Mass Effect 3

Mass Effect 3

Publisher: Electronic Arts
Entwicklerstudio: Bioware
Genre: Rollenspiel
Sub-Genre: Action
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 08.03.2012
USK 16

Mass Effect 3   03.04.2012 von Xthonios

Das Finale! Endlich können wir uns als Commander Shepard daran machen, die Menschheit und die galaktischen Zivilisationen vor den Reapern zu retten und wieder einmal beweisen, dass die Erde mehr kann, als nur plündern und vernichten. Die Sofahelden stürzen sich für Euch in ein spektakuläres Finale einer einzigartigen Trilogie, die eines Tages in die Annalen der Gamer-Geschichte eingehen wird ...

Drehen wir die Zeit zurück. Es war 2006, als bekannt wurde, dass BioWare ein neues Action-Rollenspiel planen würde. BioWare – bereits bekannt in der Spieleszene durch Erfolge wie „Baldurs Gate“, „Neverwinter Nights“ oder auch „Star Wars Knights of the old Republic“ – hatte bereits im Vorfeld eine große Fangemeinde geschaffen, die mit dem Erscheinen der Mass Effect Reihe enorm anstieg. Mass Effect bot den Spielern damals nicht nur ein umwerfendes Game Design, sondern auch ein neues Erlebnis des Storytelling. Denn dort hatten sämtliche Entscheidungen, die Ihr trefft, Auswirkungen auf den weiteren Verlauf und beeinflussen so die weitere Geschichte. In Mass Effect 2 zeigten die Entscheidungen des ersten Teils (nach erfolgreichem Charakter Transfer) bereits die ersten Konsequenzen und veränderten den gesamten Spielverlauf. In Mass Effect 3 führt BioWare nun die Geschichte fort und es zeigt sich das volle Ausmaß der Entscheidungen, die Spieler bereits vor fünf Jahren getroffen haben.

Die Story:

In Mass Effect 3 sind die Reaper (eine organisch-synthetische außerirdische Rasse) nun endgültig zurück und machen sich daran, Ihre 50.000 jährige Vernichtungstour mit Liveauftritten auf so ziemlich jedem Planeten zu starten. Zu Beginn erleben wir, wie die Erde sich einem massiven Angriff ausgesetzt ist und fast nahezu kampflos überrannt wird. Es liegt nun an einem Menschen, die Welt vor den Reapern zu retten. Es gilt nun Verbündete, Freunde zu finden, Allianzen zu schmieden und genug Feuerkraft zu sammeln, um die Reaper endgültig in die Steinzeit zurückzubomben.



Das Gameplay:

Zu Beginn bietet Mass Effect 3 uns wieder die Möglichkeit an, entweder einen bestehenden Charakter aus dem zweiten Teil zu importieren oder einen neuen Charakter zu erstellen.
Wie in den anderen Teilen gibt es wieder sechs verschiedene Klassen mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Mag ich Biotik? Oder doch lieber Tech? Oder ein Soldat? Oder lieber ein Mix aus zwei Fähigkeiten? Auch das ist selbstverständlich möglich. BioWare bietet hier jedoch auch eine Neuerung an, die Mass Effect 3 zu mehr als einem Rollenspiel machen. Man kann sich entscheiden, wie man das emotional beeindruckende Meisterwerk gern spielen möchte. Zur Auswahl stehen drei Modi: Action, Rollenspiel und Story. Je nach Auswahl verschiebt sich die Balance der Kämpfe und Entscheidungsmöglichkeiten der Rollenspielsequenzen. So werden bei Action die Rollenspielelemente als reine Zwischensequenzen abgespielt und die Kämpfe sind entsprechend schwerer, während im Story-Modus die Kämpfe in den Hintergrund geraten. Rollenspiel bietet hier die klassische Balance, die man aus dem zweiten Teil gewohnt ist. Wer Mass Effect bereits kennt, wird exakt die gleiche Steuerung wiederfinden und sich auf Anhieb im Rausch der Spielsucht wiederfinden. In Mass Effect 3 finden wir uns wieder in einem Universum, welches mit Dutzenden von Völkern, Hunderten von Planeten und einer mehrere Äonen alten umfassenden Geschichte fast sprichwörtlich kosmische Ausmaße annimmt. Doch all dies ist nur ein Teil des Ganzen. Abwechslungsreiche Missionen, zahlreiche Nebencharaktere, genug Stoff für tagelangen Schlafentzug, beeindruckende Landschaften und eine Geschichte, die niemals berechenbar ist – all dies sorgt für absolutes Spieleerlebnis der besonderen Art. Sehr unangenehm fiel leider des Öfteren die hakelige Steuerung auf, die vor allem dann gern in Aktion trat, wenn man Gegenstände untersuchen, aufheben oder Instrumente bedienen soll. Wenn unser Protagonist sich dann immer ein wenig zu viel dreht, fällt schnell ein nicht schmeichelndes Wort. Des Weiteren finden sich oft merkwürdige Bewegungen in den Rollenspielsequenzen wieder, wenn die Charaktere den Kopf auf unnatürlicher Art und Weise verrenken oder lieber in die Wand statt dem Gegenüber in die Augen zu schauen.

Die Sinneseindrücke:

Grafisch gesehen bohrt BioWare sein entwicklerisches Meisterwerk erneut ein wenig auf und bietet grandiose Landschaften, beeindruckende Explosionen und ein einfach tadelloses Design.
Die Charaktere wirken plastisch, Orte des Geschehens werden mit Liebe zum Detail präsentiert und alles wirkt lebendig. Auch musikalisch bietet Mass Effect 3 einfach einen absoluten Genuss. Überall hört man Personen miteinander reden, verzweifelte Hilferufe, Szenen voller Trauer oder Hilflosigkeit, jede Stimme wirkt authentisch und je nach Entfernung auch lauter oder leiser. Aber auch die Kämpfe und Explosionen sind beeindruckend. Überall kracht es, man fühlt sich mittendrin statt nur dabei. Bereits im Intro gibt es Momente, in denen man vor Faszination der Szenen den Atem anhält und in diesen Moment fast vergisst, dass dies nur ein Spiel ist. Auch die Landschaften, die man im Zuge so mancher Planetenmission sieht, der rot leuchtende Himmel, die verstaubten Ruinen von Tuchanka oder auch der Kampf gegen ein Reaper zeigen einem ein visuelles Feuerwerk. Für Liebhaber der englischen Sprache bietet BioWare auch ein kostenloses Sprachpaket zum Download an, sodass man in den Optionen zwischen der deutschen oder englischen Sprachausgabe wählen kann.

Der Multiplayer:

BioWare
hat bei Mass Effect 3 erstmals auch einen Multiplayer-Modus eingebaut.
Es gibt zahlreiche Missionen, die zeitlich parallel zur Hauptgeschichte verlaufen. Die Schauplätze sind allesamt bekannt und sind jedoch meist auf ein kleineres Areal begrenzt. Bis zu vier Spieler müssen auf einer Karte verschiedene Gegnerwellen überstehen und gelegentlich Sonderziele wie beispielsweise einen Computer hacken oder bestimmte Ziele eliminieren. Die Sonderziele werden dann mit Extra-Credits belohnt, die man nach den Missionen im Geschäft gegen Ausrüstungspakete eintauschen kann, um bessere Waffen und Rüstungen zu erhalten. Jede Mission besteht aus 11 Wellen von Gegnern und Sonderzielen. Ein wenig erinnert dies an den Horden-Modus in Gears of War 3. Auch im Multiplayer hat man die Auswahl verschiedenster Klassen und Rassen und steigt durch erfolgreiche Wellen mit seinem Charakter auf und bekommt Punkte für neue oder Steigerung seine Kräfte. Ein weiterer Bonus ist, dass durch den Multiplayer-Modus auch die Bereitschaft der Völker in der Kampagne steigt und so direkt das Ende des Spiels beeinflussen kann. Ein entscheidender Unterschied gibt es hier nur in der Steuerung. Die Kräfte sind direkt durch Kurzwahltasten auswählbar und die Waffe wechselt man mit „X“. Man kann gegenüber der Kampagne auch nur zwei Waffen mit sich führen. Durchaus gelungen, inwieweit jedoch der Dauerspielspaß gegeben ist, wird man selbst herausfinden müssen.

Die emotionale Seite:

Actionspieler und Shooter-Freunde können diesen Abschnitt überspringen, Freunde des RPG sind herzlich eingeladen, hier etwas über die atmosphärische Seite des Spiels zu erfahren. Es war schwer, über ein solches Schwergewicht wie Mass Effect völlig objektiv zu schreiben. Als großer Rollenspielliebhaber (egal ob P&P oder am PC), packte mich der Wahn in Mass Effect 1. BioWare schafft es im dritten Teil storytechnisch dramatische und Erfolgserlebnisse so gewaltig zu verpacken, dass man wirklich fassungslos vor der Konsole sitzt und miteifert und nur ein leises „Oh mein Gott“ flüstern kann. Allein das Intro und die Hilflosigkeit mit ansehen zu müssen, wie ein kleiner Junge von den Reapern getötet wird (siehe Intro Video) oder wenn man am Sterbebett eines guten Freundes aus den vorherigen Teilen steht, fragt man sich nur zu oft: „Hätte ich das irgendwie verhindern können?“ Jeder Verlust tat mir im Herzen weh und auch Traumsequenzen im Spiel packen einen an der emotionalen Weichheit und schleudern einen mit geballter Kraft gegen die Wand. Wer die ersten beiden Teile gespielt hat, wird im dritten Teil gefühlsmäßig nicht einfach alles abschütteln können. Auch wenn man – aufgrund der mal wieder fortgeschrittenen Zeit – das Spiel unterbrechen muss, ist es DAS Gesprächsthema bei Gleichgesinnten. Mindestens zwei weitere Freunde und meine Wenigkeit haben bereits beschlossen, noch einmal ganz von vorn anzufangen, um herauszufinden, was man anders hätte machen können. Mass Effect 3 wird Eure Zeit verschlingen, Eure Emotionen nach außen kehren und Eifersuchtsszenen provozieren, nur um Liara endlich wieder in den Armen halten zu können. Gäbe es eine Art Aufnahmefunktion in diesem Spiel, könnte man die schönsten Dramen und Liebesgeschichten kreieren. 


Das Fazit von: Xthonios

Xthonios

Mit Mass Effect hat BioWare ohne Frage eine epische Rollenspiel-Trilogie erschaffen, von der man auch noch in ferner Zukunft sprechen wird. Was die Entwickler hier vor fünf Jahren erschufen, ist nicht weniger als ein Meilenstein in der Gaming-Geschichte. Visuell und auditiv überzeugt Mass Effect 3 wie seine Vorgänger. Einzige Mängel sind ist die doch teilweise recht hakelige Steuerung, die manchmal gewisse Aktionen unnötig verkomplizieren. Auch das Deckungssystem ist manchmal ein Geduldspiel, wenn die Spielfigur, statt wie gewünscht einfach stehen bleibt, statt in Deckung zu springen. Dank der neuen Auswahl des Spiel-Modus ist ME3 nicht nur für Freunde des Rollenspiels eins absolute Empfehlung. Die Kinect-Sprachsteuerung funktioniert gut, hat sich bei mir jedoch im Spielfluss nicht etablieren können. Störende Faktoren, wie beispielsweise eine aufgedrehte 5.1 Anlage oder ein 5-8 Meter entfernt stehender Kinect-Sensor, sollten im Vorfeld beseitigt werden. Man kann nur sagen, BioWare hat sein Versprechen einer epischen Trilogie eingelöst und wer dieses Spiel links liegen lässt, verpasst das Abenteuer seines Lebens.


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positiv negativ
  • Epische Story
  • Faszinierende Grafik
  • Beeindruckende Soundkulisse
  • Entscheidung beeinflusst das Spiel
  • Riesige Spielwelt
  • Gute Mischung zwischen Rollenspiel und Action
  • Kinect-Sprachsteuerung optional
  • Teilweise hakelige Steuerung
  • Längere Ladezeiten
  • Disc-Wechsel trotz Installation
  • Teilweise KI-Aussetzer bei Gegnern





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