicht jeder voller Elan dabei war, so ist das Gesamtkonzept durchaus gelungen. Ebenso passt die Musik sehr gut zum Geschehen. Sitzt man in seinem Mech, so kann man sich per Steuerkreuz verschiedene Musikstücke aussuchen. Diese erinnern zwar alle an Deadwood oder generell an Western-Goldsucher-Mucke, aber sie passen erstaunlich gut zum Setting.

 

Die rote Gefahr, oder: Wie kann ich mich gegen die Mistviecher wehren?

 

Jim ist zwar ein normaler Arbeiter, dennoch kann er gut mit Waffen umgehen, insofern der Spieler ein Joypad-Akrobat ist.  Auf E.D.N. III gibt es viele Gefahren, denen man nicht aus den Weg gehen kann. Anfangs kämpft man noch gegen spinnenähnliche Viecher, später werden die Gegner größer, gefährlicher und sind schwieriger zu besiegen. Doch jedes Monster hat seine Schwachstelle, die rot leuchtet. Also immer auf der Hut sein und am besten seinen 360-Grad-Blick aufsetzen.

 

Jim kann im Laufe seiner Karriere bei NEVEC verschiedene Waffen kaufen und auch mit seinem riesigen Roboter durch die Gegend stampfen. Dieser kann allerdings nur zuschlagen, bohren, greifen oder blocken – Raketen oder Ähnliches gibt es nicht! Dafür kann Jim mit einer gezielten Granate die Gegner ins Jenseits befördern – immerhin! Wenn ein Monster zu nahe kommt, dann gibt es immer noch das tödlich Messer, das allerdings eine nervige Quicktime-Sequenz zur Folge hat.

 

Was lauert denn da, oder: Der Horrorversuch ging schief!

 

Anfangs ist das Spiel atmosphärisch noch sehr gelungen, leider lässt es von Stunde zu Stunde nach. Wenn man seine x-te Spinne getötet  und an der Wand die Eiernester zum x-ten Male ausgelöscht hat, dann sehnt sich das Spielerherz nach Abwechslung. Diese gibt es zwar immer wieder, dennoch hätte man mehr aus der Stimmung und Geschichte machen können. Irgendwie kommt es mir so vor, als wäre den Entwicklern mittendrin die Luft ausgegangen. Lost Planet ist einfach kein Spiel mit einer Horroratmosphäre, es sieht aber so aus, als hätten die Programmierer dies beim dritten Teil gewollt. Action gibt es zwar zuhauf, die Spannung sinkt allerdings öfters in den Keller. Selbst in einem Abschnitt, in dem es wie im Film Alien zur Sache geht, lässt die Atmosphäre im Laufe der Mission nach – schade. Das größte Problem ist allerdings, dass durch die gute Hintergrundmusik außerhalb des Mechs zwar eine beklemmende Stimmung erzeugt wird, der Spieler aber irgendwie die ganze Zeit das Gefühl hat, dass einem nichts passieren wird. Ergo spielt man ohne Angst weiter und wird nie richtig vorsichtig. Es passiert halt irgendwie einfach nie, dass schnell von hinten oder von der Seite ein Monster kommt und der Spieler erschrickt. Schade, denn Potenzial für mehr Horroratmosphäre wäre nämlich aufgrund des Settings verdammt viel vorhanden!

 

Action, Action und nochmals Action, oder: Verdammt, meine Waffe läuft heiß?

 

Action gibt es bei Lost Planet 3 genug, allerdings meistens ohne Abwechslung. Wie oben erwähnt langweilt das Gameplay, wenn man seine 100. Spinne erledigt hat, und froh ist, wenn man mal ein neues Monster zu Gesicht bekommt. Trotzdem macht das Spiel eine ganz gehörige Zeit Laune, da alleine die Mech-Sequenzen sehr gut inszeniert worden sind. Ebenso ist es immer wieder cool, sich für einen neuen Gegner die richtige Taktik zurechtzulegen. Mal von hinten angreifen, mal mit der Shotgun direkt ins Maul schießen oder aber ein Vieh mit dem Mech in die linke Hand nehmen und mit der rechten dann durchbohren - das sind die tollen Momente von Lost Planet 3. Vergleicht man den dritten Teil allerdings mit Teil 1, wird man feststellen, dass es in Sachen Gegnerdesign und Gegnerintelligenz nach unten gegangen ist.

 

Taktisch wichtig ist auch die richtige Waffe bei den Bossen, denn sonst wird man oft sterben und das Spiel verfluchen. Generell sind zwar für einen geübten Shooter-Spieler alle drei Schwierigkeitsgrade nicht so tragisch, dennoch sind die Bossfights fordernd und verdammt gut inszeniert.

 

Eis und Schnee, oder: Wie verdammt eiskalt ist denn die Grafik?

 

Schon am Anfang sieht man, dass sich die Entwickler in Sachen Grafik nicht haben lumpen lassen. Auch wenn das Setting sehr kalt und düster erscheint, so schafften es die Grafiker immer wieder, das Herz aufleben zu lassen. Wenn man mit seinem Mech auf dem Eisplaneten herumstapft und am Horizont die Sonne langsam untergeht, fühlt man sich ein wenig wie im Urlaub – bei minus 40 Grad ^^. Effekttechnisch wird in Lost Planet 3 einiges geboten, dennoch bekommen die Augen auch manchmal eine Schockstarre. Wenn man durch die x-te Höhle läuft und alles wie eine Plastikwelt aussieht, dann frage ich mich an dieser Stelle, warum einige Stellen so inkonsequent programmiert worden sind. Oftmals gibt es Augenweiden deluxe, immer wieder aber auch Augenkrebs! Ebenso gibt es immer wieder Clipping-Fehler oder Grafikbugs, die den Spielspaß ein wenig nach unten ziehen.

 

Bildergalerie von Lost Planet 3 (13 Bilder)

Alleine oder mit mehreren Spielern – das ist die Frage?

 

Die ersten beiden Teile hatten einen guten Mehrspielermodus, der von vielen Spielern auf der ganzen Welt gespielt wurde. Beim dritten Teil ist dies kaum anders. Es gibt die Möglichkeit von "5 gegen 5" oder "3 gegen 3" auf sechs verschiedenen Karten, zudem wurden die Vital Suits aus dem ersten Teil wieder eingeführt. Mit diesen Kampfanzügen könnt Ihr Eure Gegner noch besser in den Arsch treten! Richtig Laune kam bei meinen Tests leider nicht auf, dies liegt aber eher daran, dass ich hier richtige Innovationen vermisse und mich mit Teil 1 und 2 im Onlinebereich tot gespielt habe. 


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Ich habe Lost Planet 1 und 2 geliebt, vor allem im Onlinemodus. Auch wenn ich gegen die Asiaten nicht den Funken einer Chance hatte, so haben mich beide Teile dennoch mehrere Wochen an die Konsole gefesselt. Mal sehen, ob es beim dritten Teil auch noch so ist, bisher sind meine Gefühle gemischt. Einerseits macht das Spiel richtig Spaß, was unter anderem an der guten deutschen Lokalisierung und der meist stimmungsvollen Grafik liegt. Andererseits ist das Gameplay monoton und die Geschichte ist vorhersehbar und lässt von Zeit zu Zeit nach. Ebenso störend ist, dass viel Potenzial verschenkt wurde. Lost Planet 3 sollte sichtlich in die Richtung Horror-Survival gehen, tut es aber nicht! Viele Tunnel ohne Schrecken tragen nicht gerade dazu bei, Angst zu haben. Doch jammern kann man immer, generell macht Lost Planet 3 auch vieles richtig und kann durchaus unterhalten. Wer das Spiel nur offline spielen möchte, der wird mit circa 15 Stunden Spielzeit belohnt. Multiplayer-Liebhaber werden es so und so lieben, oder aber hassen! Ich für meinen Teil finde Teil 3 gelungen, dennoch waren der erste und zweite Teil für mich um einiges fesselnder und spannender!


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positiv negativ
  • Kein Held, sondern ein normaler Arbeiter als Protagonist
  • Verdammt cooler Arbeitsroboter (Mech)
  • Waffen und Mech aufrüstbar
  • Sehr gute deutsche Sprecher
  • Verschiedene Gebiete mit diversen Sidequests
  • Schöne Wetter- und Sonnen-Effekte
  • Passende Western-Goldgräber-Musik
  • Schöne Bossfights
  • Langweilige Tunnelpassagen
  • Hin und wieder schwache Texturen, die wie Plastik wirken
  • Nervige Quicktime-Sequenzen bei Nahkämpfen
  • Wenig Abwechslung im Gegnerdesign
  • Hin und wieder Grafik-Bugs und Clipping-Fehler
  • Oftmals monotones Rumballern
  • Missionen wiederholen sich





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