ROCCAT Sova

ROCCAT Sova

Publisher: Roccat
Genre: Peripherie • Lapboard
Erscheinungsdatum: 14.06.2016

ROCCAT Sova   26.01.2019 von Beef Supreme

Gediegenes Zocken von der Couch aus, da kommt den meisten eine Konsole eines beliebigen Herstellers in den Sinn. Gamepads sind hierfür immer noch dem PC hinsichtlich Ergonomie überlegen. Abhilfe kann da ein sogenanntes Lapboard schaffen, im Prinzip ein Brett, dass man sich auf den Schoß nimmt, auf dem man Tastatur und Maus platzieren kann. Roccat bietet mit dem Sova MK eine Lösung mit bereits integrierter mechanischer Tastatur. Ob das Sova überzeugen kann, lest ihr nachfolgend.

 

Aussehen und Einrichtung

 

Packt man das Sova aus der umfangreichen Verpackung aus, fällt zunächst das schlichte aber gelungene Design auf. Eine mattschwarze Oberfläche bietet wenig Angriffsfläche für fettige Chipsfingerabdrücke. Das Roccat-Logo ziert die Ablagefläche für die Maus und die Tastatur, kompakt ohne 10er-Block, kommt ohne viel Schnickschnack aus. Beim Anschließen merkt man dann, dass sie blau beleuchtet ist, standardmäßig mit einem pulsierenden Muster.

 

Daneben fäll noch die stabile Verarbeitung auf, nichts wackelt, nichts knarzt, das Teil kann man in die Hand nehmen, ohne Angst haben zu müssen, irgendwas kaputt zu machen. An der Unterseite befinden sich gut arrangierte und austauschbare Polster, um die gepeinigten Büroschenkel zu schonen. In der Praxis zeigte sich, dass sie nicht nur treffend angeordnet, sondern auch ziemlich bequem sind, auch bei längeren Sessions. Auf Dauer wird’s allerdings etwas warm untenrum, was zumindest bei den jetzigen Temperaturen keinen allzu großen Nachteil darstellt. Im Sommer ist die Kompatibilität mit kurzen Hosen allerdings nicht zwingend gegeben.

 

Software

 

Möchte man die eingangs erwähnte Beleuchtung ändern, empfiehlt es sich, die Software vom Hersteller namens Swarm zu installieren. Ist man im Besitz mehrerer Produkte von Roccat, lassen sich darüber alle Geräte in einem Hub einrichten. Nach der Installation bittet das Programm zunächst um ein Modulupdate für die Tastatur. Mit ein paar Klicks ist das auch installiert, nur um dann zum nächsten Punkt zu führen, dem Firmware-Update. Auch hier bleiben weitere Minuten liegen, bis Swarm einem gestattet, seine Tastatur zu konfigurieren. Aber auch wenn es etwas umständlich wirkt, ist der Download- und Upgrade-Marathon abgeschlossen, läuft die Software stabil.


Abgesehen von Lichteffekten und Helligkeit lassen sich auch Makros einrichten und speichern, was mittlerweile zum guten Ton gehört, wenn die Peripherie mehr als 20€ gekostet hat. Dennoch ein hilfreiches Tool, vor allem weil neben Standardfunktionen auch Makros für bestimmte Spiele über Profile gespeichert werden können. Gerade was Gaming-Makros angeht, bringt die Software eine umfangreiche Bibliothek an vorgefertigten Makros für zeitgenössische Titel wie DotA 2, Battlefield oder Counter-Strike mit. Alles in allem ist die Software eine nette Dreingabe, aber nicht notwendig, um die Tastatur zu betreiben, wird sie doch gleich nach dem Anschließen erkannt.

 

Anschlüsse und Haptik

 

Dem Paket liegt ein 4 Meter langes USB-Kabel bei, dass an einen proprietären Anschluss mit dem Sova verbunden wird. Der Nachteil an diesem Konzept ist ein Kabel, dass quer durch den ganzen Raum führt und dazu einlädt, dass man drüber stolpert. Mit ein bisschen Selbstdisziplin lässt sich das zwar umgehen, eine kabellose Lösung wäre allerdings eleganter gewesen. Dafür bringt das Sova noch zwei USB-Anschlüsse mit, an die weitere Peripherie, wie zum Beispiel eine Maus angeschlossen werden kann. Normale Kabelmäuse aber auch Funkmäuse werden ohne Murren akzeptiert und verrichten gewohnt und ohne merkliche Verzögerung ihren Dienst. Sogar USB-Sticks können mit einer akzeptablen USB-2.0-Geschwindigkeit genutzt werden, für externe Festplatten reicht die Versorgung allerdings nicht aus.

Die eingebaute mechanische Tastatur macht ebenso einen guten Eindruck und überzeugt mit einem angenehmen Druckpunkt, dass das Sova auch abseits des Gaming-Aspekts als eine vollwertige Tastaturlösung qualifiziert. Was zumindest anfangs jedoch negativ auffällt, ist die gewöhnungsbedürftige Tastenanordnung. Enter und Backspace sind nicht am rechten Ende angeordnet, sondern die Navigationstasten, Bild auf, ab Pos1 und Ende. So wird es nicht nur einmal passieren, dass man sich plötzlich ganz woanders im Text oder im Browser wiederfindet, wenn man im Unverstand seine Texte tippt. Hat man das Layout allerdings verinnerlicht, weiß man zu schätzen, dass die Tasten ihre gewohnte Größe haben und nicht wie auf anderen platzsparenden Tastaturen die Pfeiltasten oder Enter verkleinert wurden. So kann das Manko der ungewohnten Anordnung zumindest in Teilen ausgeglichen werden.

 

Rechts der Tastatur befindet sich ein austauschbares Mauspad, dass durch seine leichtläufige Oberfläche überzeugen kann und sich nicht hinter anderen Mauspads verstecken muss. Die Maus fliegt nur so über das Pad und es bietet auch genug Platz für raumgreifendere Manöver. Nur sollte man beim Weglegen des Lapboards Vorsicht walten lassen, da der Nager sonst schnell den Abgang macht. Der Ergonomie geschuldet befinden sich nämlich keinerlei Begrenzungen oder Kanten an der Oberseite des Gerätes, die den freien Fall stoppen könnten. Für kabelgebundene Mäuse bietet das Sova allerdings einen Kabelkanal an der Vorderseite, sodass zumindest die Kabellänge und damit auch der Sturz begrenzt werden können. Auch so ist das eine clevere Idee, um dem Drahtgewirr Einhalt zu gebieten.

 

Bildergalerie von ROCCAT Sova (12 Bilder)

Sova in der Praxis

 

So toll das in der Theorie alles klingen mag, nichts geht über ausgedehnte Zocksessions, um die Qualitäten des Sova zu testen. Und es kann guten Gewissens gesagt werden, dass die Gerätschaft überzeugt. Seien es schnelle Shooter oder auch mal die eine oder andere Moba-Runde, auf dem Sofa rockt (oder versagt) man genauso, wie vor dem gewohnten PC-Monitor. Die Performance in Spielen unterscheidet sich in keinster Weise. Auch Texte lassen sich hervorragend verfassen, was ich nach inzwischen 6000 Zeichen, die dieses Review mittlerweile umfasst, so unterschreiben kann. Ein Vorteil, gerade bei etwas entspannteren Spielen, ist das gediegene Lümmeln auf der bequemen Couch, ohne sich Arme zu verrenken oder Schultern auszukugeln, wenn man die Maus erreichen will. Wenn man tatsächlich meckern will, könnte man anführen, dass eine Ablage für das Smartphone nicht im Lieferumfang enthalten ist. Mickriger Punkt, doch bei dem Preis sicher machbar gewesen, zumal es der Chillung höchst zuträglich gewesen wäre, wenn die Generation InstaTwitterBook ihre mobilen Endgeräte in Sicht- und Griffweite haben, ohne unnötig Kalorien verbrennen zu müssen. Abgesehen davon erhält man mit dem Sova MK ein ausgezeichnetes Produkt, dass sich in der Praxis ohne Weiteres gegen die klassische PC-Peripherie behaupten kann. 


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Anfangs war ich skeptisch, ob auf der Couch anständiges Zocken abseits von Konsole möglich ist. Inzwischen frage ich mich, warum ich mir vor Kurzem einen neuen PC-Monitor gekauft habe. Das Sova ist ein mehr als würdiger Ersatz für die klassische Maus-und-Tastatur-Kombination am Schreibtisch. Sowohl kompetitives Zocken, als auch das Schreiben von Texten, dieses Review ist ausschließlich mit dem Sova auf meinem Sofa (Namensgebung ein Zufall? Ich glaube nicht…) entstanden, gehen prächtig von der Hand. Ein paar kleinere Macken hat es zwar, wie das gewöhnungsbedürftige Tastenlayout oder die langwierige Ersteinrichtung. Doch die Vorteile, wie der angenehme Druckpunkt der Tastatur oder das große und leichtläufige Mauspad überwiegen diese ohne Weiteres. Dass die Schenkel aufgeheizt werden liegt in der Natur der Sache und wird mit jedem anderen gleichartigen Produkt ebenfalls passieren, sodass das hier nicht negativ gewertet wird. Dafür lassen sich hier die Polster, wie auch das Mauspad tauschen, sollte mal ein Malheur geschehen. Einzig die Tastatur ist fest verbaut. Bei dem butterweichen Druckpunkt der mechanischen Schalter und dem angenehmen Schreibgefühl ist ein Tausch aber auch nicht notwendig. Wer das nötige Kleingeld hat, dem sei das Roccat Sova MK wärmstens ans Herz gelegt. Selten war PC Zocken auf der Couch bequemer. Und wer’s braucht, da Sova lässt sich auch mit einer PS4 oder einer Xbox One verbinden.


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positiv negativ
  • Solide Verarbeitung
  • Bequem und leicht
  • Austauschbare Polster und Ablageflächen
  • Angenehmer Druckpunkt
  • Vollwertige Tastatur
  • Großes Mauspad
  • Umfangreiche Software
  • 2 USB Anschlüsse vorhanden
  • Kanal für Mauskabel
  • Beleuchtete Tastatur
  • Beleuchtungsfarbe nicht wechselbar
  • Kabelgebunden
  • Ungewohntes Tastaturlayout
  • Mühsame Ersteinrichtung





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