Skrupellose Römer

Skrupellose Römer

Publisher: Koch Media
Genre: Partyspiel
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 12.06.2009
USK 6

Skrupellose Römer   14.07.2009 von Panikmike

Schon wieder eine Minispielsammlung. Dieses Mal allerdings im Zeichen der Römer. Bis zu vier Spieler können in kleinen Partygames gegeneinander antreten. Ob jedoch das Spiel gut ist oder eher skrupellos dämlich, das erfahrt ihr mit diesem Mausklick…

Ein schönes Intro erzählt mir eine Geschichte über die Römer. Es geht um den Herrscher Luzius Gladius, der sich nach einem Unfall verkriecht. Er fühlt sich in seinem Versteck sicher, jedoch ist er nicht alleine. Er hat es einem Kind zu verdanken, dass er vom Feind nicht entdeckt wird und sie somit den Kampf gewinnen. Luzius nimmt das Kind mit nach Rom und hält es als seinen Sklaven. Er hat ihm Glück gebracht, also nennt er ihn auch „Glückskind“. Die Jahre vergehen und Luzius eröffnet aus Langeweile eine Gladiatoren-Schule. Rassimus das „Glückskind“ soll natürlich auch ein Gladiator werden, er hat ja keine Wahl. Allerdings hat dieser andere Pläne, er will auch kämpfen, aber um der Freiheit Willen.

Nach dem Intro geht es dann auch direkt los. Man steuert den Kleinen durch die Stadt. Leider geht das Ganze nicht per Nunchuk, sondern man muss ihn mit dem Steuerkreuz der Fernbedienung bewegen. Grüne Leuchtstreifen am Boden zeigen mir, wo ich hingehen muss. Wenn ich im Spiel ein Ballonsymbol über einer Person sehe, so kann ich mit dieser sprechen. Erspähe ich ein Zahnradsymbol, so kann ich dort speziell agieren. Ein Würfelspiel zeigt mir ein Minigame an und eine Prüfung kann ich durch ein Schriftrollensymbol sehen. Aber das ist noch nicht alles: Eine Puppe zeigt mir ein Minigame an, mit dem ich mich ausbilden kann. Zu guter Letzt bleibt noch ein Kolosseumsymbol, mit dem ich einen Zweikampf bestreiten kann. So laufe ich durch Rom, spreche mit Leuten und absolviere meine Quests und Minigames. Ich muss verschiedene Aufgaben lösen, um dann im Kolosseum gegen einen Galdiator zu kämpfen. Mein Ziel ist es, durch alle acht Abschnitte des Spiels zu gelangen.

Die Minispiele sind abwechslungsreich und machen im Grunde Spaß. Mein erstes ist wie folgt: Ich habe einen Gegner aus Stroh vor mir und muss ihn treffen. Jedoch zeigt mir meine Wii an, wo ich den Gegner attackieren muss. Das Feld leuchtet auf und ich bekomme Punkte, wenn ich richtig treffe. Alles ist sehr unkompliziert und einfach, irgendwie zu einfach für mich! Meine zweite Aufgabe ist eine Art Quizz. Ohje, ich dachte mir schon, so einfach wie beim ersten Spiel kann es nicht bleiben. Generell möchte das Spiel nicht nur ein Spiel sein, sondern auch in die Kategorie „Lernen“ fallen. Das ist ehrlich gesagt auch gelungen, wenn man dazu bereit ist. Wenn ich das Spiel einfach nur spielen will, um mich abzureagieren und Spaß zu haben, so ist ein Quizz komplett fehl am Platz. Aber OK, ich teste es mal und schaue, was ich weiss. Der Vorteil ist, dass ich mich vorher im Raum umsehen kann, um mein Wissen mit den vorhandenen Büchern aufzufrischen. Im Quizz hat man immer vier Antworten zur Auswahl und ca. 15 Sekunden Zeit zum antworten. Gibt man die richtige Antwort, so gibt es 5 Punkte, wählt man die falsche, werden gleich mal wieder 3 abgezogen. Die Fragen haben es echt in sich, selten kommt eine Frage, die man einfach mal schnell aus dem Geschichtsunterreicht kennt. Hier mal ein Beispiel: Wobei sah Kaiser Nero seinem „Vielfrass“ am liebsten zu? Ihr habt die Auswahl zwischen: Beim Nägelkauen, beim Schlangen töten, beim Menschen fressen, beim Kartoffelschälen. Die richtige Antwort ist nicht schwer zu erraten, natürlich beim Menschen fressen. Aber würdet ihr hier auf die richtige Antwort kommen? Kaiser Honorius hatte ein Haustier namens „Rom“. Was war das für ein Tier? Hier die vier Möglichkeiten: Ein Stier, ein Schaf, ein Elefant oder ein Huhn. Die richtige Antwort wäre das Huhn gewesen. Ein großer Vorteil ist allerdings, wenn man die Runde nicht auf Anhieb schafft, einige der Fragen wiederholen sich und man hat dann zumindest die richtige Antwort parat, falls man vorher nicht geschlafen hat.

Leider sind die Minispiele sind in der Regel sehr einfach gestrickt und hin und wieder wirklich ohne Niveau. Man könnte denken, man hat hier zum Teil Azubis programmieren lassen. Die meisten sind total einfach und machen nach dem ersten Mal spielen schon keinen Spaß mehr. Hier sollten sich die Entwickler mal ein paar gute Spiele ansehen und lieber welche nachbauen, als selbst schlechte zu entwickeln. Auch wenn das Spiel eher für Kinder ausgelegt ist, so bezweifle ich, dass es den Kiddys umso viel mehr Spaß macht, als der erwachsenen Fraktion!

Hat man dann die Herausforderungen geschafft, so geht es in das Kolosseum. Hier gibt es dann einen Gladiatorenkampf. Diese sind sehr witzig gemacht und um einiges besser als die ganzen Minispiele. Hier hat man drei verschiedene Kampfstile zur Auswahl. Beim ersten muss man verschiedene Knöpfe drücken, um zu punkten. Beim zweiten muss man die Fernbedienung in verschiedene Richtungen schwingen und beim dritten das vorgegebene Objekt ausmalen. Natürlich geht alles gegen die Zeit, der Gegner schläft nicht. Hat man dann eine Runde gewonnen, so zieht man dem Kontrahenten Lebensenergie ab. Wiederholt man das Ganze, so hat er keine Lebensenergie mehr und man hat den Kampf gewonnen. Wichtig ist, je nach dem wie viel Unterschied pro Spielchen man zum Gegner hat, desto mehr Energie wird abgezogen!

Natürlich kann man, wenn man alleine keine Lust hat, mit mehreren Sklaven spielen. Man kann aus insgesamt 31 Minispielchen wählen, die man bis zu vier Spieler gegeneinander spielen kann. Generell macht es schon Laune, jedoch sind die Spiele, wie oben erwähnt, zum Teil unglaublich dämlich und machen keinen Spaß.

Die Grafik ist im Comicstil gehalten, ist aber generell mehr schlecht als recht. Der Charme des Spiels wurde dem Anschein nach total nach hinten gestellt. Man hätte ein wenig mehr Zeit investieren müssen, um dort mehr rauszuholen. Der Sound geht in Ordnung, allerdings fehlt hier die nötige Abwechslung. Die Effekte passen zum Spielgeschehen und sind noch das Beste, was das Spiel zu bieten hat. Was gar nicht geht sind die Spracheffekte. Die Personen sprechen zwar, aber mehr als „Blaaa blaaa blaaa“ kommt nicht aus den Boxen. Entweder ich mache eine richtige Sprachausgabe oder ich lasse es lieber ganz. Das Blabla hier im Spiel nervt unglaublich. Mich würde mal interessieren, wem sowas eingefallen ist. Bei mir würde das Spiel deswegen durch die Qualitätssicherung fallen!


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Ich hatte mir ehrlich gesagt mehr erwartet. Da es auf der Wii schon total viele Minispielsammlungen gibt, müssen sich die Entwickler schon was einfallen lassen, um im der Oberliga mitzuspielen. Jedoch fehlen hier die Muse und anscheinend auch das Know-How. Die Spielchen sind meistens lieblos, die Grafik ist nichts Besonderes und der richtige Spielspaß ist hier auch nicht zu finden. Auch wenn man von dem Aspekt ausgeht, Kinder können hier noch einiges über das Reich der Römer lernen, so empfehle ich an dieser Stelle, lieber ein Buch zu lesen. Schade dass so ein Spiel überhaupt erscheint, man sollte mehr Betatester einführen und dann auch auf diese hören.


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