An Weihnachten krachte es mal wieder ordentlich in den deutschen Kinos. Jetzt stürmt Tom Cruise alias Ethan Hunt im Heimkino durch die Welt und dabei geht einiges zu Bruch. Der Kreml explodiert, Autos werden zerstört und Herzen werden gebrochen. Oscar-Regisseur Brad Bird hat nichts unversucht gelassen, um den Hollywoodstar in allen Variationen gut aussehen zu lassen. Ob der neueste Teil der Action-Reihe allerdings auch an alte Erfolge anknüpfen kann?
Da sitzt er nun. Ethan Hunt, größter Film-Konkurrent vom britischen MI-6 Agenten James Bond, hockt in einem russischen Hochsicherheitsgefängnis fest und kann nur auf Rettung hoffen. Normalerweise wird ein Vertreter des IMF in solchen Lagen links liegen gelassen, aber ein solch fähiger Agent wird eben in Notsituationen gesondert behandelt. Was ist also passiert,
dass eine kleine Einheit als Sonderauftrag Hunt befreien muss? Ein international agierender Terrorist ist an Aktivierungscodes für russische Atomwaffen gekommen und natürlich gibt es nur eine Person, die ihn jetzt noch stoppen kann. Die einzige Möglichkeit ist das Ändern aller Codes in der Steuerungszentrale, die mitten im Kreml liegt. Eigentlich kein Problem für das erfahrene IMF-Team, zudem neben dem IT-Spezialisten Benji Dunn nun auch die elegante Jane Carter gehört. Wie es allerdings zu einem halbwegs vernünftigen Blockbuster gehört, geht die Mission schief. Statt die Codes anzupassen, schaffen es die Terroristen, eine Bombe in den Kreml einzuschleusen. Der russische Regierungssitz endet in einer gigantischen Explosion und ausgerechnet das IMF wird dafür verantwortlich gemacht. Der Präsident initiiert als Reaktion darauf das Phantom Protokoll und löst das IMF auf. Die verantwortlichen Agenten werden als Terroristen eingestuft und Hunt samt Kollegen bleiben nur noch begrenzte Mittel, um die wahren Übeltäter zu ergreifen ...
Effektvolle Explosionen und atemberaubende Stunts sind seit jeher ein Markenzeichen der MI-Reihe. Deshalb wird auch gleich zu Beginn des Films mit der Zerstörung des Kremls groß angefangen, um im Anschluss Tom Cruise über diverse Location hinweg von Stunt zu Stunt zu bringen. MI: Phantom Protokoll ist damit ein Actionfilm in Reinform, das macht ihn aber nicht unbedingt zu einem guten Streifen. Denn während die Geschichte auf der einen Seite schnell als Alibi enttarnt werden kann, wird der eigentlich beworbene Twist um das mittellose IMF-Team nicht im entferntesten eingehalten. Direkt, nachdem Mr. Hunt seinen Kollegen die „ausweglose“ Situation erklärt, in der sie innerhalb von 36 Stunden ohne Geld und Hilfe von einem russischen Bahnhof nach Dubai kommen müssen, wechselt
der Streifen auf eine Szene, in der das Team, in einem neuen Jeep und gewechselten Klamotten auf die Hauptstadt des Emirats zufährt. Die Ignoranz, mit der hier in einem Streich die eigene Geschichte in die Irrelevanz geschossen wird, dürfte im Blockbuster-Bereich so ziemlich einmalig sein.
Ähnlich den Vorgängern der Reihe neigt auch Phantom Protokoll dazu, in Abschnitten zu einer One-Man-Show zu verkommen. Von Anfang bis Ende wird versucht, Tom Cruise in seinem besten Licht zu zeigen. Unglücklicherweise gehen dadurch sämtliche andere Darsteller gnadenlos unter. Der einzige Star, der sich dank seiner humorvollen Charakterdarstellung neben Cruise halten kann, ist Simon Pegg. Er ist auch der Grund, warum MI: Phantom Protokoll in seiner puren Fixierung auf Action und Stunts nicht vollends untergeht. Denn wenn der einerseits tollpatschige und andererseits freundliche und treue Benji seine Gadgets herausholt, dann ist stets ein Lacher garantiert. Hier wartet der wahre Grund, sich den Film anzusehen!
Übrigens waren wir damals auf der Premiere in München mit Tom Cruise und Simon Pegg dabei. Wer sich unsere Impressionen ansehen möchte, der kann den Artikel HIER finden!
Bildergalerie von Mission Impossible: Phantom Protokoll (10 Bilder)
Qualitativ ist Paramount eine Bombe gelungen. Das Bild ist selbst in den actionreichen Szenen sehr scharf und der Detailgrad ist stets auf sehr hohem Niveau. Ein Bildrauschen kann man nicht erkennen und auch die Farben kommen sehr natürlich beim Fernseher an. Soundtechnisch kann sich
Phantom Protokoll auch sehen und vor allem hören lassen. Ein guter Actionfilm kann nur durch eine gute Soundkulisse punkten, Paramount hat hier alles richtig gemacht. Die Stimmen kommen klar aus dem Center, die Effekte werden sehr gut auf die seitlichen und hinteren Boxen aufgeteilt und der Subwoofer darf stets mitarbeiten. Genau so soll sich ein Actionkracher anhören. Käufer der Blu-ray bekommen neben den vielen Extras noch eine DVD und eine digitale Kopie des Films ausgeliefert – sehr schön!
Kommentare
19.12.2011 14:08:19 von Matthias W.
Hi, habe den Film am Freitag angeschaut. Einfach nur super!! Ich finde er hat eine 10 verdient. Einer der Besten Filme der MI Reihe. Gleichauf oder etwas besser als MI2 finde ich :-) VG Matthias