Monster Hunter Stories

Monster Hunter Stories

Publisher: Capcom
Entwicklerstudio: Marvelous
Genre: Rollenspiel
Sub-Genre: Strategierollenspiel
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 08.09.2017
USK 6

Monster Hunter Stories   24.10.2017 von Wolf

"Reite in den Kampf! Erlebe eine Geschichte voller Vertrauen und Verrat! Finde deine eigenen Monstergefährten und brüte sie aus! Individualisiere deine Monster mit der Kraft der Bindungsgene! Tritt online oder im Lokalen Modus gegen deine Freunde an!" Ganz schön herrisch, der Klappentext von Monster Hunter Stories, das kürzlich für den New Nintendo 3DS erschienen ist. Zu Befehl, sehen wir es uns an!  

 

Der Einstieg 

 

Monster Hunter Stories startet stark mit einem richtig schicken Einführungsvideo unter voller Ausnutzung der 3D-Fähigkeiten der Konsole. Man sieht die drei Hauptcharaktere ein Monsterei stehlen und vor dem aufgescheuchten Muttertier fliehen. Szenenwechsel: Die drei Hauptcharaktere sind plötzlich im Wald um nach einem anderen Ei zu suchen, finden eins in dem Moment als es schlüpft und ... Szenenwechsel: Das Dorf wird von einem schwarzen Drachenmonster angegriffen, die Mutter einer der drei Protagonisten stirbt. Sehr subtil wird das Gefühl geschürt, dass ihr Sohn der Böse in Monster Hunter Stories werden wird. Szenenwechsel: Ein Jahr nach den Vorfällen wird der Avatar endlich zur Rider-Prüfung zugelassen.

 

Man erfährt, dass das Startdorf ein Rider-Dorf ist. Rider sind Menschen, die Bindungen mit Monstern, oder wie das Spiel sie gerne nennt, Monsties, eingehen. "Riden" steht dabei nicht nur, wie man im Verlauf der als Tutorial fungierenden Rider-Prüfung erfährt, für den Vorgang des Reitens auf einem Monster im klassischen Sinn, sondern auch für das Ausführen der mächtigsten Komboangriffe im Spiel. Im Verlauf der Rider-Prüfung bekommt man also alle wichtigen Spielmechaniken nach und nach vermittelt. Dazu gehört das Kämpfen, das Sammeln von Ressourcen, das Nutzen von Monsterfähigkeiten um Hindernisse zu überwinden. Das Erhalten und Ausbrüten von Eiern etc. Mit Abschluss der Rider-Prüfung wird dem Helden offenbart, dass die Welt von einem schwarzen Pesthauch bedroht ist, der alle Monster zum Durchdrehen bringt. Natürlich lassen wir uns es nicht nehmen, uns dieser Bedrohung entgegen zu stellen...

 

Das Spiel 

 

Das Spiel besteht hauptsächlich aus Standardkost, wie dem Lösen von Haupt- und Nebenquests. Die ganze Palette von Töte x Monster, über Töte spezifisches Monster zu Sammle x Materialien ist abgedeckt. Noch dazu wird man wie auf Schienen durch die maue Geschichte geleitet. Was abgesehen davon recht spannend ist, ist das Kampfsystem. Es enthält einige Mechanismen, die, zumindest zu Beginn, die Kämpfe recht dynamisch und abwechslungsreich halten. So kann es in Abhängigkeit des angegriffenen Gegners zu Konfrontationen kommen. Konfrontationen, die gewonnen werden, sorgen dafür, dass die Bindungsenergie zwischen Held und Monstie steigt. Das ist Voraussetzung für das Riden, mit dem die stärksten Spezialangriffe ausgeführt werden können. Bei Konfrontationen kommt es darauf an, ob man die überlegene Angriffsart gewählt hat. Dabei gilt Kraft schlägt Technik, Technik schlägt Geschwindigkeit und Geschwindigkeit schlägt Kraft. Kommt es zu einer Konfrontation und haben Monstie und Held den gleichen Angriff ausgewählt und sind überlegen, kommt es zu einem coolen Doppelangriff, dem der Gegner nichts entgegenzusetzen hat. Scheinbar zufällig gibt es auch kleine Minispiele, wie zum Beispiel Kräftemessen, wo schnell A gedrückt werden muss oder das Schiebepad schnell gedreht werden muss. Diese sind die ersten paar Male recht cool, werden aber irgendwann langweilig. 

 

Da manche Monsties natürlich stärker gegen andere Monsties sind, gilt es analog wie in einschlägigen Spielen, sich alle zu schnappen, um die vielfältigste Aufstellung parat zu haben. Monsties erhält man, indem man erwachsenen Monstern ihre Eier klaut und dann mit einem Stylus darauf einsticht bis die Schale kaputt ist. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Fragmente von Eiern in der Wildnis zu sammeln und diese dann mit Kleber zusammenzupappen. Der Rest geht dann wie bei ganzen geklauten Eiern. Die so in die Welt geprügelten Monsties sind sofort ausgewachsen und haben zufällige Werte und Boni, genannt Gene, so dass man nie sicher sein kann, dass man schon den stärksten Vertreter einer Art im Stall hat. Ein Pluspunkt ist, dass alle der fünf Monsties in der Gruppe gleichsam die gesammelte Erfahrung erhalten, nicht nur das eine, das man gerade im Kampf verwendet. So ist es auch später kein Problem, dass alle Monsties mit Stufe das Licht der Welt erblicken. Nach ein paar Kämpfen, gleicht sich das Level schon an.   

 

Bildergalerie von Monster Hunter Stories (11 Bilder)

Die Technik

 

Positiv sind und wurden ja auch bereits die schicken 3D-Zwischensequenzen erwähnt. Das ist aber aus Technikperspektive auch das Einzige. Die gesamte Welt, die Charaktere und teilweise auch die Monster sehen lächerlich aus. Die Texturen sind matschig und selbst damit scheint das Spiel die Hardware noch zu überlasten, denn in den Städten stehen jede Menge bläulich-gräuliche Blobmonster rum, die sich erst von ganz nahem als Nichtspielercharaktere zu erkennen geben. Das Navigieren auf der Weltkarte und auch in den Städten verkommt in der Nähe von Monstern zu einer Lachnummer, wenn man aufgrund fehlender Kollisionsabfrage des gesamten Modells mal wieder dem Vieh in den Hintern geritten ist. Die Vertonung it auch gewöhnungsbedürftig, da die Charaktere in einer Fantasiesprache sprechen, die sich wie erste sprachliche Gehversuche eines 1-jährigen anhören. Von der Musik brauchen wir gar nicht zu reden. 


Das Fazit von: Wolf

Wolf

Monster Hunter Stories wirkt als Titel unzutreffend. "Monstie Rider No Story" wäre erheblich passender. Es gibt eine Alibigeschichte. Die ist allerdings so vorhersehbar langweilig, dass man sich da wirklich nichts Tolles versprechen sollte. Spaß machen die Kämpfe, wohingegen das Itemsammeln und Monster ausbrüten schnell nervig wird. Dazu kommt dann noch der technische Zustand, der jegliches Rollenspielerlebnis zunichtemacht. Alles in allem ist der Titel eher mau. Wer unbedingter Monster Hunter-Fan ist oder auf actionreiche Monsterkämpfe steht, mag gerne zugreifen. Alle anderen sollten vielleicht lieber einen anderen Titel zur Freizeitaktivität in Betracht ziehen. 


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positiv negativ
  • Actiongeladene Kämpfe
  • Sehr coole 3D-Zwischensequenzen
  • Langweilige Geschichte
  • Monster- und Gegenständesammeln ist Farmerei
  • Katastrophale Technik (Vertonung, Grafik)





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