Shadow of the Beast

Shadow of the Beast

Publisher: Sony
Entwicklerstudio: Heavy Spectrum Entertainment Labs
Genre: Action
Sub-Genre: 2D-Platformer
Art: Lowprice
Erscheinungsdatum: 17.05.2016
USK 16

Shadow of the Beast   27.05.2016 von VanTom

Der Schatten der Bestie reicht lang. Das ursprüngliche Shadow of the Beast aus dem Jahre 1989 hat nun im Jahr 2016 auf der PS4 ein Remake erlebt. Krytozoologe VanTom hat sich zusammen mit dem Biest auf die Reise durch Karamoon begeben und berichtet von seinen erstaunlichen Funden. Zudem erfahrt Ihr auch, ob das Remake sein Geld wert ist oder ob es besser wieder in Vergessenheit geraten sollte...

 

Es gibt Spiele, welche unterhalten sollen und dann schnell wieder aus dem Gedächtnis verschwinden und es gibt Spiele, welchen einen legendären Ruf genießen. Um ein solches Spiel handelt es sich beim ursprünglichen Shadow of the Biest aus dem Jahre 1989 für den Amiga. Für die Jüngeren unter Euch, der Amiga von Commodore war ein Homecomputer, welcher der Spieler mit Floppy-Disketten füttern musste (je mehr desto besser) und welcher für seine Zeit eine beeindruckende Grafik und Sound ermöglichte. In dieser Zeit kam also Shadow of the Biest heraus und erzuegt heute noch ein Lächeln bei den Leuten, welche es gespielt haben. Der Grund dafür war die, für diese Zeit bombastische, Grafik mit den weichen Parallax-Scrolling und der geniale Soundtrack. Auch das Design und der Hintergrund waren interessant. Wir spielten damals ein Monster und mussten andere Monster verhauen, Fallen ausweichen und einfach überleben. Dies hört sich einfacher an als es tatsächlich war, denn das Spiel war schwer und hatte auch spielerisch mit der einen oder anderen Schwäche zu kämpfen. Beispielsweise war die Kollisionsabfrage schon recht ungenau, sodass der Spieler auch mal Glück haben musste um einen Gegner zu treffen. Alle Schwächen wurden aber von der Präsentation zur Seite gewischt. Von der genialen Box mit dem fremdartigen Cover bis zum genialen Soundtrack war das Spiel eine herausfordernde Erfahrung.

 

Nun ist das Amiga-Zeitalter schon ein paar Jährchen vorbei und der Entwickler Heavy Spectrum Entertainment Labs hat zusammen mit Sony ein Remake des Klassikers für die PS4 herausgebracht. Der Spieler startet als das Biest und findet sich direkt nach Spielbeginn in einer misslichen Lage. Zwar befindet er sich auf einer satten grünen Wiese, aber ein Magier hält ihn an einem magischen Band gefesselt und zwingt die Bestie sogar weiterzugehen. So kommt es schnell zum ersten Feindkontakt mit den einheimischen Bewohnern dieser Graslandschaft. Es handelt sich um weibliche Ritter in Plattenrüstung, welche dem Biest mit Schwert und Bogen ans Leder gehen wollen. Dabei sind einige Gegner in der 2D-Ansicht einzeln unterwegs, viel häufiger gerät das Biest aber in einem abgesperrten Kampfbereich in den von links und rechts Feinde auf die Kreatur einstürmen. Diesen Bereich kann das Biest erst verlassen, wenn kein Gegner mehr steht. In einem solchen Kampf steuert der Spieler welchen Gegner das Biest mit welcher Attacke angreift. Dabei gibt es einfache Angriffe, aber auch die Möglichkeit zu blocken, zu kontern oder den Feind zu betäuben. Damit aber nicht genug, bei unserem Biest handelt es sich auch um eine Kreatur, welche Blut aufnehmen kann. Mit einem entsprechenden Blutlevel können Sonderangriffe durchgeführt werden, welche die Lebensenergie der Bestie zum Teil wiederherstellt, oder aber zu besonders vielen Punkten führen können. Hat die Bestie eine volle Blutleiste, so kann sie einen zusätzlichen Wut- (oder besser Blut-) rauschangriff starten. Hierbei müssen zu richtigen Zeit die richtigen Tasten gedrückt werden um Gegner möglichst schnell niederstrecken zu können. Nach jedem Kampf bekommt der Spieler eine Bewertung angezeigt, wie gut er gekämpft hat. Dabei ist ausschlaggebend, dass das Biest möglichst selten getroffen wurde. So kämpft der Spieler sich durch Gegnerhorden und versucht die richtige Taktik zu den entsprechenden Gegner herauszufinden. Am Ende eines jeden Levels wartet ein Hauptgegner auf das Biest und will eine Herausforderung sein. Wenn wir diesen Gegner besiegen, so wird das Levelergebnis dargestellt und wir bekommen noch einmal gezeigt was wir freigeschaltet haben und wie viele Punkte (und damit auch Mana) wir dafür erhalten. Das Mana können wir nutzen um Fähigkeiten der Bestie zu kaufen oder zu verbessern.

 

Es kann sich immer lohnen sich in den oft verzweigten Level umzusehen. Dabei können wir Kugeln finden, welche uns nach Abschluss des Levels einen weiteren Happen der Hintergrundgeschichte erzählen. Diese kurze Erzählungen werden dem Spieler aus einem Buch vorgelesen (wird mit deutschen Untertitel angezeigt) und versorgt uns mit interessanten Details zur Geschichte und Spielwelt. Diese lässt sich mit einer Mischung aus Fantasy und Science Fiction-Elementen beschreiben. So gibt es archaische Waffen, aber auch Jetpack- und Teleportertechnologien. Es lassen sich aber auch Siegel in den Spielabschnitten finden, welche dem Spieler jeweils Zugriff auf einem Talisman gewährt. Diese Talismane gewähren nach dem Kauf mit Mana besondere Boni, wie zum Beispiel, dass das Biest Blut regeneriert, wenn es sich nicht im Kampf befindet. Die Auswahl der mitgeführten Talismane erfolgt bei Start eines Levels und kann anschließend für den Level auch nicht mehr verändert werden. Auch diese Talismane müssen nach dem Finden noch durch Mana freigeschaltet werden. Mit diesem System soll ein Anreiz geschaffen werden, dass die einzelnen Level doch mehrmals gespielt werden sollen. Zu den Kämpfen gesellen sich Geschicklichkeits- und kleinere Rätselpassagen.

 

Kommt die Bestie einmal ums Leben, so gibt es verschiedene Möglichkeiten. Der Spieler kann den ganzen Level noch einmal neu starten (eher ungern je nach Fortschritt), eine unschuldige Seele verbrauchen oder ein Elixier zu sich nehmen. Je nachdem, welches der Enden der Spieler erreichen will, sollte er die Nutzung von unschuldigen Seelen vermeiden. Hat die Bestie, die verschiedenen Level durchschritten, so gibt es tatsächlich bis zu sechs Enden, welche von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst werden können, beispielsweise indem keine unschuldigen Seelen zur Wiederbelebung verwendet werden.

 

Grafisch weiß das Spiel durchaus zu überzeugen, wenn es aber auch meilenweit davon entfernt ist, eine technische Revolution, wie es der Ahnherr zur seiner Zeit war, in der Jetztzeit zu sein. Die Grafik bietet interessante Landschaften und Levels und teils sehr schöne und beeindruckende Kamerafahrten. Manchmal ist der Blickwinkel aber auch nicht geschickt gewählt, sodass gemischte Gefühle aufkommen. Auch der Soundtrack ist ganz ordentlich, aber reicht auch nicht an das Original heran, wenn auch immer wieder bekannte Töne in den neuen Titeln erklingen.

 

Bildergalerie von Shadow of the Beast (17 Bilder)

 

Von der Spielzeit ist das Spiel eher kurz und bildet mehr oder minder auch die Level des Originals im Ansatz nach. Um den Spieler länger am Spielen zu halten, wird versucht mit verschiedenen Errungenschaften und Verbesserungen der Spielfigur, den Spieler zu einem erneuten Spielen der Level zu motivieren. Dazu gibt es drei verschiedene Schwierigkeitsgrade, nämlich Anfänger, Normal und Bestie. Natürlich erhält der Spieler mehr Mana in den höheren Level. Das Kampfsystem macht einen durchaus durchdachten Eindruck, muss aber mit den Schattenseiten des Spiels kämpfen. Die Steuerung reagiert oft sehr träge, sodass oft Gegner von vorne oder hinten auf das Biest einprügeln, während eigentlich ein Angriff erfolgen soll. Gleiches gilt auch allgemein für die Steuerung bei den Geschicklichkeitseinlagen. Als Spieler hat man einfach das Gefühl, dass das Spielgefühl viel besser wäre, wenn die Steuerung exakt reagiert. Somit krankt aber auch die Neuauflage an den Schwächen des Originals, allerdings eben ohne Maßstäbe in den Bereichen Grafik und Sound zu setzen. Ob dies allerdings Absicht war, ist hier schwer zu bewerten. Wirklich genial ist aber das Design der Gegner, Wesen und der Umgebung. So wurden sogar mechanische Monster eingebaut, welcher auf dem Originalcover von 1989 zu sehen waren. Die Darstellung der fremdartigen Umgebung dazustellen, gelingt dem Spiel sehr gut und viele Elemente zeigen auch, dass die Entwickler sich mit dem Original beschäftigt haben, so findet der Spieler später eine Schusswaffe oder ist mit dem Jetpack unterwegs. Interessant wirkt auch, dass wir andere Charakter nicht verstehen und entsprechende „Sprachpakete“ erst mit Mana kaufen müssen. Ansonsten sieht der Spieler nur komische Zeichen ohne Sinn. So erlebt er natürlich nur die halbe Geschichte.

 

Sehr schön ist auch, dass der Originalspiel mit Mana gekauft und in einer Emulation gespielt werden kann. So kann der Spieler sich hier ein eigenes Bild vom Originalspiel machen. Sehr witzig ist ebenso, dass er einen Cheatmodus für das Originalspiel freischalten kann. Dieser Cheat erlaubt unendliche Leben und war für viele Spieler damals die einzige Möglichkeit das ganze Spiel zu sehen. Auch kann der Spieler den Soundtrack und weitere Hintergrundinformationen, sowie Artwork mittels Mana freischalten.

 

Das Spiel ist auch ins Playstation Network integriert, was einen Vergleich der Punkte von anderen Spielern erlaubt. Der Spieler kann aber auch Todesorte von anderen Spielern finden und mit diesen interagieren. So hat er die Wahl in dem Menü, welches Schattenreich heißt, den anderen Spieler zu beschenken, zu verschlingen oder gar nichts zu tun. Wählt der Spieler hier beschenken, so erhält der andere Spieler ein Elexier, welches eine Wiederbelebung ohne unschuldige Seele erlaubt. Wählt er hingegen das Verschlingen, so kann er nach einem Minispiel die Möglichkeiten erhalten, in einem Kampf kurzzeitig zwei Schatten-Biester auf seine Gegner zu hetzen.


Das Fazit von: VanTom

VanTom

Die Neuauflage von Shadow of the Beast macht es dem Spieler nicht leicht. Einerseits ist es sehr interessant nicht als strahlender Held durch die Weiten von Karamoon zu reisen und zu prügeln, zum anderen sind diese Weiten aber sehr kurz und das Spiel nicht sehr umfangreich. Anders sieht es natürlich aus, wenn der Spieler alle Siege erringen und alle Punkte erreichen will. Hier steckt schon Potential drin, wenn die träge Steuerung dem Spieler keinen Strich durch die Rechnung macht. Alles in allem macht das Spiel den Eindruck, dass durchaus mehr drin gewesen wäre, denn interessante Ansätze und eine spannende Umgebung samt Design sind ja da. Sehr schön finde ich das Geschenk an die Fans, dass das Originalspiel samt Soundtrack enthalten ist. Hier werden bei Fans der ersten Stunde (in einem gesetzten Alter) sicherlich nostalgische Gefühle wach. Insgesamt weckt das Spiel gemischte Gefühle in mir. Es macht Spaß die einzelnen Level zu erforschen, aber manche Kämpfe sind dabei sehr frustrierend und schwanken auch teilweise sehr im Schwierigkeitsgrad. Für Fans kann das Spiel durchaus empfohlen werden, andere Spieler sollten einfach einen Blick riskieren.


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positiv negativ
  • Neuauflage eines Amige-Klassikers
  • Schicke Grafiken und Sounds mit klassischen Tönen
  • Umfangreiches Kampfsystem
  • Viele Möglichkeiten der Anpassung durch Freischalten
  • Amiga-Klassiker als Emulation enthalten
  • Träge Steuerung
  • Manche frustrierende Kämpfe und Geschicklichkeitspassagen
  • Sehr geringer Umfang
  • Schwache Bosskämpfe
  • Lange Ladezeiten





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