Spuren

Spuren

Originaltitel: Tracks
Genre: Drama
Regie: John Curran
Hauptdarsteller: Mia Wasikowska
Laufzeit: BD (103 Min)
Label: Ascot Elite
FSK 6

Spuren   14.11.2014 von Assimilator

Im Film Spuren zeigt uns Ascot Elite die unglaubliche, aber wahre Geschichte von Robyn Davidson, welche 1975 quer durch Australien wanderte. Ob sich die Reise lohnt, sagen wir Euch in unserem Review ...
 

“Sehr geehrter Mr. Fischer, ich plane durch die Australische Wüste zu wandern, von Alice Springs bis zum Indischen Ozean, eine Strecke von 3200 Kilometern.” Mit diesen Worten beginnt die junge Robyn Davidson (Mia Wasikowska) einen Brief an National Geographic zu schreiben. Sie bittet um Unterstützung für Ihr Unterfangen, durch die Australische Wüste zu wandern. Vor allem ist sie auf der Suche nach der Einsamkeit, so wie bereits ihr Großvater vor ihr die Sahara durchwanderte, und später einfach verschwand. Zum Tragen von Gepäck, Wasser und Nahrung will sie drei Kamele mitnehmen. So beginnt die Reise in Alice Springs, wo Robyn sich auf die Suche nach Kamelen macht. Sie versucht sich diese zu verdienen, in dem sie bei einigen Kamelzüchtern aushilft. Dies vermittelt ihr auch gleichzeitig ein Wissen über Kamele, welches sie für ihre spätere Reise braucht.
 
Zusätzlich benötigt Robyn Geld, weshalb sie sich nach einem Tipp ihrer Freundin an National Geographic wendet. Mit ihrer verrückten Idee erhält sie tatsächlich die Unterstützung, jedoch schickt man ihr auch den Fotografen Rick Smolan (Adam Driver), welcher die Reise dokumentieren soll. Mit diesem vereinbart Robyn einige Treffpunkte, an welchen Fotos geschossen werden sollen, da Rick sie nicht ständig begleitet. So beginnt Robyn ihre Suche nach Einsamkeit und Stille zusammen mit ihren vier Kamelen (eine Kamelstute war schwanger) und ihrem Hund Diggity ...
 
Wird Robyn die strapazöse Reise mit ihren Begleitern überstehen und ihr Ziel erreichen?
 
Spuren ist ein Film der Großes vor hat. Regisseur John Curran zeigt uns nicht nur einfach die Landschaft von Australien, es gelingt ihm sogar, den speziellen Charakter des Landes einzufangen. Hierbei werden sowohl Respekt für die Ureinwohner als auch Abscheu für die touristische Vermarktung nicht ausgelassen. So versucht Robyn mit ihren Kamelen beim berüchtigten Ayers Rock halt zu machen. Kurz vor dem Eingang zum Nationalpark wird sie von einem Park Ranger gestoppt, welchen von Touristen in Autos Geld kassiert. Sie dürfe das Land nicht mit Kamelen betreten, weil es heiliges Land sein. Dieser und weitere Seitenhiebe kommen immer wieder vor und zeigen so, wie das Land durch Massentourismus seinen Charme verliert. Auf der anderen Seite ist Robyn, welche mit ihren Kamelen auf dem Weg diverse Probleme handhaben muss. 
 

Bildergalerie von Spuren (11 Bilder)

Zu Beginn der Reise sagt Robyn, dass sie auf der Suche nach Einsamkeit und sich selbst ist, jedoch wird dies eher schlecht als recht übermittelt. Dies liegt nicht zuletzt an den nicht besonders guten schauspielerischen Fähigkeiten von Mia Wasikowska. Sie schafft es leider nicht, der Figur Robyn Leben einzuhauchen. So hat sie fast immer den gleichen Gesichtsausdruck, egal ob sie glücklich, einsam oder verzweifelt ist. Hinzu kommen Kleinigkeiten, wie zum Beispiel, dass Robyns Haare während ihrer Reise nicht wachsen und sich ihr Körper generell nicht verändert. Was Tom Hanks in Cast Away so überzeugen lies, fehlt in Spuren leider komplett. So fällt es schwer, eine Bindung zu Robyn aufzubauen, und wenn sie sich später selbst die Einsamkeit eingesteht, interessiert dies den Zuschauer nur bedingt. 
 
All dies passiert vor tollen Hintergründen. Es wechseln sich sandige Wüsten mit Steppe ab und zumindest hier merkt man, dass die Reise schier endlos ist. Unterstützt wird dies durch wunderbar stimmungsvolle Musik, welche perfekt zur jeweiligen Situation passen. So transportiert die Blu-ray des Films die Weiten des australischen Outbacks auf dem heimischen Fernseher. Die Bilder sind schön, die Musik und Sprache kommt klar aus den Boxen. Aufgrund der Stille der Wüste ist vom Surround-Sound nicht viel zu hören, jedoch ist dies so stimmig wie es ist. Die Sprachqualität ist sehr gut, klangtechnisch gibt es kaum einen Unterschied zwischen der deutschen Version und dem englischen Original. Als Extras kommen neben Standards wie ein Making-Of und die Trailershow auch einige Featurettes (welche sich als längere Trailer entpuppen) und eine interaktive Karte der Reise zum Tragen. Damit kann sich die Blu-ray durchaus sehen lassen!

Das Fazit von: Assimilator

Assimilator

Nachdem ich den Trailer sah, war mir sofort klar, dass ich den Film sehen möchte. Leider wurde ich ein wenig enttäuscht. Die Landschaft Australiens ist wunderschön anzusehen, jedoch kann Mia Wasikowska als Schauspielerin nicht überzeugen. So sehe ich eine weibliche Hauptfigur, welche nicht vermitteln kann, was sie eigentlich in der Wüste sucht und später, ob sie es gefunden hat. Einzig in einer Szene relativ spät im Film merkte man plötzlich, dass Mia Wasikowska schaupielern kann. Hinzu kommen immer wieder Rückblenden in die Kindheit von Robyn, welche nicht erklären, welchem Zweck sie dienen. So entpuppen sich jedoch Diggitiy und die Kamele als Stars des Films, es macht Spaß ihnen zuzuschauen, wie sie durch die Wüste wandern. Tom Hanks und Robert Zemeckis haben mit Cast Away gezeigt, wie man Einsamkeit, Verzweiflung und Hoffnung darstellen kann. Hätten sich John Curran und Mia Wasikowska hier etwas abgeguckt, wäre durchaus mehr möglich gewesen. So reicht es jedoch grade so für 7 von 10 Punkten.


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