Supergirl - Die komplette 2. Staffel

Supergirl - Die komplette 2. Staffel

Originaltitel: Supergirl
Genre: Sci-Fi
Regie: Glen Winter • u.a.
Hauptdarsteller: Melissa Benoist • Mehcad Brooks • Chyler Leigh
Laufzeit: DVD (924 Min) • BD (968 Min)
Label: Warner Home Video
FSK 12

Supergirl - Die komplette 2. Staffel   02.12.2017 von LorD Avenger

Supergirl wacht weiter über National City und stellt sich den verschiedensten Cyborgs und Aliens entgegen, die ihr, ihrer Stadt oder ihren Lieben an den Kragen wollen...

 

Meine Skepsis gegenüber Supergirl hielt viele Folgen der ersten Staffel stand und zugegebenermaßen ist sie auch nach der zweiten nicht vollkommen verklungen. Nach wie vor wirkt es noch ziemlich albern auf mich, wenn dieses zierliche, kleine, blonde Mädchen die aufgeplusterten Posen und Gesten eines Superman imitiert, der die nötigen Muskelberge dafür hat. Das geht sogar so weit, dass ich beim Sichten des Covers der zweiten Staffel ein wenig peinlich berührt war. Darstellerin Meliisa Benoist wirkt hier wie ein trotziges Kind, das sich aufspielen möchte mit nach hinten gezogenen Schultern und aufgeblasenem Brustkorb. So wenig ich Superman eigentlich mag und spannend finde, so ist es auch bei Supergirl - die beiden sind charakterlich absolut identisch und dementsprechend auch identisch vorhersehbar und langweilig.

 

Trotz diesem Missmut der Protagonistin gegenüber, ist sie einem nach inzwischen 42 Episoden zwangsläufig irgendwie doch ans Herz gewachsen, wobei sich die Serie für mich aber in erster Linie durch die Nebencharaktere auszeichnet. Als großer Superhelden-Fan stehe ich besonders auf Comicfiguren, die hier in Deutschland noch nicht sonderlich geläufig sind, obwohl sie bereits eine jahrzehnte-alte Geschichte verbuchen. Seien es Martian Manhunter als letzter Überlebender seiner Marsrasse oder die neu auftauchenden Helden Guardian und Mon-El. Ich liebe aber auch die weniger markanten Heldenfiguren, wie Karas Boss Cat Grant, die in dieser Staffel leider deutlich kürzer tritt, den auf Humor getrimmten Nerd Winn, Karas knallharte Schwester Alex oder ebenfalls ganz neu dabei: Lena Luthor - bei der man nun ständig eine Wiederholung von der Clark/Lex-Historie aus Smallville befürchten muss. Keiner dieser Charaktere kommt zu kurz und Supergirl teilt sich ihre Sendezeit fair mit allen, sodass auch Zeit für Nebencharakter-Vorgeschichten und -Entwicklungen gegeben ist. Oh, und fast vergessen - Superman, von dem man in der ersten Staffel nur die Stiefel gesehen hat, stellt sich nun in einer ebenfalls sehr sympathischen Besetzung (Tyler Hoechlin) vor und unterstreicht noch einmal besonders, wie ähnlich seine Cousine ihm ist.

 

Abgesehen von den lieb gewonnenen Charakteren liegt der Fokus in Staffel 2 meiner Meinung nach aber auf zwei ganz anderen Dingen: Zum einen auf Aliens und zum anderen auf Homosexualität. Wie die Leute hinter den Kulissen der Serie im umfangreichen, interessanten Bonusmaterial zusätzlich deutlich machen, versucht man sich mit Supergirl deutlich von den anderen Serien des DC-Universums abzuheben. Während Arrow den deutlichen Krimi-Thriller-Ton annimmt, bekämpft Flash primär mutierte Menschen. Nachdem man also in Staffel 1 schon mit der weiblichen Protagonistin aus der Reihe getanzt ist, möchte man das nun fortführen, in dem man einen Fokus auf Aliens legt. Nicht nur entpuppt sich ein Großteil der Antagonisten als außerirdisch oder zumindest mit Außerirdischen in Verbindung stehend, man etabliert die vielseitigen Lebensformen auch als ungewohnt festen Bestandteil der fiktiven Welt. Fast wie in Star Trek interagieren die vielseitig geschminkten oder verkleideten Aliens ganz normal mit den Erdlingen, verkaufen ihnen Drogen oder trinken mit ihnen in Bars. Nur sind die Menschen noch nicht so tolerant wie in anderen Sci-Fi-Welten und immer wiederkehrende Gesellschaftskritik macht deutlich, dass man mit Gewalt und Intoleranz eigentlich auf reale Minderheiten und Missstände hinweist.

 

Ja, und dann die Homosexualität als offenkundig zweites, gesellschaftskritisches Thema, das für meinen Geschmack dann doch etwas zu ausschweifende Züge annimmt. Alex' Outing und alles, das dies nach sich zieht, nimmt gefühlt mehr Zeit der Sendung in Anspruch als sämtliche Gefühlsprobleme Karas auf die Dauer der finalen Schlacht noch drauf gerechnet. Alex ist einer meiner Lieblingscharaktere und persönlich stört mich die Entwicklung, die sie hier einschlägt überhaupt nicht und wie oben schon gesagt, bin ich sehr dankbar dafür, dass man den Nebencharakteren so viel Zeit zur Entwicklung einräumt und sich nicht alles nur um Supergirl dreht, aber hier hat man den Bogen doch ein wenig überspannt - auf mindestens anderthalb der 5 DVDs hatte ich das Gefühl, dass es um nichts anderes mehr ging als das Outing und die ersten gleichgeschlechtlichen Beziehungsprobleme.

 

Effekttechnisch bin ich überaus zufrieden unter dem Gesichtspunkt, dass es sich hierbei um eine TV-Produktion handelt und keine Folge ohne Special Effects auskommt. Selbst die aufwändiger gestalteten weißen Marsianer, die komplett animiert sind wirken weitestgehend realistisch und die Interaktion oder vielmehr der Kampf mit ihnen erscheint glaubhaft.

 

Bildergalerie von Supergirl - Die komplette 2. Staffel (7 Bilder)

Vereinzelte Dinge, die mir darüber hinaus noch aufgefallen sind... Gotham wird erwähnt, was mich als Batman-Fan sehr freut, ebenso fällt aber auch ein Vergleich zu She-Hulk, was unerlaubterweise die Grenze zum MARVEL-Universum bricht. Eine weitere Grenze, die gebrochen wird, wenn auch nicht sonderlich schön, ist die zur parallel laufenden The Flash-Serie - der schnelle Superheld taucht nämlich am Ende einer Folge auf und diese endet dann mit "Fortsetzung folgt in The Flash". Es ist ja schön, dass alle Serien zusammenhängen und interagieren, aber wenn man einem schon den Mund wässrig macht mit einem solchen Crossover, dann kann man einen doch nicht in eine andere Serie locken, die man als Supergirl-Zuschauer vielleicht nicht einmal mag (Ich persönlich war kein großer The Flash-Fan)... In der Folge darauf geht alles übrigens so weiter als wäre nie etwas gewesen... Was noch? Karas Wohnung ist eindeutig verflucht, denn immer wenn dort gerade etwas Gutes passiert, wie das Thanksgiving-Familienfest oder ein sich anbahnender Kuss (Letzteres sogar mindestens zwei Mal in dieser Staffel!), passiert irgendetwas Schlimmes in der Nähe, das zu einer Unterbrechung führt - als wären die ganzen Romanzen in der Serie nicht schon gekünstelt kompliziert genug. Weiterhin gibt es in zwei Staffeln Supergirl schon mehr Kryptonier und Fast-Kryptonier als ich je in irgendeinem anderen Medium wahrgenommen habe - 10 Staffeln Smallville mit eingeschlossen. Außerdem verbrät man weiterhin auf liebenswerteweise 90er-Jahre-Darsteller - so tritt die Lois Lane (Teri Hatcher) aus der Superman-Serie als Antagonistin auf mit Hercules (Kevin Sorbo) als Mann. Dass Dean Cain, Hatchers Superman aus den 90ern Karas Vater spielt war ja schon in Staffel 1 ein amüsantes Easteregg. Und glaubt Kara wirklich, dass niemand sie erkennt mit dieser offensichtlichen Narbe an der Augenbraue?!

 

Enthalten sind folgende Episoden:

 

  • Folge 21 - Die Abenteuer von Supergirl
  • Folge 22 - Metallo
  • Folge 23 - Willkommen auf der Erde
  • Folge 24 - Alien Fight Club
  • Folge 25 - Nicht von dieser Welt
  • Folge 26 - Lebensernergie
  • Folge 27 - Supergirl vs Cyborg Superman
  • Folge 28 - Projekt Medusa
  • Folge 29 - Flucht vom Sklaven-Mond
  • Folge 30 - Helden wie diese
  • Folge 31 - Die Mars-Chroniken
  • Folge 32 - Die Luthors
  • Folge 33 - Mr. & Mrs Mxyzptlk
  • Folge 34 - Freund oder Feind
  • Folge 35 - Verbannung
  • Folge 36 - Belogen und betrogen
  • Folge 37 - Kopfgeld
  • Folge 38 - Starreporterin
  • Folge 39 - Wo ist Alex?
  • Folge 40 - Die Stadt der verlorenen Kinder
  • Folge 41 - Widerstand
  • Folge 42 - Kampf um die Erde

Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Supergirl zeigt sich weiterhin sympathisch mit einer weiter wachsenden Palette liebenswerter und interessanter Charaktere, die im Schatten der Krytonierin nicht zu kurz kommen. Während die Protagonistin als Superman-Klon im Rock die am wenigsten interessante Figur der Serie bleibt, entwickeln sich die Nebendarsteller sehr stark - in Alex' Fall vielleicht sogar etwas zu stark und zeitintensiv. Einige Gegner waren sehr erzwungen und kaum ernst zu nehmen, die rassistische Geheimorganisation Cadmus und das intergalaktische Daxamiter-Volk hingegen machen sich als Gegenspieler verdammt gut und gestalten das Eingreifen des neusten Supermans plausibel. Einige Logiklücken hinsichtlich der unterschiedlichen Superkräfte hätte man sicherlich vermeiden können, wenn man mehr auf Qualität als Quantität gesetzt hätte, aber die meisten der bisherigen MARVEL-Serien haben es auch noch nicht unbedingt besser hinbekommen.


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