Sunset Overdrive

Sunset Overdrive

Publisher: Microsoft
Entwicklerstudio: Insomniac Games
Genre: Action
Sub-Genre: Open-World-Shooter
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 31.10.2014
USK 16

Sunset Overdrive   05.11.2014 von Panikmike

Open-World-Spiele sind seit Jahren sehr beliebt, weil der Spieler sehr große Freiheit in der erfundenen Welt genießen kann. Auch im neuen Exklusivtitel Sunset Overdrive auf der Xbox One hat man sehr viele Möglichkeiten und kann sich wie ein Held im Erdbeerfeld fühlen. Die Energydrink-Zombies sprießen hier nämlich auch wie kleine, schmackhafte Früchtchen aus dem Boden …

 

Ich befinde mich am Bahnhof und kann es immer noch nicht fassen, was in meiner Stadt passiert ist. Die stehenden Waggons brennen lichterloh und irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Apokalypse begonnen hat. Außer einem riesigen Monster, welches sich nach einem großen Brüller wieder verpisst hat, sehe ich keinen Menschen oder Menschenähnliches. Doch nur wenige Sekunden später läuft eine Kreatur auf mich zu und es sieht so aus, als würde sie mich fressen wollen. Mit einer Ausweichrolle kann ich ihren Klauen aber cool entkommen und mache mich auf den Weg, das Chaos hinter mir zu lassen. Was zum Teufel ist hier passiert, und eine noch viel bessere Frage: Wie kann ich aus dieser Hölle entkommen? Entlang der Bahngleise werden es auf einmal immer mehr Kreaturen, die nach mir greifen und mich anscheinend tot sehen wollen. Nur gut, dass ich so hoch springen und dadurch das abgeschossene Tor ohne Probleme überwinden kann. Dummerweise können die Monster aus der Hölle ebenso gut klettern und springen und sind mir sehr nah auf den Fersen. Was mach ich bloß? Gut, dass diverse Objekte wie zum Beispiel Ventilatoren oder auch stinknormale Autos rumstehen, welche ich als Trampolin benutzen kann. So bin ich schneller als die Kreaturen und kann ihnen hoffentlich irgendwann entkommen. Und weil ich so cool bin, grinde ich dann wie der bekannte Skateboarder Tony Hawk über Strom- und Telefonleitungen, aber ohne Board! Geil, oder? Das muss mir erst mal jemand nachmachen. Einige Kämpfe gegen die Mutanten und viele Schweißperlen später bin ich dann endlich zu Hause in meinem Wohnzimmer und kann ein kühles Bier aus dem Kühlschrank genießen.

 

Der Anfang ist das Ende!

 

So in etwa gestalten sich die ersten paar Minuten in Sunset Overdrive. Das Spiel beginnt mit einem rockigen Soundtrack und dem Erstellen des Charakters. Der Spieler kann sich eine Frau oder einen Mann mit verschiedenen Kriterien basteln. So können verschiedene Haarfarben, Haartypen und Augenfarben ausgesucht werden. Ebenso kann der Held einen Bart tragen, von dem auch die Farbe gewählt werden kann. Die Auswahl an Klamotten ist reichlich, jedoch müssen viele im Spiel erst erspielt oder gekauft werden. Wer während des Spielens nicht mehr mit der Optik seines Charakters zufrieden ist, der kann jederzeit alles wechseln.

 

Obwohl das Spiel gleich richtig losgeht, bekommt der Spieler sehr schöne Erklärungen für die jeweiligen Waffen, die Fallen und den gesamten Spielablauf. Die Steuerung des Charakters ist kinderleicht, dennoch passiert es nicht nur einmal, dass man im Eifer des Gefechts eine falsche Taste drückt oder aber durch eine kleine Unachtsamkeit von einem Hochhaus fällt und den gewollten Sammelgegenstand nicht einsammeln kann. Aber hier gilt wie fast in jedem Spiel: Übung macht den Meister! Unser Charakter kann springen, grinden und im Nahkampf kräftig austeilen. Mit den Schultertasten wird ein Ringmenü angezeigt, eine Art Slow-Motion-Modus aktiviert oder aber mit Fernkampfwaffen geballert. Später im Spiel kommt dann noch ein hoher Sprung (Doppelsprung) dazu. Während der Kampagne von ca. 15-20 Stunden Spielzeit muss der Held den Energydrink-Zombies in den Arsch treten, Dinge zerstören, verschiedene Utensilien sammeln und mehrere Nicht-Spieler-Charaktere in Form von Nebenmissionen glücklich machen. Ähnlich wie bei GTA oder Saints Row gilt es, mit verschiedenen Waffen rumzuballern und für einen Bonus den Style- und Kombo-Zähler oben zu halten. Das Wichtigste im Spiel ist allerdings, die Monster mit möglichst viel Style zu vernichten. So springt man zum Beispiel auf ein Auto, grindet auf einer Hochspannungsleitung weiter, springt dann kurz auf ein Hochhaus, um mit einem Wallrun auf die nächste Hochspannungsleitung zu kommen. Nebenbei tötet man dann zum Beispiel mit seiner explosiven Teddybären-Waffe die Mutanten. Nur wer das Spiel auf diese Weise spielt, wird überleben. Am Boden kommt man meistens nicht weit, in Sunset Overdrive ist der Held sozusagen der König der Lüfte. Ergo besteht das Spiel aus Springen, Grinden, Ballern, am Haus entlanglaufen, Grinden, Springen, Ballern, Ballern, Grinden, Springen, usw. An sich macht das Ganze total Spaß, aber auf Dauer kann einem die Akrobatik auch gehörig auf die Nüsse gehen!

 

Apokalypse oder nur ein Halloweenstreich?

 

Unser namenloser Held ballert sich also durch die Gegend, um irgendwann aus der Stadt zu entkommen. Eine Rettung ist nicht in Sicht, da Fizzco (der Hersteller des neuen Energydrinks Overcharge) nach der Verwandlung der Menschen in Zombies die Stadt mit einer unsichtbaren Mauer abgeschottet hat (Under the Dome lässt grüßen) und per Nachrichten verkündete, dass die Stadt durch einen gefährlichen Virus ausgerottet wurde. Also muss unser Protagonist selbst zusehen, dass er die Apokalypse überlebt. Mit der Zeit lernt man viele andere Überlebende kennen, für welche man immer Missionen erledigen darf. Bei einem Erfolg bekommt man Geld und Energydrinks auf sein Punktekonto gutgeschrieben, welche man dann bei zwei Händlern in Waffen oder Kleidung umtauschen kann. Doch das war nicht alles, denn in Sunset City gibt es schier unzählige Sammelgegenstände, die nicht nur Achievements bringen, sondern auch Waffenverbesserungen, genannt Amps! So dürfen während der Kampagne Toilettenpapier, Luftballone, Handys, Überwachungskameras, stinkende Turnschuhe und Neonreklame-Werbung eingesammelt werden. Bei einem Händler kann der Spieler diese dann gegen Amps tauschen, welche beim Anlegen dem Charakter bessere Fähigkeiten verleihen. So kann ein Gegner zum Beispiel im Nahkampf explodieren oder aber eine Schockwelle nach einem Sturzflug auf die Gegner ausgelöst werden.

 

Und weil diese Upgrades nicht reichen, haben die Entwickler die sogenannten Overdrives eingeführt. Wenn ein Style oft gemacht oder eine Waffe oft abgeschossen wird, bekommt man Abzeichen, die man in Overdrives eintauschen kann. Aus drei verschiedenen Kategorien können dann bis zu sechs davon ausgerüstet werden. So wird der Charakter stärker und stärker, je nachdem, wie der jeweilige Spieler spielt und welche Waffen und Items er benutzt. Die Waffen selbst haben übrigens ihren eigenen Level und werden pro Stufe mächtiger. Die Höchststufe ist Level 5, was nach ein paar Stunden Spielzeit und Rumballern erreicht werden kann.

 

Sunset City oder eher Müllheim?

 

Die Ankündigung, dass Sunset Overdrive nur mit einer Auflösung von 900p daherkommt, hat viele Spieler geschockt. Doch die Befürchtung, das Spiel könnte nicht so gut aussehen, ist nicht eingetroffen. Die Stadt Sunset City hat sehr viele Details und vor allem eine super Weitsicht. Alle Häuser und Objekte, die man im Hintergrund sehen kann, können erreicht und erklimmt werden. Da in dem Spiel sehr viel passiert und sprichwörtlich der Punk abgeht, war dies die richtige Entscheidung der Entwickler. Ebenso schön sind die Effekte anzusehen. Die Explosionen füllen den Bildschirm mit Feuer, der Sonnenuntergang unterstreicht das Apokalypse-Feeling, und diverse Effekte wie Säure oder Frost wurden sehr gut umgesetzt.

 

Passend dazu ist die Musik, die überwiegend aus Punkrock besteht. Hin und wieder wird es auch ein wenig ruhiger oder mal Techno-lastiger, das ist von Mission zu Mission unterschiedlich. Abwechslung ist hier Programm, wer sich aber lange Zeit auf Monsterhatz begibt, dem wird irgendwann der Punk auf die Nüsse gehen. Ansonsten haben sich die Entwickler in Sachen Sound sehr gut ins Zeug gelegt. Die deutschen Stimmen wurden professionell eingespielt und der Humor kann sich hören lassen. Ebenso hören sich die Zombies, die Waffen und auch diverse Soundeffekte gut an, die Dolby-Digital-Anlage bekommt nur selten eine Pause. Wer einen Subwoofer zu Hause hat, sollte diesen vielleicht ein wenig runterregeln, insofern er keine Probleme mit den Nachbarn haben möchte.

 

Bildergalerie von Sunset Overdrive (18 Bilder)

2-8 Spieler wollen die Zombies tot sehen

 

Wer zusammen mit anderen Spielern den Energydrink-Zombies in den Arsch treten möchte, der kann dies mit bis zu sieben anderen Sunset Overdrive-Spielern tun. Auf der Karte gibt es spezielle Smiley-Symbole, mit denen man sofort in den Mehrspielermodus gelangt. Die Spieler gehen dann zusammen auf die Jagd und müssen innerhalb einer vorgegebenen Zeit Monsterärsche treten! In verschiedenen Missionen, wie zum Beispiel die Wasseraufbereitungsanlage vor Zombies schützen oder spezielle Satelliten hacken, helfen alle Spieler zusammen. Dennoch gibt es Belohnungen, wenn man eigene Ziele wie zum Beispiel 5 Kills mit einem bestimmten Style schafft. Der Mehrspielermodus ist eine gewisse Zeit spaßig, allerdings kann er auf Dauer nicht überzeugen.


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Ich mag diese Art von Spielen, besonders aber, wenn sie abgedreht und unrealistisch sind. Daher fand ich Saints Row 3 und auch Saints Row 4 absolut spaßig und unterhaltsam. Sunset Overdrive kann beide Spiele aber in meinen Augen noch mal übertrumpfen, da einfach unglaublich viel aufs Korn genommen wird und ich oftmals aus dem Schmunzeln nicht mehr herauskam. Auch in Sachen Action gibt es kaum ein Spiel aus diesem Bereich, welches so viel vom Spieler fordert. Hüpfen, an der Wand laufen, Waffen wechseln, Gegner dezimieren, Style sammeln und grinden, und das in einem Zug – da kann der Eine oder Andere schon mal überfordert werden. Dafür ist die Steuerung aber supergut gelungen, und mit ein wenig Übung schafft man auch die Herausforderungen auf Gold. Um das Spiel jedoch zu 100% mit allen Erfolgen zu schaffen, vergeht viel Zeit, und fast jeder Spieler wird nicht nur einmal die Nerven verlieren! Mir hat es jedenfalls gefallen und ich bin mir sicher, dass ich schon alleine den witzigen Mehrspielermodus immer wieder mal zocken werde.


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positiv negativ
  • Schnellreisesystem an den wichtigsten Punkten
  • Viele Items zum Einsammeln
  • Sehr gute, leichte Steuerung …
  • Karte für alle Sammelgegenstände kaufbar
  • Abwechslungsreiche Missionen
  • Grandios abgedrehte Story
  • Verdammt cooler Humor
  • Bunte und schöne Grafik
  • Abwechlsungsreicher Punk-Rock Soundtrack
  • Geile Respawn-Animationen
  • Spielzeit über 20 Stunden
  • Schnellreisesystem bricht manche Nebenmissionen ab
  • Zwischensequenzen können nicht abgebrochen werden
  • … außer Wallruns sind schwer durchzuführen
  • Teilweise bockschwer





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