Once Upon A Time In China

Once Upon A Time In China

Originaltitel: Wong Fei-Hung
Genre: Action • Drama • Eastern • Kampfsport
Regie: Tsui Hark
Hauptdarsteller: Jet Li • Yuen Biao
Laufzeit: Ca. 133 Minuten
Label: Splendidfilm
FSK 16

Once Upon A Time In China   09.03.2011 von Tobi

In meiner letzten Rezension von „The Expendables“ war Jet Li einer der Hauptcharaktere. Er hat sich über die letzten Jahre in Hollywood einen sehr guten Namen gemacht und trat zu Recht in Stallones Action-Feuerwerk auf. Doch auch Jet Li hat natürlich mal klein angefangen. Seine ersten Filme hat er in Hongkong gedreht, wo er in einigen echten Kult-Klassikern mitgewirkt hat. Dazu gehört natürlich zweifelsohne die Reihe „Once Upon A Time In China“. Ihr dürft euch in der nächsten Zeit auf die Blu-ray-Besprechungen der ersten drei Teile freuen. Fangen wir also gleich mit dem ersten Teil an.

 

Unsere Geschichte spielt zur Jahrhundertwende. Kung-Fu-Meister Wong Fei-Hung (Jet Li) ist unter seinen Landsleuten sehr angesehen und er genießt den Respekt, den die Menschen vor ihm haben. Während dieser Zeit wird China von westlichen Kaufleuten unterlaufen. Sie versuchen westliche Religionen und andere Sitten nach China zu bringen. Das freut den Meister natürlich gar nicht, denn China soll seinen eigenen Charakter bewahren. Zur gleichen Zeit kommt Tante Yee mit großer Begeisterung für westliche Kulturen aus den USA zurück und versucht ebenso diese den Menschen Chinas näher zu bringen. Wong Fei-Hung stellt sich den westlichen Kaufleuten entgegen und versucht durch Verhandlungen sein Land zu schützen. Doch die Verhandlungen führen zu nichts. Die „Invasoren“ kaufen die örtliche Polizei, welche sich daraufhin gegen das eigene Volk stellt. Das lässt Wong natürlich nicht auf sich sitzen und stellt sich dem Kampf. Die Polizei bekommt aber kurzerhand Verstärkung von einem weiteren Großmeister der Kampfkunst.

 

Regisseur Tsui Hark hat mit „Once Upon A Time In China“ einen echten Kultfilm erschaffen, der nun seinen Weg auf das hochauflösende Medium fand. Die hier erzählte Geschichte ist sehr interessant und wirkt endlich mal nicht zu überladen. Sie bietet eine Mischung aus Komik, Kampfsport und Spannung und weiß recht gut zu unterhalten. Der Film selbst ist mittlerweile ein wenig in die Jahre gekommen und wirkt dadurch natürlich ein wenig „billig“. Das sieht man vor allem in den Kampfszenen der ersten Stunde, denn diese sind wirklich albern inszeniert. Erst ab der Hälfte des Filmes darf Jet Li endlich mal richtig abgehen und zeigen was er kann. Man braucht hier nur ein wenig Geduld. Die anderen Schauspieler um Yuen Biao und Jacky Cheung machen ihre Sache ebenfalls sehr gut  und kommen nicht zu kurz.

 

Leider bietet der Film aber einige Fehler, denn gerade in den Szenen, wo Waffen eingesetzt werden, kommt einem schon mal das Lachen. Aus Musketen werden ganze Salven an Kugeln abgefeuert, was einfach totaler Käse ist. Die Erschießungs-Szenen wirken dadurch zwar sehr brutal, doch man kann das leider nicht sehr ernst nehmen. Positiv hingegen ist wieder mal das Setting des Filmes. Die Kulissen wirken wirklich klasse und man fühlt sich als Zuschauer zu jeder Zeit ins alte China versetzt. Dazu wird jede Szene von schöner chinesischer Musik begleitet, die sofort ins Ohr geht. Da kommt nicht nur bei den Asia-Fans Freude auf. Die Laufzeit ist mit über zwei Stunden natürlich sehr lang geraten, aber wer genug Sitzfleisch beweist wird nicht enttäuscht. Der Showdown ist absolut erste Sahne und macht anfängliche Fehler wieder wett. Also dran bleiben!

 

Die deutsche Blu-ray aus dem Hause Splendidfilm präsentiert sich leider nur recht durchschnittlich. Die Bildqualität schwankt wirklich extrem und enthält sehr viele Artefakte. Von einer guten HD-Qualität ist man hier meilenweit entfernt. Einzig die Schärfe ist recht gut, aber das reicht leider nicht für eine Blu-ray. Ein Re-Mastering hätte sicherlich mehr gebracht. Beim Ton verhält es sich ähnlich. Der Käufer bekommt zwar eine deutsche DTS-HD-Tonspur spendiert, aber diese ist einfach zu frontlastig. Die hinteren Lautsprecher kommen sie gut wie nie zum Einsatz und der Subwoofer wirkt ebenfalls wie ausgeschalten. Dazu kommt noch, dass die Original-Tonspur einfach nur schlecht ist. Sie ist extrem dumpf und kann überhaupt nicht angehört werden. Dadurch ist man auf die deutsche Synchronisation angewiesen, welche extra neu für die Veröffentlichung angefertigt wurde. Wer die alte Synchronisation gewöhnt ist hat hier leider Pech gehabt. Für Bonusfans wird leider auch nichts geboten. Es gibt nur ein paar Trailer und das war es. Immerhin ist ein Wendecover an Bord, welches das FSK-Logo verschwinden lässt. Immerhin etwas.


Das Fazit von: Tobi

Tobi

„Once Upon A Time In China“ ist mittlerweile etwas in die Jahre gekommen und das merkt man dem Film leider sehr an. Dennoch kann er gerade in der Schlussphase überzeugen und bietet Action vom Allerfeinsten. Das ist genau das Richtige für die momentan verregnete Zeit. Eine Kaufempfehlung gibt es von mir dennoch nur für Fans asiatischer Filme, denn der hier gezeigte Humor ist nicht jedermanns Sache. Vielen Leuten wirkt es einfach zu albern, wodurch der Film an Ernsthaftigkeit verliert. Ob man nun die Blu-ray kaufen soll bleibt jedem selbst überlassen, denn technisch bietet sie leider nicht sehr viel. Wenn sie preislich auf dem Niveau der DVD liegt, dann ist der Kauf natürlich klar. Dennoch möchte ich hier erwähnen, dass ich es Splendidfilm sehr hoch anrechne die alten Jet Li Klassiker auf Blu-ray zu veröffentlichen. Ich freue mich schon auf die nächsten Filme.


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