Romper Stomper

Romper Stomper

Originaltitel: Romper Stomper
Genre: Drama
Regie: Geoffrey Wright
Hauptdarsteller: Russel Crowe • Daniel Pollock
Laufzeit: Ca. 93 Minuten
Label: Capelight Pictures
FSK 18

Romper Stomper   18.12.2012 von Tobi

Jeder Star fängt mal klein an und ist zu seiner Anfangszeit meistens in Rollen zu sehen, die wir von dieser Person nie wieder zu sehen bekommen. So ist das auch z. B. bei Russel Crowe der Fall. 1992 hat er mit dem Film Romper Stomper auf sich aufmerksam gemacht. Das Skindhead-Drama wurde international mehrfach ausgezeichnet, ist aber auch genauso umstritten. Der Film feierte nun seine Premiere auf Blu-ray in Deutschland und ist nach 18 Jahren Indizierung endlich runter vom Index. Somit könnt ihr den Streifen problemlos im Handel erwerben. Ob sich ein Kauf lohnt, zeigt der folgende Artikel.

 

Der Film spielt in Melbourne, Australien. Eine Bande ungebildeter und arbeitsloser Skinheads hängt den ganzen Tag in ihrem Viertel ab. Sie betrinken sich in ihrer Stammkneipe und entladen ihrer Frust und Ausländerhass an einigen asiatischen Einwanderern. Es stinkt ihnen einfach, dass diese Leute in ihr Land kommen und dort leben wollen. Das junge Mädchen Gabe, die aus einem reichen Elternhaus stammt und von ihrem Vater mehrfach vergewaltigt wurde, verirrt sich in das Viertel der Bande und lernt schnell ihren Anführer Hando, gespielt von Russel Crowe, kennen und lieben. In ihrem Zustand ist Gabe leicht beeinflussbar und schnell findet sie Gefallen am Leben der Bande. Bei einer größeren Schlägerei gegen die Asiaten unterliegen die Skinheads, was zum Bruch der Gruppe führt. Einer der Mitglieder wird sogar erschossen und schnell wird klar, dass die Situation außer Kontrolle gerät. Gabe sucht nun Schutz bei Handos besten Freund Davey, der eher schüchtern und einfühlsam ist. Sie verliebt sich in Davey, was Hando natürlich stinkt. Es kommt zum Kampf zwischen besten Freunden.

 

Romper Stomper ist ein Film, der ein Thema zum Inhalt hat, über das die meisten Leute nicht gern sprechen. Es geht um Ausländerhass, dass nicht nur in Deutschland ein größeres Thema ist. Dabei versucht Regisseur Geoffrey Wright nicht zu erklären, woher der ganze Hass der Bande kommt, sondern er erzählt einfach eine Geschichte eine Bande von Skinheads. Viel mehr geht es darum, wie diverse Taten und auch die Liebe zu einer Frau, Einfluss auf das Leben eines Skinheads haben können. Es geht auch darum, wie stark eine Freundschaft innerhalb einer solchen Gruppe sein kann. Ist es wirklich so, dass nichts und niemand eine solche Freundschaft, wie die zwischen Hando und Davey auseinander bringen kann? Dabei besitzt Wright auch das nötige Feingefühl für die Figuren, denn schnell wird dem Zuschauer klar, wer wie tickt und wohin das Ganze laufen wird. Russel Crowe spielt in diesem Zusammenhang unglaublich authentisch und man nimmt ihm seine Rolle wirklich ab. Allein sein Aussehen erzeugt schon ein unbehagliches Gefühl beim Zuschauer.

 

Doch auch die kleinen Nebenrollen sind sehr gut besetzt und wissen ihren Charakteren genug Leben einzuhauchen. Die Machart des Filmes hingegen wird nicht jedermanns Sache sein. Wright folgt keinem bestimmten Stil und filmt eher wild drauf los. Das hat zur Folge, dass der Film zwar authentischer wirkt, aber auch nicht gerade wie eine Großproduktion a la American History X. Das wird für ein Mainstream-Publikum vielleicht zu viel des Guten sein. Untermalt wird dieser wilde Ritt von harten Songs aus dem Milieu, die allein durch ihre krassen Texte auch noch eins oben draufsetzen. Ich selbst muss sagen, dass mir die Machart des Filmes zusagt, aber es ist auch schwer dem Ganzen dann über 90 Minuten zu folgen, da er einfach zu unkonventionell ist. Für mich ist Russel Crowe das Highlight des Filmes, denn schon hier wird klar, dass er es mal nach Hollywood schaffen wird. Dieser Mann lebt seine Figuren und das merkt man als Zuschauer sehr schnell.

 

Bildergalerie von Romper Stomper (13 Bilder)

Die deutsche Blu-ray ist mit einer Freigabe ab 18 Jahren versehen, was absolut verständlich ist. Das Thema ist krass und wird ebenso krass dargestellt. Endlich ist der Film auch nicht mehr indiziert, sodass Ihr in problemlos im Handel erwerben könnt. Das sind wirklich sehr gute Nachrichten. Die Bildqualität ist selten auf einem echten HD-Niveau, aber sie ist trotzdem besser als die DVD. Daher lohnt sich auf jeden Fall der Griff zum HD-Medium, auch wenn man mit Rauschen und Artefakten ab und an leben muss. Der Ton ist in Ordnung, aber die Heimkino-Anlage hat hier natürlich Pause. Das liegt an der Dialoglastigkeit des Filmes. Es empfiehlt sich auch den Film im O-Ton zu schauen, da die deutsche Synchronisation im Vergleich zum Original eher schwach ist. Ein paar interessante Bonusfeatures werten die Disc noch ein wenig auf. Vor allem die Interviews der Darsteller sind hier sehr interessant, da sie sich zum Thema recht offen äußern. Ein Wendecover darf hier natürlich auch nicht fehlen.


Das Fazit von: Tobi

Tobi

Romper Stomper ist der Film, der Russel Crowe zu seinem Durchbruch verholfen hat. Und das auch vollkommen zurecht, denn er spielt seine Rolle wirklich grandios. Es ist einfach nur krass zu sehen, dass es überall auf der Welt Ausländerhass in den verschiedensten Arten und Formen gibt. Viele Leute denken in diesem Zusammenhang immer nur an Deutschland, doch das ist natürlich der einfach Weg. Regisseur Wright bezieht sich in seinem Film zwar auch auf Deutschland, doch er schiebt hier niemandem eine Schuld zu. Er inszenierte seinen Film sehr distanziert und zeigt eben „nur“ eine Geschichte aus dem Milieu. Und das funktioniert in meinem Augen recht gut. Dennoch kann der Streifen durch seine wilde Machart nicht mit größeren Produktionen wie American History X mithalten. Dafür fehlen ihm einfach das nötige Feingefühl und der finale Schliff. Für eine Produktion dieser Art, der sicherlich nur ein geringes Budget zur Verfügung stand, hat es der Film dennoch geschafft, international erfolgreich zu sein. Von daher sollte sich jeder von euch, der Romper Stomper noch nicht kennt, den Film ansehen.


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