Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2

Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2

Publisher: Sony
Entwicklerstudio: Popcap
Genre: Action
Sub-Genre: 3rd-Person Shooter
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 25.02.2016
USK 12

Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2   09.03.2016 von Torsten

Es ist wieder einmal Zeit für den ultimativen Wettstreit zweier Rassen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Hier geht es nicht um den Kampf von Mensch gegen Maschine oder die Duelle mystischer Fabelwesen, sondern um das Kräftemessen zwischen toten, verwesenden Körpern und mutierten Zimmerpflanzen. Und dieses Mal haben beide Seiten jede Menge Verstärkung erhalten. Größer, bunter, umfangreicher... aber ist Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2 auch wirklich besser?

 

Ein Patt epischen Ausmaßes

 

Herzstück des Spiels ist nicht mehr länger ein tristes Menü, vielmehr gibt es nun einen frei begehbaren Kriegsschauplatz. Auf der einen Seite steht die Festung der Zombies, auf der anderen Seite die Basis der Pflanzen. Dazwischen liegt hart umkämpftes Niemands-Land. Das eröffnet erst einmal ganz neue Möglichkeiten, denn überall gibt es etwas zu entdecken. Die Bereiche wirken bewohnt und verbergen jede Menge Goodies und Aufträge. Außerdem hat es natürlich viel mehr Charme als simple Textbausteine. Es leidet jedoch auch mitunter der Komfort. Denn wollen wir beispielsweise den Charakter oder gleich das Team wechseln, so müssen wir nun händisch zur Umkleide oder aber zum Werbestand der anderen Partei laufen. Für Upgrades muss der Sticker-Automat und für Statistiken die Statistik-Zentrale angesteuert werden. Das kostet natürlich Zeit und wirkt beim zwanzigsten Spielstart auch längst nicht mehr so originell wie am Anfang. Eine parallel nutzbare Menüoberfläche wäre hier wünschenswert gewesen. Die Möglichkeit, die eigene Basis zu verschönern, sowie versteckte Gartenzwerge und Schatztruhen zu finden und nicht zuletzt die wirklich sehr kunstvoll gestaltete Umgebung entschädigt zum Glück für den gesteigerten Zeitaufwand.

 

Die neuen Einheiten

 

Neben den bereits bekannten Pflanzen und Zombies sind jeweils drei neue Klassen hinzugekommen. Auf Seiten der Zombies wäre dies der Käpt´n Totbart, der auf einem Holzbein humpelnd die neue Allrounder-Klasse der Untoten darstellt. Seine Nahkampfwaffe wird im Zoom distanzfähig. Auch übernimmt er die Drohnen-Fähigkeit des Ingenieurs und kann mit einem Geschützturm kräftigen Umgebungsschaden verursachen. Super Brainz ist der Superheld im Zombie-Team und ist spezialisiert auf heftige Nahkampfattacken, kann außerdem mit 200 Lebenspunkten auch jede Menge einstecken. Er kann überdies auch viel höher springen als jede andere Klasse. Der Wicht ist der kurioseste Neuzugang. Mit lediglich 50 Lebenspunkten ist er ein gefundenes Fressen für gegnerische Angriffe. Er ist dafür dank akrobatischem Doppelsprung recht agil und seine Schnellfeuer-Kanonen können hinterrücks überraschte Gegner schnell zur Strecke bringen. Die wahre Bedrohung schlummert allerdings in seiner Spezialfähigkeit. Nach einer gewissen Abklingzeit ist er in der Lage, den mächtigen Z-Mech anzufordern. Mit 350 Lebenspunkten und der stärksten Offensivkraft auf dem Feld ist er für kurze Zeit ein alles zerstörender Kampfkoloss.

 

Auf Seiten der Pflanzen gibt Major Mais sein Debüt. Zwei Mais-MGs heizen Zombies zu richtig ein. Allerdings ist er dabei, ähnlich wie der All-Star der Zombies, stark verlangsamt unterwegs und somit leicht angreifbar. Mit Doppel-Raketen und filmreifem Überschlag samt verbundenen Kugelhagel ist er aber auch eine starke Alternative zum alten Frontschwein, der Erbsenkanone. Der Zitron ist ein hoch mobiler Geschützturm. Mit Orangenstrahl und Abwehrschild verteilt er zielsicher und großflächig Schaden. Zur Kugel zusammengerollt ist er darüber hinaus die schnellste Einheit auf dem Schlachtfeld und somit ideal für schnelle Vorstöße oder den überraschenden Angriff aus dem Hinterhalt geeignet. Der letzte Neuzugang mit Namen Rosie ist das Multifunktions-Angriffsbollwerk der Pflanzen und in Version 1.01 das aktuelle Sorgenkind der Multiplayer-Balance. Popcap hat allerdings bereits angekündigt, man würde zeitnah noch einmal am Balancing feilen. Daher ist nicht bekannt, inwieweit sich ihre Fähigkeiten noch ändern. Aktuell hat die Magier-Klasse jedenfalls den stärksten Angriff, der zudem zielunterstützt agiert. Sie kann ganze Gegnergruppen in einem Zeitstrudel kampfunfähig machen und einzelne Gegner in harmlose Ziegen verwandeln. Des Weiteren kann sie sich zur Flucht oder für den schnellen Vorsturm mittels arkaner Energie für kurze Zeit gegen jeglichen Schaden immunisieren.

 

Level Up!

 

Entgegen des Vorgängers, wo gezielt Auftragsziele für den Aufstieg erledigt werden wollten, sammelt jeder Charakter nun on- wie offline konstant Erfahrungspunkte bis zum Levelaufstieg. Allerdings geht dies nur bis Klassen-Level 10. Danach kann der Charakter befördert werden, dem Namen wird ein Zusatz verliehen und das Spielchen fängt von vorne an. Die Erfahrungspunkte werden allerdings nur für den einen speziellen Charakter und nicht für die Klasse erworben. Bei insgesamt 14 Klassen existieren weit über 100 freizuschaltende Klassenabwandlungen, womit ein gesamtes Level-Ende kaum erreichbar zu sein scheint. Parallel hierzu wird auch der Spieler an sich aufgelevelt bis hin zu Level 100. Hier setzt, ähnlich wie bei den Prestige-Klassen der „ernsthafteren“ Konkurrenz eine Beförderung den Zähler wieder auf 1. Neben den Erfahrungspunkten ist allerdings die zu erspielende Währung noch wichtiger. Mit ihr werden Sticker-Pakete gekauft, die Accessoires, Charakter-Verbesserungen oder gleich ganz neue Charaktere freigeben. Außerdem können unterstützende Topfpflanzen und Zombies erworben und fortan genutzt werden. Erledigte Aufträge bringen neben heißbegehrten Münzen auch Sterne ein, mit denen Truhen geöffnet oder die Umgebung verschönert werden kann.

 

Auf dem Schlachtfeld

 

Der ursprünglichste Spielmodus dieser Shooter-Adaption und vermutlich auch der, der dem Tower-Defense-Original am nächsten kommt, ist das Gartenkommando. Ein vom Spieler in einem von jeweils drei möglichen Standorten gepflanzter Garten muss Welle um Welle gegen anstürmende Zombies verteidigt werden. Dies wird von einzutopfenden Abwehrpflanzen und vom Spieler selbst erledigt. Die Möglichkeit, diesen Spielmodus auch im Couch-Multiplayer per horizontalem Split Screen zu spielen, erhöht natürlich den damit verbundenen Spielspaß. Allerdings durfte so lediglich auf Seiten der Pflanzen gekämpft werden. Was aber, wenn wir viel lieber gemeinsam mit den coolen Zombie-Einheiten in die Schlacht ziehen wollen? Hierfür wird in Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2 die Lösung angeboten. Denn analog zum Kommando-Spiel der Pflanzen gibt es nun auch das Friedhofskommando, in dem Zombies ihren Grabstein gegen Wellen von angreifenden Pflanzen verteidigen müssen. Dies erweitert nicht nur den Koop-Modus auf die Zombie-Einheiten, sondern bringt vor allem auch viele, richtig coole Pflanzen-Bosse ins Spiel. Denn natürlich müssen auch die Pflanzen mächtige Angriffs-Bollwerke besitzen und so schicken sie wütende Baumstümpfe und hypnotisierende Riesensonnenblumen in die Schlacht.

 

In der Mitte des Hinterhof-Kampfplatzes gibt es zudem nun einen weiteren Tower-Defense-Spielmodus, bei dem eine Fahne verteidigt werden muss. Doch wozu nun das ganze Wellen-Spektakel noch einmal mit Fahne statt Garten veranstalten? Weil es natürlich durchaus kleine aber doch entscheidende Unterschiede gibt. Zum einen dürfen wir nach unserem Ableben „kostenlos“ wieder einsteigen und sogar die Klasse ändern. Zum anderen darf unser Split-Screen-Partner sogar ins Gegner-Team wechseln. Entgegen des Kommando-Modus laufen nicht nur Gegner auf der Karte herum, sondern auch Einheiten des heimischen Lagers, sodass es mitunter zu kleineren Massenschlägereien kommt, die uns sehr dienlich sind.

 

Der beliebte Mehrspieler-Modus wurde auch etwas abgewandelt, bleibt im Großen und Ganzen aber dem Gerüst des Vorgängers treu. Die neuen Klassen integrieren sich mit Ausnahme der oben genannten Rosie sehr gelungen ins Spiel und sorgen für hart umkämpfte Schlachten. 12 neue Karten, eine weitere soll in Kürze folgen, alt bekannte Spiel-Modi, hier wird natürlich auf längst bewährtem aufgebaut. Warum auch nicht?

 

Unheimlich bunt und klangvoll

 

Garden Warfare 2 bietet zu jeder Zeit eine Mordsgaudi und das auch technisch. Schrille und detailliert gezeichnete Charaktere, die liebevoll animiert über die Karten humpeln. Dazu kunterbunte und völlig überzeichnete und der Thematik angepasste Architekturen. Abgedrehte Ideen und absurde Charaktere, hier wirkt wirklich alles wie aus einem Guss. Ebenso stimmungsvoll ist die akustische Untermalung gelungen. Ein gut abgestimmter Soundtrack und tolle Soundeffekte begeistern sofort. Überhaupt gibt es überall nicht nur etwas zu sehen sondern auch etwas auf die Ohren. So dröhnt auch mal eben aus überdimensionalen Lautsprechern ein schmissiger Rock-Song in passendem Gebrabbel-Gesang. Da vergisst man glatt, sich auf die Mission zu konzentrieren. 

 

Bildergalerie von Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2 (6 Bilder)


Das Fazit von: Torsten

Torsten

Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2 baut gekonnt auf die Stärken seines Vorgängers auf und erfüllt sogar die Wünsche der Fans. So darf nun endlich auch in der Rolle des Untoten Wellen von Pflanzen bekämpft werden, um den heimischen Grabstein zu verteidigen. Es gibt sechs neue Klassen, 12 neue Karten, haufenweise abgedrehte Missionen und an jeder Ecke lauern neue Überraschungen. Dazu kommen eine recht passable Einzelspielerkampagne und der gewohnt famose Multiplayer-Modus. Leichte Balancing-Probleme werden hoffentlich in Kürze behoben, denn in Version 1.01 ist die Pflanze Rosie noch zu dominant. Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2 ist nicht nur für Fans des Vorgängers interessant, sondern empfiehlt sich für jeden Shooter-Freund, bei dem es nicht immer bierernst zugehen muss. 


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positiv negativ
  • Liebevoll gestaltete Charaktere
  • Haufenweise Accessoires und Gadgets zum Freispielen
  • Herrlich schräger Humor
  • Überall gibt es etwas zu entdecken
  • Leicht zu erlernen
  • Über 100 verschiedene Charaktere freizuschalten
  • Viele Spielmodi
  • Koop off- und online
  • Freigespielte Charaktere aus dem Vorgänger importierbar
  • Kunterbunte Karten mit gelungenem Design
  • Balancing-Probleme in Version 1.01 (Rosie)
  • Kein Schnellwahl-Menü
  • Freischalten benötigt unheimlich viel Zeit





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