Shaun das Schaf - Raserei

Shaun das Schaf - Raserei

Originaltitel: Shaun the Sheep - The big Case
Genre: Animation
Regie: Christopher Sadler
Hauptdarsteller: -
Laufzeit: Etwa 56 Minuten
Label: Concorde Home Entertainment
FSK 0

Shaun das Schaf - Raserei   11.11.2010 von Diaboli

An alle Schwarzseher die sagen, im Fernsehen läuft nur Schrott, die Jugend verrottet und es geht überhaupt alles den Bach runter: Schaltet am Sonntagvormittag mal die "Sendung mit der Maus" ein und wartet, bis Shaun das Schaf die Bühne betritt: Denn dann seht ihr ihn, den Hoffnungsschimmer für unsere heranwachsende Zunft. Selten hat eine Kindersendung so viel Laune gemacht. Doch lest selbst, warum das so ist.....

 

Scheinbar ist alles friedlich auf dem kleinen Bauernhof irgendwo im englischen Hinterland. Doch es regt sich etwas, und zwar eine Menge Schabernack. Denn sobald der Bauer seine bebrillten Augen abwendet, kommt Leben in die sonst so träge Schafherde rund um den titelgebenden Shaun. Das kleine gewitzte Schaf hat allerlei Unsinn im Kopf, dem er auch meist freien Lauf lässt. Manchmal ist er aber auch unschuldig und versucht mit bestem Wissen und Gewissen, wieder Ruhe in die Situation zu bringen, bevor der Bauer etwas bemerkt. Für den Zuschauer bedeutet das vor allem eins: Eine ganze Menge Spass. Nicht nur die pfiffigen Knetfiguren bringen einen schon allein mit ihren süssen Glubschaugen zum Schmunzeln, es ist vor allem die Ideenvielfalt und die Präsentation der ineinander abgeschlossenen Geschichten, die ein jedes noch so harte Herz in Sekunden zum Schmelzen bringen können.

 

In der ersten Folge "Raserei" hat sich der Bauer ein neues Quad geleistet, das Bitzer, der Schäferhund, bewachen soll. Doch als ein kleines Babyschaf in einem unbeobachteten Moment reinklettert und Vollgas gibt, ist der ganze Bauernhof in helle Aufregung versetzt und versucht, mit Traktoren und einem Cabrio beide heil nach Hause zu bringen... Auch in "Partylöwen" gibt es Einiges zu beschmunzeln, denn Bitzer hat vergessen, die Einladungen für die Party des Bauers zu verteilen. Nun ist guter Rat teuer, und so müssen sich die Hoftiere verkleiden, um als Partygäste durchzugehen... Und in der Episode "Das ungeheuer aus dem Teich" holt Bitzer einen Ball aus dem Schlammloch und nachdem er völlig verdreckt wieder rauskommt, ist natürlich die Hölle los. Es glauben alle, das Monster sei unterwegs....

 

Die Aardman Animation Studios haben schon vor einigen Jahren mit "Wallace& Gromit" bewiesen, dass sie es wie kein zweites (mit Ausnahme der Pixar Studios) verstehen, Unterhaltung zwar kinderfreundlich zu präsentieren, aber dabei die Eltern, die ja ebenso zusehen, nicht zu vergessen und eben diese auch in "ihre" Welt einzuladen. Denn es gibt für die Kleinen viel zu lachen und zu bestaunen. Außerdem haben die Eltern ihre Freude daran, wenn drei Schweine in einem Cabrio versuchen, ein wildgewordenes Babyschaf mit Benzin im Blut einzufangen. Dialoge gibt es in den etwa 8 Minuten langen Folgen nicht, und sie sind auch nicht nötig. Denn alleine Gestik, Mimik und vereinzelte Grunz- oder Stöhngeräusche lassen die Zeit beim Zuschauen wie im Flug vergehen. Die bombastische Situationskomik unterhält die großen fast noch mehr als die kleinsten Zuschauer unter uns. Technisch lassen sich Shaun und seine Bande nicht auf den Heuballen spucken, denn das Bild ist klar, sauber und farbenfroh. Der Ton ist, bedingt durch die Präsentation, zurückhaltend, aber vollkommen ausreichend abgemischt. Und für den Fall, dass die 8 Folgen mit ihrer knappen Stunde Laufzeit zu schnell vergehen, wurde noch ein Memory-Spiel auf die Scheibe gepresst, mit dem sich die Kinder noch beschäftigen können. Der niedrige Preis fegt dann noch die kleinsten Bedenken vom Hof.



Cover & Bilder © www.sofahelden.de


Das Fazit von: Diaboli

Diaboli

Mit "Shaun, das Schaf" haben die klugen Köpfe bei Aardman Animation den richtigen Riecher gehabt. Die niedlichen Tiere, gepaart mit einer niedrigen Episodenlaufzeit von 6-8 Minuten, sowie das Fehlen von Dialogen macht diese Sendung auch für sehr kleine Zuseher empfehlenswert. Die größeren unter uns werden von den netten Details am Rande, den pfiffigen Ideen und, am allerwichtigsten, dem ruhigen und kinderfreundlichen Treiben auf dem Bildschirm angesprochen: Keine hektischen Schnitte, kein Geschrei, keine irre Musik. - einfach kindgerechte Unterhaltung. Die Kleinen fühlen sich wohl, die Eltern können sorglos danebensitzen und in der Vergangenheit schwelgen, als Programme wie "Michel aus Lönneberga" und "Nils Holgerson" aus dem heimischen Wohnzimmer kaum wegzudenken waren. "Shaun, das Schaf" geht somit einen kleinen Schritt zurück in der Zeit, aber einen großen Schritt nach vorne in Sachen "Familien-TV". Technisch einwandfrei kann hier eine volle Empfehlung ausgesprochen werden!


Die letzten Artikel des Redakteurs:




Kommentare[X]

[X] schließen