Und täglich grüßt das Murmeltier – mir kommt es langsam so vor, als würde ich mich bei diesem Genre immer wiederholen. Der Ruf von Filmumsetzungen wird nicht besser, leider kann The Expendables 2 – The Videogame diesen auch nicht erhöhen. Eine Katastrophe ist das Spiel zwar nicht, vom Knaller aber auch weit entfernt ...
Filmfreaks warteten lange auf den zweiten Teil des Films, da The Expendables bei Actionfans einen großen Erfolg hatte. Um auf dem Fluss des Geldes mitschwimmen zu können, dachten sich ein paar Spieleentwickler, dass sie zum zweiten Teil ein passendes Videospiel machen könnten. Gesagt, getan. Leider haben es nur vier der ganzen Actionstars ins Spiel geschafft, wer nicht auf Sylvester Stallone, Jet Li, Dolph Lundgren oder Terry Crews steht, der geht leer aus. An dieser Stelle geht mir eine Frage nicht aus dem Kopf: Warum zum Teufel gibt es hier keinen Auftritt vom Über-Actionhelden Arnold Schwarzenegger? Mann, Mann, Mann!
Masse statt Klasse?
Bleiben wir aber bei den vier vorhandenen Stars. Da man das Spiel mit bis zu vier Spielern on- sowie offline spielen kann, darf man sich am Anfang des Spiels, seinen persönlichen Helden aussuchen. In vier Kapiteln á fünf Level kann man dann zeigen, wie gut man mit dem Joypad umgehen kann.
Besonders der zweite Schwierigkeitsgrad ist nicht zu unterschätzen, hier fliegen einem die Kugeln nur so um die Ohren. Das Spiel ist in verschiedene Passagen untergliedert, die meisten davon sind sogenannte Twin-Stick-Einlagen. Wie der Name schon sagt, läuft man mit einem Stick rum und mit dem anderen Stick ballert man in die jeweilige Richtung. Als Abwechslung gibt es Einlagen wie zum Beispiel aus einem Helikopter rauszuballern. Generell gibt es bis hier nichts Negatives zu berichten, spielt man das Spiel aber eine Stunde, so offenbaren sich grausame Aspekte. Im gesamten Spiel herrscht das Chaos. Die Spieler gehen sich gegenseitig im Weg um, die Übersicht ist grauenhaft und in Sachen Präzision müssen die Entwickler noch ein wenig dazulernen. Klar ist es ein Ballerspiel ohne Hirn, jedoch hat man dasselbe Genre schon des Öfteren viel besser gesehen.
Technik, die begeistert?
Das Spiel selbst sieht auf den ersten Blick richtig hübsch aus, vor allem wenn man es nicht als Vollpreistitel, sondern als Arcadegame für ca. 15 Euro betrachtet. Die Grafik ist detailreich, die Cutscenes sorgen für Abwechslung, doch leider ist alles in allem nichts Halbes und nichts Ganzes. Es wäre mehr drin gewesen, hätten sich die Entwickler nur für eine Seite entschieden. Entweder man hätte mehr Wert auf die Audioeffekte und die Musik legen sollen, oder aber man lässt es gleich. Die englischen Sprecher wirken gelangweilt, die Effekte kommen ohne Druck aus den Boxen und die musikalische Untermalung nur indirekt vorhanden. Auch hier kann man sagen, dass dem Spiel einiges fehlt, was man bei anderen Arcadegames durchaus schon gesehen hat.
Bildergalerie von The Expendables 2 - The Videogame (7 Bilder)
Spielspaß oder pure Langeweile?
Betrachtet man die Mankos mal nüchtern, so macht das Spiel durchaus eine Zeit lang Spaß. Auch wenn die Ballerei sehr stumpf ist, so gibt es eine Menge Fans solcher Games. Die Level bieten abwechslungsreiche Settings, die vier Kapitel mit jeweils fünf Abschnitte bereiten eine lange Spielzeit und das Upgrade-System der Waffen bringt eine kleine Brise an Taktik. Leider ist die Theorie ein wenig anders, denn der Standard-Spieler wird sehr schnell die Lust verlieren. Wieder Hunderte Leute umbringen, da mal eine Waffe aufsammeln, dort mal eine Granate platzieren und hin und wieder mal aus dem Helikopter ballern – das soll es gewesen sein? Ja, leider! Anspruchslose Fans haben sicherlich eine Freude an diesem Spiel, alle anderen sollten sich erst einmal die Demo runterladen.
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