Pixel Heroes - Byte  & Magic

Pixel Heroes - Byte & Magic

Publisher: Headup Games
Entwicklerstudio: The Bitfather
Genre: Indie RPG
Sub-Genre: Retro-RPG
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 30.07.2015
USK 6

Pixel Heroes - Byte & Magic    01.09.2015 von VanTom

Höret! Das Ende ist nahe!! Diese Worte prangen auf der Rückenseite der Box von Pixel Heroes - Byte & Magic. Im Rahmen, der limitiert in Deutschland erscheinenden Collector's Edition, schauen wir uns das im Retro-Gewand daherkommende Rollenspiel an und klären ob es Spaß macht der Stadt Pixton mit diversen Helden zur Hilfe zu eilen. Weitere Informationen gibt es hier.

 

Auf der Vorderseite der Box prangt der Hinweis „Entwickelt von den Typen, die Pool of Radiance mehrmals durchgespielt haben“. Persönlich hätte ich ein Remake der (Advanced) Dungeons & Dragons-Spiele sehr begrüßt. Dieses können wir allerdings bei Pixel Heroes nicht erwarten. Im Gegensatz zu Pool of Radiance kommt das Spiel als eine Parodie auf Fantasy-Rollenspiele daher. Dies kann schon an solch einfachen Details erkannt werden, zieht sich aber durch das ganze Spiel. Wer bei diesem Spiel eine ernste Story oder ernste Aufgaben erwartet, wird bitter enttäuscht sein. Alle anderen werden viel Spaß mit dem Titel haben. Das Spiel nimmt das ganze Fantasy-Genre auf die Schippe und zieht es durch den Kakao.

 

Das Spiel beginnt in der Taverne von Pixton. Innerhalb der pixelig in 2-D dargestellten Taverne sehen wir eine Band (Barden-Kapelle mit Gesang) und einen Wirt. Dies gehört natürlich zur Standard-Einrichtung einer Fantasy-Taverne. Eigentlich sollten hier auch diverse Questgeber herumlungern und auf tapfere Abenteurer warten, welche die Probleme im Handumdrehen lösen, oder bei dem Versuch tapfer sterben. Mit diesem Beginn unterscheidet sich Pixel Heroes von den genre-typischen Vertretern. Es gibt keine Charaktergenerierung im eigentlichen Sinn, sondern viel mehr wählt der Spieler eine Gruppe von drei Helden aus. Beim Start des Spiels laufen in der Taverne sechs unterschiedliche Helden herum. Wir wählen unsere tapferen drei Recken aus diesem Helden. Dabei variieren diese Streiter in der Taverne nach dem Zufallsprinzip. Wir wissen also vor Spielbeginn nie, mit welcher Gruppe wir uns auf den Weg machen werden. Insgesamt gibt es 30 unterschiedliche Heldenklassen, welche freigespielt werden können. Dies kann durch Taten im Spiel erfolgen, oder aber auch durch bestimmte Ereignisse, auf welche wir nachher weiter eingehen werden. Bei den Heldenklassen stehen die üblichen Verdächtigen, wie Zauberinnen, Krieger und Kriegsmagier zur Verfügung. Es gibt aber auch exotischer Klassen, wie Templer, Barde und Wolfsreiter...von dem Braumeister oder dem Kräutermann ganz zu schweigen. Letzterer ist mit einer riesigen Pfeife unterwegs. Bei der Vorstellung der einzelnen Charakteren kommt ein Zufallsgenerator zum Einsatz, welcher die Basisklasse des Helden leicht modifiziert. So kann ein Held als Kind den berühmten Katzenweitwurf geübt haben. Dadurch ist seine Geschicklichkeit um 1 erhöht. So gibt bekommen die Helden eine komische Hintergrundgeschichte verpasst. Ähnlich verhält es sich mit den Namen der Abenteurer. Dieser kann aber auch durch den Spieler gesetzt werden.

 

Wie es sich für Fantasy-Helden gehört, werden heldenhaften Streiter über verschiedene Zahlenwerte repräsentiert. So gibt es LIF für Leben, STR für Stärke, DEX für Geschicklichkeit, INT für Intelligenz und FAI für Glaube. Diese Zahlenwerte repräsentieren das Geschick unserer Recken im Kampf. Einem Kämpfer kommt ein hoher Stärke-Wert sehr zugute, während der Glaube für einen Priester unerlässlich ist. Damit wird aber auch festgelegt, wie viel Schaden ein Krieger anrichten oder wie gut er parieren kann. Zusätzlich zu den Waffen, bzw. der Ausrüstung, welche Helden tragen können, (der Krieger trägt ein Schwert und macht wohl was damit?) gibt es für jede der Klasse besondere Fähigkeiten. Dies kann von heilenden Liedern beim Barden bis zu besonderen Schildtalenten beim Zwergen-Streiter gehen. Dazwischen gibt es eine weitere Bandbreite von Fähigkeiten, welche allerdings nur begrenzt eingesetzt werden können. Es gibt einen Cooldown, welcher je nach der Stärke der Fähigkeit länger oder kürzer sein kann. Ansonsten finden wir in der Charakterübersicht/Inventory die Ausrüstung, welche jeder Held trägt. Hier gibt es fünf verschiedene Slots: rechte Hand, linke Hand, Körper, Schmuck, und Kopf. In diesen Slots können die reichlich vorhandenen Items im Spiel untergebracht werden. Ansonsten verfügen die Helden über Geld für den Laden des Dorfs und Erfahrungspunkte um wachsen zu können und mächtige Streiter zu werden.

 

Haben wir uns für drei Helden entschieden, erscheint die Figur Harrybert und teilt uns mit, dass das Ende nahe ist. Wir erfahren von den 'Söhnen des MorgenGRAUENS'. Nach diesem Stück Hintergrundgeschichte verlassen wir die Taverne und können Pixton erforschen. Hier treffen wir auf die Bewohner. Manche sind einfach nur zur allgemeinen Erheiterung da, andere hingegen haben aus Ausrufezeichen (ungewöhnlich!!!) über den Kopf. Bei den Bewohnern mit den Ausrufezeichen erhalten wir Quests. Es kann immer nur ein Quest aktiv sein. Haben wir eine Aufgabe angenommen, können wir den Ort weiter erforschen. Außer dem Shop, einer Bibliothek und den Tempel gibt es aber nicht sonderlich viel zu sehen. Im Shop können wir Waffen und Ausrüstung erstehen. Die Bibliothek bietet Bücher an, welche die Helden für Zaubersprüche nutzen können. Im Tempel können gefallene Helden wiedererweckt, bzw. geheilt werden. Besonders erwähnenswert ist der Ausrufezeichen Ausverkauf. Wenn wir uns immer schon gefragt haben, woher eigentlich die Ausrufezeichen über den Questgebern kommen, hier finden wir die Antwort.

 

Bildergalerie von Pixel Heroes - Byte & Magic (15 Bilder)

Nachdem wir in Pixton unser Abenteuer vorbereitet haben, können wir uns auf den Weg zum Dungeon machen. Wie schon erwähnt können wir immer nur einen Quest aktiv haben, so dass dies heißt, dass wir uns auch nur immer auf den Weg zu einem Dungeon machen können. Diese Reise erfolgt in 2D und wird ebenfalls in der Überlandkarte dargestellt. Treffen die Helden dabei auf etwas Erwähnenswertes wird die Reise unterbrochen. Wir bekommen etwas Hintergrund zu dem Ereignis und werden vor eine Wahl gestellt. Dies kann um einfachsten Fall aus 'zuhören' oder 'weggehen' bestehen. Es kann aber auch aus einem Rätsel bestehen. Im schlimmsten Fall kann es zu einem Kampf kommen.

 

In einem Kampf treten unsere drei Helden gegen jeweils drei Gegner an. Den ersten Schlag hat dabei automatisch die Heldengruppe. Hier hat der Spieler nun die Wahl eine Waffe oder Zauber eines Helden gegen einen (oder mehrere) Gegner der Gruppe zu wenden. Es kann aber auch die Sonderfähigkeit eines Helden eingesetzt werden. Es ist aber auch möglich, dass die Gruppe geheilt wird. Beim ersten Schlag wird es wahrscheinlich zunächst darum gehen möglichst viel Schaden zu machen und nach Möglichkeit schon einen Gegner auszuschalten. Nach diesem Schlag sind die Gegner dran und greifen einen (oder mehrere) der Helden an. Am Ende einer Runde kann der Held, welcher die letzte Runde angegriffen hat, nicht in der folgenden Runde wieder angreifen. Die einzige Ausnahme ist, wenn nur noch ein Held oder Gegner steht. Durch verschiedene Angriffe können Statuseffekte auf Gegner oder Helden wirken. So verliert der Held Lebenskraft, wenn er blutet oder vergiftet. Andere Zauber legen einen Schutzpanzer um den Zaubernden, so dass ihm kaum noch Schaden zugefügt werden kann.

 

Haben wir den Dungeon dann erreicht, müssen wir acht zufällig generierte Räume durchqueren um zum Endgegner des Dungeons und zur Erfüllung unseres Quest zu kommen. Diese acht Räume können dabei mit Gegnern gefüllt sein, aber auch Truhen oder ähnliche zufällige Ereignisse enthalten. Nach jedem Kampf erhalten wir Gold, Erfahrungspunkte und unzählige zufallsgenerierte Gegenstände. So können wir beispielsweise eine „pazifistische Tasche des Scharfsinns“ finden. Diese gewährt uns Schutz gegen das Absenken des Schutzes gegen magische Angriffe. Hierbei können sehr lustige Items bei generiert werden. Das Spiel lebt davon, dass wir auch hier versuchen immer bessere Gegenstände zu erhalten. Ansonsten können wir noch Heiltränke verschiedener Ausprägung finden.

 

Sind wir dann zum Endgegner vorgedrungen geht es richtig zur Sache. Die Endgegner sind entsprechend mächtig und halten viel aus. So kam es zur einer epischen Schlacht als nur der Priester seiner Gruppe übrig geblieben war und mit einem Heilspruch und seiner Faust bewaffnet gegen einen riesigen Erdelementar kämpfte. Dieser Kampf hätte sehr lange dauern können. Der Priester und der Erdelementar konnten sich jederzeit selbst heilen, machten aber nicht genug Schaden um den Gegner auch zu besiegen. Nach einer halben Stunde wurde es dem Priester zu bunt und er hat sich erschlagen lassen um vom Tod abgeholt zu werden.

 

Dadurch war die ganze Gruppe geschlagen und dementsprechend tot. Nach Ihrem Ableben wandern die Helden dann wortwörtlich auf den Friedhof. Dies ist wortwörtlich zu verstehen. Wenn nicht ein Charakter überlebt um in die Stadt und in den Tempel zu gelangen, gilt der Permadeath und der Spieler muss mit einer Gruppe neu anfangen. So sammeln sich nach und nach die Gruppen des Spielers auf dem Friedhof an.

 

Hat eine Gruppe einen Quest erledigt, geht es zurück zur Stadt. Hier können die Helden dann heilen und sich auf die nächste große Aufgabe vorbereiten. Es müssen alle Aufgaben erledigt werden, bis dann der letzte große Endgegner erscheint und den Weg für die nächste Kampagne freimacht.

 

Die Collector's Edition enthält neben der DRM-freien Version auch einen Steam-Key. Das Spiel kommt bei Steam mit Steam-Erfolgen und -Abzeichen daher. Ansonsten sind ein Sticker des Zwergen-Streiters, ein Doppelseitiges Poster und der Soundtrack auf CD enthalten. Auf der Rückseite der Box ist die Nummer zu finden, welche der streng auf 2000 limitierten Boxen der Spieler erworben hat.


Das Fazit von: VanTom

VanTom

Insgesamt macht das Spiel einen sehr spaßigen Eindruck. Es macht einfach Spass die unterschiedlichen Helden freizuspielen und die immer neuen Dungeons zu erforschen. Die Dungeons unterscheiden sich dabei grafisch und thematisch. Insgesamt gibt es aber immer nur das gleiche zu tun. Manchmal kann man einfach nur Pech mit einem Gegner haben, beispielsweise wenn er einen Schild gegen physische Angriffe hat, der Spieler aber nur noch auf Waffen zurückgreifen kann. So kann das Spiel auch sehr frustrierend sein. So kann es kurzweilig sein, mal eine Runde in die Dungeons zu gehen, aber eine dauerhafte Motivation durch eine fesselnde Geschichte wird nicht geboten. Die Grafik geht in Ordnung und soll eben ein pixeliges Abenteuer darstellen. Genauso verhält es sich auch mit der Musik. Sie ist furchtbar, aber auch hier erwischt man sich beim Mitsummen. Für Retro-Rollenspieler mit Sinn für Humor ist es aber eine Empfehlung (also eine Wertung von 8), sofern sie eine gewisse Leidensfähigkeit mitbringen. Davon gehe ich aber aus. Alle anderen Spieler können mit dem Titel Spaß haben, aber sich vielleicht auch an zu wenig Abwechselung stören.


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