Syndicate

Syndicate

Publisher: Electronic Arts
Entwicklerstudio: Starbreeze
Genre: Shooter
Sub-Genre: 1st Person Shooter
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 23.02.2012

Syndicate   15.03.2012 von Xthonios

Du bist Milo Kilo, eine Ein-Mann-Armee inmitten eines globalen Konzernwettstreits um Macht und Einfluss. Umgeben von Korruption und Verrat, kannst du dich lediglich auf Deine Cleverness und die in Dein Gehirn implantierte bahnbrechende DART-6-Biochip-Technologie verlassen. Du bist mit den fortschrittlichsten Waffen des digitalen Zeitalters ausgerüstet und willst die Wahrheit aufdecken - und nichts kann Dich aufhalten ...

Wir schreiben das Jahr 2069. Megakonzerne führen mithilfe von Agententeams untereinander geheime Kriege um Ressourcen und den entscheidenden Vorteil in der Chip-Technologie.
Du bist ein Agent des Konzerns EuroCorp und bekommst Deine Aufträge direkt vom Konzernchef. Deine nächste Mission wartet auf Dich. Du bist mit einem neuartigen Dart-6-Chip ausgerüstet, der Dir erlaubt, andere Chips zu hacken und zu manipulieren.

Ein Rückblick

1993 erschuf der britische Entwickler Bullfrog Productions mit "Syndicate" ein absolut beeindruckendes und neuartiges Strategiespiel. Man spielte einen Konzern, der mithilfe von Agententeams (bestehend auf vier Agenten), sich mit anderen Konzernen um die Weltherrschaft prügelt. In den verschiedenen Missionen musste man Leute aus anderen Konzernen - freiwillig oder mit Gewalt - extrahieren, Daten stehlen oder feindliche Agenten eliminieren. 1996 erschien "Syndicate Wars" für Windows 95 und Playstation und war ebenfalls stark an den Klassiker aus dem Jahre 1993 angelehnt. Jetzt - 19 Jahre später - haben Electronic Arts und Starbreeze Studios ein Remake von "Syndicate" herausgebracht.

Was ist denn passiert aka die Story

Intro und die Erklärung, was in letzten Jahrzehnten so passiert ist. Globaler Umbruch, Konzerne werden durch Fusionen immer mächtiger und die Regierungen verfallen zunehmend. Nach einem kurzen Trainingslauf, der damit endet, dass Ihr ordentlich durchgecheckt werdet, beginnt auch recht schnell das Spiel. Big Papa will wissen, wie der neue Chip in Eurem Hinterkopf arbeitet und Ihr erhaltet die erste Mission. Gemeinsam mit Eurem offensichtlich bereits befreundeten Kollegen macht Ihr Euch also auf die Socken, um einen Wissenschaftler eines feindlichen Konzerns einen Besuch abzustatten. Mehr Hintergrundgeschichte gibt's nicht.

Lass mich ballern aka das Gameplay
Bereits durch Trailer und diversen Vorankündigungen war schnell klar, dass EA "Syndicate" als reinen Shooter auf den Markt bringen würde. Also her mit der Kanone und einfach wild draufhalten? Zwar sieht es wie ein durchschnittlicher Shooter aus und spielt sich auch so, jedoch gibt es ein paar Feinheiten, die das Spiel wesentlich interessanter machen. Die entscheidende Neuerung ist hier der Dart-6-Chip, der ermöglicht, sich in andere Agenten, Gegner und mechanischen Einheiten zu hacken und die Programmierung zu manipulieren. Wie wäre es denn, den Gegner einfach zu überzeugen und ihn dann auf seine ehemaligen Kollegen losgehen zu lassen? Oder ihn mit einem Knopfdruck dazu zu bringen, sich selbst in Jenseits zu befördern? Oder eine Fehlfunktion in der Waffe des Gegners zu verursachen und ihn anschließend am Boden liegend zu erledigen? Genau diese Möglichkeit bietet Euch der Chip in Eurem Hirn, sodass sich hier taktisch ein paar ganz andere Möglichkeiten bieten. Vom Bewegungsablauf her spielt sich das Spiel recht einfach. Man kann in Deckung gehen, schießen, laufen und rennen, den Boden entlangrutschen und im Nahkampf Leute mit einem sauberen Genickbruch erledigen. Wenn man all diese Möglichkeiten addiert, könnte man so einen wirklich guten und actiongeladenen Titel erwarten. Um jedoch solche Möglichkeiten richtig einsetzen zu können und den Spielspaß wachsen zu lassen, benötigt der Spieler vor allem eines: Platz und Bewegungsfreiheit. Genau hier schwächelt meiner Meinung nach das Spiel erheblich. Starbreeze hat es geschafft, die Maßstäbe eines Schlauch-Level-Designs neu zu setzen. Dem Spieler wurden hier so gut wie sämtliche Entscheidungsfreiheiten abgenommen. Hierzu gehören z. B. lange Flure (natürlich alle Türen verschlossen), winzige Lüftungsschächte (ohne andere Abzweigungen) oder Balustraden ohne große Ausweichmöglichkeiten. Auch die eigentlichen Kämpfe beschränken sich stets auf ein recht kleines Areal. Ein weiterer Störfaktor waren die recht auffälligen Scripts. Man steht in einer Halle und schaut sich um. Weit und breit keine Gegner. Zwei Schritte später tauchen wie aus dem Nichts Gegnerscharen auf, unabhängig davon, ob man im Vorfeld mal eine paar Warnschüsse mit einem Nukleargeschütz oder der zirpenden Grille abgegeben hat. So etwas dezimiert die Versuche, etwas taktischer vorzugehen auf ein Minimum. Echt schade. Positiv dagegen sind die Chips-Upgrades, die man sich im Laufe des Spiels aneignen kann. Glücklicherweise können wir nämlich die Chips der feindlichen Agenten rausschneiden und so Upgrades für unseren Chip erhalten. Ingesamt 25 verschiedene Upgrades werden uns angeboten, die die verschiedensten Auswirkungen auf uns haben. Wir können z. B. wählen zwischen einem Schutzschild, um weniger Schaden zu bekommen, kürzere Ladezeiten für die Waffen, mehr Schaden im Dart-Modus oder auch sich im Nahkampf zu heilen. Mithilfe dieser Upgrades kann sich jeder so seine gewünschte Spielweise optimieren und individualisieren.

Waffentechnisch wird Euch ein recht übersichtliches Arsenal zur Verfügung gestellt. Es gibt eine Pistole, ein Sturmgewehr, ein Scharfschützengewehr und eine Schrotflinte. Gelegentlich können wir einem Gegner auch eine der Spezialwaffen wie Flammenwerfer, MG-Geschütz oder einen Granatwerfer abnehmen und selbst einsetzen, dies ist jedoch immer nur in einzelnen Passagen verfügbar. Granaten müssen wir uns ebenfalls erkämpfen, indem wir auf uns geworfene Granaten via Tastendruck manipulieren, den Zeitzünder deaktivieren und anschließend zurückwerfen können.



Die Welt selbst mag zwar riesig sein, jedoch bekommt Ihr trotz der unterschiedlichen Einsatzorte kaum etwas davon mit. Alles ähnelt sich auf einheitliche Weise, egal ob es Wartungsschächte, Flure oder ein Konzernbüro. Vermutlich fand auch hier ein kleiner Krieg aller Einrichtungshäuser statt und nur eines hat überlebt und beherrscht jetzt das Design der gesamten Zukunft. Einziges Highlight ist ein kurzer Ausflug in die Slums außerhalb der Konzernlandschaften. Ebenfalls mutig ist die Implementierung von Sprung und Kletterpassagen in einem doch eigentlich reinem Shooter. Im Verlaufe des Spiels wird so ziemlich jeder von Euch 1-2x den Sprung verplanen und ins bodenlose Nichts stürzen. Das nervt und man würde am liebsten den Entwickler in jenes Nichts werfen.

"Syndicate" gibt's auch im handlichen Viererpack aka der Multiplayer
"Syndicate" bietet neben dem klassischen Ein-Mann-Shooter auch einen Koop-Modus für bis zu vier Spieler.
Hier versucht Starbreeze auch die Fans des einstigen Strategiespiels zu befriedigen und liefert hier neben der eigentlichen Singleplayerkampagne neun weitere Missionen, die parallel zur Kampagne verlaufen. Auch hier können Sie Ihren Agenten nach einer erfolgreichen Mission aufrüsten und mit zusätzlichen Fähigkeiten ausstatten. Gemeinsam mit ein paar Freunden kann man so richtig viel Spaß zu viert haben, solange sie sich absprechen, wer welchen Part übernimmt. Traurigerweise werden die Missionen zu schnell eintönig, da die Abwechselung fehlt. Mit dem richtigen Team rennt man mehr oder weniger einfach durch, selbst wenn es einmal hektischer zugehen sollte. Gut gemeint, aber nicht bis zu Ende gedacht.

Wie halte ich das Steuerdings aka die Steuerung

Die Steuerung ist recht einfach gehalten und spielt wie so ziemlich jeder Shooter.
Mit dem linken Steuerkreuz könnt Ihr die Manipulationsmöglichkeiten auswählen, mit LB führt Ihr diese dann aus. Mit RB aktiviert Ihr die Dart-ansicht. Gezielt wird mit LT und mit RT wird losgeballert. Rennen könnt Ihr mit dem Druck auf den linken Analog-Stick, was in hektischen Kämpfen des Öfteren mal zu einer beherzten Flucherei ausarten kann, weil der Stick nicht so will, wie man selbst. Da dem Spiel kein Handbuch beiliegt (lediglich als lesbare Hilfedatei auf der DVD) kam es bei mir anfangs zu einigen Frustmomenten, weil grundlegende Sachen im Tutorial gar nicht erklärt wurden. Wie werfe ich eine Granate? Wie wechsel ich den Waffenmodus? Hier ist man gezwungen sich selbst durch "Ich find das schon irgendwie" weiterzuhelfen.

Das Optische und sein Gefährte aka Grafik und Sound

Grafisch gesehen ist "Syndicate" durchaus interessant und schick anzusehen. Wer klassische Cyberpunk-Spiele oder Filme im SF-Stil wie "Blade Runner" oder "Vernetzt" mag, wird sich hier wohlfühlen. Auch der ordentliche Soundtrack im DubStep-Stil sorgt für ordentlich Bass in dem Spiel. Anfangs mag alles noch richtig toll überzeugen, aber nach ein paar Stunden kommt jedoch nicht Neues mehr. Etwas mehr Abwechslung wäre auch hier mehr gewesen, so kann bei einem oder Anderen die anfängliche Begeisterung schnell wieder schwinden.
 
Gewalt und Co
Normalerweise ist für Viele "mehr Gewalt" auch gleich besser. Auch in meinem Fall geht Nichts über ungeschnittene Spiele. Die Möglichkeiten dank des Dart-6-Chips Gegner zum Selbstmord zu treiben um mit seiner Schrotflinte dem Kurt Cobain Fanclub beizutreten, oder ob man einem Gegner mit dem MG zärtlich in Stücke schießt und den halben Körper noch blutend auf dem Boden liegen sieht, sind alles Dinge, womit ich bequem umgehen kann. Auch als ich einem Gegner einmal mit dem Scharfschützengewehr den Kopf weggeschossen habe und wenig später der kopflose Körper noch dort halb sitzend an der Wand lehnte und etwas Blut aus dem Rumpf spritzte, sind Dinge, die natürlich die Brutalität realistisch erscheinen lassen. Etwas mulmig wurde mir jedoch bei einer Passage, in der ich meinem "Agenten-Kumpel" durch die U-Bahn nach vorn lief und er einen unbewaffneten Passagier nach dem Anderen einfach abknallte und das Blut die Sitze verfärbte. Wollte man hier bewusst einfach übertreiben? Ich stimme hier einem anderen Redakteur ebenfalls zu und sage: "Das hätte nicht sein müssen".

Da Syndicate in Deutschland bisher noch keine endgültige Freigabe durch die USK erhalten hat, haben wir ein PEGI-Rezensionsmuster aus Österreich erhalten. Das Urteil der USK lautet, dass Syndicate zu viel Gewalt zeige. Laut EA arbeite man jedoch noch dran.


Das Fazit von: Xthonios

Xthonios

Man nehme die Welt von "Deus Ex", eine ordentliche Ladung "Call of Duty" und ein Schuss "Vanquish" und heraus kommt "Syndicate". Das Spiel hätte viele Möglichkeiten gehabt auch als Shooter zu einem richtigen Knaller zu werden, leider wurden spielfördernde Elemente entfernt und so der Spielspaß eingeschränkt. Auf der einen Seite findet man hier extrem enge Schlauch-Level, auf der anderen Seite immer wiederkehrende Schauplätze und die gleichen Gegner. Der Soundtrack baut hier im Gegenzug eine echte Atmosphäre auf und sorgt wenigstens so für Spannung und gute musikalische Untermalung in den Gefechten. Auch die Möglichkeit der Gegnermanipulation ist absolut gelungen und bietet viel Potenzial für taktische Spielweisen, welche jedoch oftmals durch Scripting versaut werden. Alles in allem ist "Syndicate" ein solider Shooter, der jedoch viele gute Ansätze hat, aber nichts wirklich perfekt umsetzt.


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Ordentlicher Soundtrack
  • Gute Waffenanimationen und -Sounds
  • Koop-Modus mit vier Spielern
  • Futuristisches Konzept
  • Geniales DART-6-Chip-System
  • Ziemlich oberflächliche Story
  • Harte Gewaltdarstellung
  • Kein Handbuch
  • Schlauch-Level deluxe
  • Unpassendes Scripting





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