Spyro Reignited Trilogy

Spyro Reignited Trilogy

Publisher: Activision
Entwicklerstudio: Toys For Bob
Genre: Adventure
Sub-Genre: Platformer
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 03.09.2019
USK 6

Spyro Reignited Trilogy   10.09.2019 von LorD Avenger

Insomniac Games präsentierte Spyro the Dragon 1998 auf der ersten PlayStation-Konsole, gefolgt von zwei Nachfolgern in Jahresabständen. Aus der Feder anderer Entwickler erschienen über die Jahre hinweg noch zahlreiche Spin-Offs und andere Spiele mit dem Drachen, u.a. Crossover mit Crash Bandicoot. Die Reignited Trilogy belebt die ursprünglichen drei Games signifikant aufgehübscht neu für alle gängigen Konsolen...

 

Inhalt

 

Der junge Drache Spyro lebt mit seinen Artgenossen im Drachenkönigreich als einer von ihnen in einem Fernseh-Interview über den verbannten Schurken Gnasty Gnorc herzieht. Erbost über diese Unverschämtheit verliert Gnorc die Beherrschung und schickt einen gewaltigen magischen Angriff ins Königreich, der sämtliche Drachen in reglose Statuen verwandelt - mit Ausnahme von Spyro, dem die Aufgabe zuteil wird seine Artgenossen zu befreien und Gnasty Gnorc zu besiegen.

 

Im zweiten Teil der Trilogie haben Spyro und sein fliegender Begleiter Sparx die Schnauze gehörig voll vom ewigen Regen in ihrer Heimat und beschließen eins der magischen Portale zu nutzen, um einen Strandurlaub zu machen. Parallel dazu in einer anderen Welt versuchen sich die Bewohner von Avalar allerdings gegen den plötzlich aufgetauchten Schurken Ripto und seine gefährlichen Handlanger zur Wehr zu setzen, wofür ein Drache vonnöten ist. Mit einer Erfindung des Professors wird Spyro abgefangen und landet in Avalar, wo er zwar zunächst nicht ernst genommen wird, sich aber schnell im Kampf gegen das Böse beweisen kann.

 

Den Abschluss der Trilogie bildet Year of the Dragon. Das alle zwölf Jahre vorkommende Jahr des Drachen ist ein großes Ereignis im Königreich, denn nur zu dieser Zeit erscheinen dort neue Dracheneier. Während die Drachen allerdings erschöpft von der Feier im Tiefschlaf liegen, schickt eine böse Zauberin vom anderen Ende der Welt ihre Auszubildende Bianca und ihre Handlanger ins Königreich, um die Eier zu stehlen. Sie will die mit den Drachen verbundene Magie in ihrem Land wiederherstellen und dafür ist ihr jedes Mittel recht. Da die Löcher, durch die die Diebe entkommen sind, zu groß für einen ausgewachsenen Drachen sind, muss Spyro die Verfolgung aufnehmen und lernt in der unbekannten Welt schnell neue Verbündete kennen.

 

Gameplay

 

Direkt aus der Hochzeit der 3D-Jump 'n Runs entstammend ist Spyro im Genre bestens bekannt - nicht umsonst war er zu PlayStation 1-Zeiten auch das Zugpferd Sonys für ein jüngeres Publikum, das damals noch heißer auf den Nintendo 64 war. Es ist erst drei Jahre her, seit ich das originale Spyro the Dragon auf der PlayStation 1 erneut durchgespielt und für ziemlich gut gealtert befunden habe - und mit dem frisch für Nintendo Switch erschienenen Remake in Händen kann ich zumindest spielerisch sagen: Alles ist beim Alten geblieben!

 

Spyro besticht durch eine sehr übersichtliche, dadurch aber auch angenehm simple Fähigkeitenliste und Steuerung. Er kann Feuer speien, in einen Sprint umschalten und so mit seinen Hörnern angreifen sowie anstelle eines physikalisch unmöglichen Doppelsprungs mithilfe seiner Flügel gleiten. Und mit diesen drei sehr intuitiv von der Hand gehenden Funktionen kann man das gesamte Spiel auf äußerst unterhaltsamer Weise bewältigen. Natürlich können die Nachfolger das nicht einfach auf sich sitzen lassen und müssen dahingehend unbedingt nachlegen, weshalb Spyro auf einmal nicht mehr vom Wasser verletzt wird, sondern sogar darin tauchen kann, er kann jetzt Leitern erklimmen und mit einer Arschbombe besonders massive Metallvasen zerstören. Auch Lavaklumpen und andere Geschosse kann er mit dem Mund aufnehmen und gezielt abfeuern. Ganz ausgefallen und vielleicht auch ein wenig albern wird es dann auf jeden Fall im letzten Teil der Trilogie, wo Spyro nicht nur Skateboard fahren kann, sondern für einige Level auch die Plätze mit anderen Charakteren tauscht - z.B. einem Känguru, das besonders hoch springen kann oder einem Yeti, der mit seiner Keule die massivsten Hindernisse zerstört.

 

Bildergalerie von Spyro Reignited Trilogy (7 Bilder)

Ebenfalls erst ab dem zweiten Teil stärker vertreten: Minispiele. Neben den dauerhaften oder erlernbaren Fähigkeiten gibt es noch Portale, die einem für eine begrenzte Zeit außergewöhnliche Attribute verleihen. So kann man beispielsweise nicht nur stetig sinkend gleiten, sondern tatsächlich fliegen (prädestiniert für die in den 90er-Jahren ganz besonders beliebten Checkpoint-Rennen), erlangt Unbesiegbarkeit und kann somit über Lava laufen oder verstärkt seinen Feuerrachen und erhöht damit die Reichweite des brennenden Atems. Natürlich gibt es auch durchgängig durch sämtliche drei Teile Jagden, in denen man beispielsweise die ikonischen Eierdiebe einfangen muss, die einen mit ihren "Nanananana"-Rufen reizen.

 

Die Gegner variieren optisch sehr stark und passen sich gerne dem Level an (so tragen sie im antiken Asien beispielsweise entsprechende Kleidung oder bewegen sich wie Ninjas), sind aufgrund der limitierten Angriffsmöglichkeiten aber in der Regel schnell und einfach zu besiegen. Einige sind resistent gegen Feuer, andere gegen die Hornattacke und wieder andere versuchen Spyro mit Geschossen auf Distanz zu halten. Getroffen werden darf er drei Mal - sein fliegender Begleiter Sparx signalisiert mit seiner Körperfarbe die verbleibenden Treffer. Heilen kann man sich mit dem Besiegen von ungefährlichen Tieren, die in den Leveln unschuldig umhertollen - ihr grausamer Tod setzt einen Schmetterling frei, den Sparx genussvoll verspeist und sich damit regeneriert.

 

Natürlich gibt es auch eine Reihe von Bosskämpfen, die etwas unkreativ aber sehr typisch für die Zeit in meist großen runden Arenen stattfinden, in denen man sich den besonderen gegnerischen Fähigkeiten stellen muss. Hier dauert der Kampf zwar etwas länger, unterm Strich gilt aber dasselbe: Durch die wenigen Gameplay-Mechaniken ist es eigentlich nie ein großes Rätsel, den Schwachpunkt des Bosses herauszufinden.

 

Der größte Aspekt des Gameplays in Spyro ist aber das Sammeln. Neben herumliegenden und in Vasen, Gegnern sowie Truhen versteckten Juwelen, haben die drei Spiele auch unterschiedliche Hauptaufgaben vorbereitet, die zum Weiterkommen zwingend erforderlich sind. So braucht man im ersten Teil stets eine bestimmte Anzahl an befreiten Drachen, im zweiten von den verschiedenen Bewohnerstämmen überreichte Talismane und im dritten gerettete Babyeier, die daraufhin schlüpfen. Alle Level kommen mit einer Übersicht daher, wann die 100% erreicht werden und der erste Teil hält beispielsweise sogar ein geheimes Ende bereit für das Sammeln sämtlicher Objekte im Spiel.


Grafik & Spielwelt

 

Das Spiel wurde von den Köpfen hinter der Skylanders-Serie entwickelt, die ja bereits Berührungspunkte mit dem lilafarbenen Drachen hatten und somit eine gute Ausgangslage vorzuweisen hatten. Der saubere glatte Look macht sich gut in der einfachen eher detailarmen Umgebung und vor allem bei den comichaften Charakteren, denen speziell in den Zwischensequenzen mit dem Aufpolieren noch einmal zusätzliches neues Leben eingehaucht wird. Grafisch ist es damit - genauso wie spielerisch - sehr gut mit Yooka-Laylee zu vergleichen.

 

Die Spielwelten können sich sehen lassen und überraschen einen hin und wieder mit Grundideen, die vielleicht nicht übermäßig einfallsreich sind, in Zusammenhang mit den angepassten Gegnern aber durchaus willkommene Abwechslung bieten und jede Menge Verstecke bereithalten. Im Großen und Ganzen betrachtet kann sich das Leveldesign von seinen Umgebungen aber nicht von jedem anderen Spiel im Jump 'n Run-Genre abheben: Auf Feuer-/Lava-Welten sowie Wasserwelten und andere übliche Verdächtige schafft man nicht zu verzichten (in keinem der drei Teile).


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Spyro Reignited Trilogy ist wirklich wundervoll - ältere Gamer freuen sich über den aufgehübschten Ausflug in ihre Kindheit und Spyro-Frischfleisch erfährt wie wundervoll und unterhaltsam Einfachheit sein kann. Die dreifache Ausführung im Rahmen der Trilogie bietet jede Menge Spielzeit - gerade, wenn man sorgfältig sammelt und auch optionale Aufgaben erledigt - und man erkennt auch deutlich die Sprünge und neuen Ideen zwischen den einzelen Teilen, die man bewerten kann wie man möchte. Ich persönlich bin kein großer Fan der etwas fehl am Platz wirkenden Comic-Tier-Bewohner, die ab dem zweiten Teil plötzlich in Hülle und Fülle auftreten und versuchen etwas mehr Story in Umlauf zu kriegen. Auch hätte ich auf einen Großteil der implementierten und eigentlich nur hinhaltenden Minispiele verzichten können oder auf die alternativ spielbaren Charaktere - aber ich verstehe natürlich auch den Wunsch der Entwickler ihr Spiel weiterzuentwickeln. Die ganz große Stärke des Gameplays, seine Einfachheit, haben sie dabei glücklicherweise nie aus den Augen verloren. Tolle Spiele, die bis auf die bei 3D-Jump 'n Runs typischen Kamera- und Sprungprobleme hervorragend gealtert sind und im neuen Look absolut zeitgemäß aussehen.


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positiv negativ
  • Simple, äußerst intuitive Steuerung
  • Durchaus spaßige Sammelaufgaben mit Herausforderungen
  • Abwechslungsreiche Welten und speziell zu jeder passende Gegner
  • Merkliche Unterschiede zwischen allen drei Spielen
  • Abwechslungsreiche Welten und speziell zu jeder passende Gegner
  • Toll entworfener, sympathisch-frecher Protagonist
  • Lange Ladebildschirme mit gelegentlichen Rucklern
  • Die sofort tötenden Abgründe zwischen einigen Sprung- und Gleitherausforderungen sind stellenweise sehr nervig





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