NTR: Netsuzou Trap

NTR: Netsuzou Trap

Originaltitel: NTR: Netsuzou Trap
Genre: Anime • Drama
Regie: Hisayoshi Hirasawa
Laufzeit: DVD (120 Min) • BD (120 Min)
Label: Kazé Anime Studio
FSK 16

NTR: Netsuzou Trap   23.08.2019 von LorD Avenger

Die nun in einer Gesamtausgabe erhältliche Anime-Serie Netsuzou Trap schlittert bedrohlich nahe am Hentai vorbei - kriegt sie zumindest inhaltlich noch die Kurve...?

 

Inhalt

 

Die Mädchen Yuma und Hotaru sind seit früher Kindheit eng befreundet und beschützen sich gegenseitig. Auch als Jungs ein Thema werden können sie zusammenbleiben, denn Yumas Schwarm und Hotarus Freund sind ebenfalls Kumpels und somit stehen Doppeldates an der Tagesordnung. Kurz darauf ergibt sich auch schon bei der schüchternen Yuma der erste Kuss und weil sie ihr Glück kaum fassen kann, erzählt sie Hotaru sofort alles. Diese ist allerdings sehr aufdringlich damit, Yuma beim "Üben" zu helfen und überrumpelt sie immer wieder mit einem leidenschaftlichen Kuss. Obwohl es gut mit ihrem Schwarm läuft nehmen Yumas Verwirrungen doch mit jedem Zwischenfall mit ihrer Freundin zu - gerade als es noch über Küsse hinausgeht. Verwirrt muss sich das Mädchen mit ihren zwiespältigen Gefühlen auseinandersetzen, dass sie die intimen Momente mit Hotaru mehr zu genießen scheint als die mit dem netten Jungen.

 

Die deutlich erfahrenere und direktere Hotaru hat allerdings auch mit ihren ganz eigenen Problemen zu kämpfen. Ihr geringes Selbstwertgefühl trieb sie in die lieblose Beziehung mit ihrem Freund, die lediglich auf der Abmachung der gegenseitigen Befriedigung beruht. An den Abenden, an denen sie dem Deal nicht nachkommt, trägt sie meistens Schrammen und Beulen davon. Auch erniedrigt sie sich weiter als leicht bekleidetes Hausmädchen in einem Maid Café, wo sie allerdings gutes Geld verdient, um ihrem Leben irgendwann hoffentlich zu entkommen.

 

Ich war auf jeden Fall überrascht von NTR, da derart direkt Sex thematisierende Animes überlicherweise eher rar im Angebot des Publisher KAZÉ sind. In nahezu jeder Folge wird die Thematik unverhohlen erwähnt und besprochen und in einigen Sequenzen waren wir bereits kurz davor vom Yuri-Genre (Handlung mit einer lesbischen Beziehung im Mittelpunkt) in einen Hentai abzurutschen. Denn auch sehr ungewöhnlich für Animes aus diesem Haus: Der nackte weibliche Körper wird anatomisch korrekt repräsentiert und man kaschiert Brüste nicht als glatte Kugeln ohne Brustwarzen, wie es gerne in "unschuldigeren" Animes a la One Piece oder Kill la Kill praktiziert wird. Letztlich bekommt der Zuschauer aber keine Geschlechtsteile zu sehen und auch der eigentliche Sexakt wird nicht gezeigt - allerdings weit mehr als nur angedeutet und das Vorspiel hat es dafür umso mehr in sich.

 

Neben dem offenkundigen Fanservice in solchen Szenen konzentriert sich die Geschichte auf die vorherrschenden Konflikte der Charaktere. Neben dem in langen, recht nervigen Monologen ausgeführten Zwiespalt der Protagonistin und der ausgeprägten Unsicherheit ihrer Freundin gibt es auch noch die Traurigkeit von Yumas Schwarm, der bemerkt, wie ihm ihre Zuneigung zunehmend entwischt.


Bildergalerie von NTR: Netsuzou Trap (6 Bilder)

Details der Blu-Ray

 

Die Gesamtausgabe von NTR umfasst zwölf Folgen, die allerdings lediglich zehn Minuten Laufzeit bieten und somit noch auf eine Blu-ray-Disc passen. Neben den Episoden auf Deutsch und japanisch ist ebenfalls ein rockiges Intro enthalten, das auch visuell zu überzeugen weiß. Die Zeichnungen und Animationen sind so sauber und flüssig, wie man sich das in solchen Thematiken wünschen kann und gerade bei der Mimik der Charaktere hat man ganze Arbeit geleistet, um die emotionale Verwirrung hervorzubringen.

 

Bilder © Kodama Naoko / Ichijinsha / Netsuzou Trap FILM PARTNERSHIP


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

NTR ist so nah am Hentai dran, wie man nur sein kann ohne tatsächlich einer zu werden. Sehr offenherzige Nacktszenen und leidenschaftliche Fummeleien neben dem ständig thematisierten Sex. Anders als bei den meisten tatsächlichen Hentais (hab ich mir sagen lassen) verliert man dabei aber nicht die tiefergründige Handlung aus den Augen, die auf den Charakteren basiert. Zwar nervt die Protagonistin den Zuschauer schon mit ihren ständigen schüchternen und naiven Monologen über ihre aufkeimenden Gefühle der Homosexualität, der innere Konflikt ist aber nichts desto trotz gelungen und glaubhaft dargestellt. Nicht minder gute Arbeit leistet man bei den ebenfalls emotional geplagten Nebenfiguren, wodurch auch Hotarus Annäherungen an Yuma einen anderen Sinn ergeben als dem Zuschauer heiße Lesben-Action zu bieten. Einiges wiederholt sich für meinen Geschmack zu stark, gerade eben in den Protagonistin-Monologen, aber grundsätzlich war es ein durchaus interessanter Exkurs in die menschliche Psyche.


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