The Fall of the Dungeon Guardians

The Fall of the Dungeon Guardians

Publisher: Mana Games
Entwicklerstudio: Mana Games
Genre: Fantasy-Rollenspiel
Sub-Genre: 3D-RPG mit Gitterbewegung
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 06.11.2015

The Fall of the Dungeon Guardians   17.08.2016 von VanTom

Ein Spiel im Legend of Grimrock-Look kann für einen Rollenspieler immer interessant sein, da sich hier doch am Klassiker Dungeon Master orientiert wurde. Der Titel The Fall of the Dungeon Guardians ist zwar schon vor einiger Zeit erschienen, wird aber weiterhin von seinem Entwicklern mit Updates versorgt. Grund genug sich den Titel mit der aktuellen Version anzusehen. Kerkermeister VanTom hat sich auf die Reise in den dunklen Kerker begeben und berichtet im Folgenden davon.

 

Zunächst soll der Hinweis des Entwicklers unerwähnt bleiben, dass es sich bei The Fall of the Dungeon Guardians nicht um einen weiteres Legend of Grimrock handelt, sondern um ein eigenständiges Spiel mit eigenen Ideen. Welche das genau sind, wird folgend erklärt. Nach dem Start des Spiels landet der Spieler direkt im Spielmenü. Hier kann er tun, was Spieler in so einem Spielmenü tun können. Heraus stechen die deutschen Texte und der Karten-Editor. Mit dessen Hilfe kann der Spieler neue Karten erstellen.

 

Ich schaue mir zunächst die Optionen an und stolpere über den Schwierigkeitsgrad des Spiel. Hier kann ich vom einfachsten Grad, dem Spaziergänger, bis zum schwierigsten Grad, dem Kreuzritter, insgesamt zwischen acht (8!) Graden wählen. Dabei unterscheidet sich die Schwierigkeit hauptsächlich an dem Schaden den Gegner machen können und deren Lebenspunkten. Sollte dem Spieler keiner der Schwierigkeitsgrade zusagen, so kann er sich auch selbst einen konfigurieren. Mir liegt aber der Abenteurer-Grad doch am nächsten. Damit kann ich mich mit Gegnern rumschlagen, welche 85% der Gesundheitspunkte haben und einen Schaden von 70% verursachen. Das sollte zu schaffen sein.

 

Ich will mich aber nicht lange aufhalten, sondern starte direkt ein neues Spiel. Dabei erfahre ich, dass ich wohl einer der neuen Rekruten und nun Wächter eines Kerkers werden will. Na, wenn es weiter nichts ist. Ich werfe einen letzten Blick zum Tageslicht und betrete einen Aufzug, welcher von einer alten Gestalt geführt wird. Das kann ja was werden. Der freundliche alte Herr erklärt mir, dass ich hoffentlich keine Höhenangst habe. Ich doch nicht. Dann beginnt die Fahrt nach unten. Während unserer Reise in den Dungeon stellt der neugierige Kerl mir einige Fragen. So will er beispielsweise wissen, welches Geschlecht ich habe. Dabei ist es offensichtlich, dass ich ein männlicher Abenteurer bin. Der Heini entschuldige sich aber mit seinem fortgeschrittenen Alter und seinen schlechten Augen. Anschließend will er meinen Namen wissen. Er weiß auch direkt zu berichten, dass er ein Schwein gleichen Namens kannte. Das ich nicht lache. Anschließend will er meine Rasse wissen. Da ich langsam Mitleid entwickele teile ich ihn dies auch mit. Zu guter Letzt will er noch wissen, was für eine Art von Wächter ich denn sein will. Hier habe ich verschiedene Klassen zur Auswahl und kann zwischen einem Wächter, einem Henker, einem Heiler und einem Magier auswählen. Nach dieser Auswahl endet unsere Reise und ich habe die Charaktergenerierung des Hauptcharakters überlebt.

 

Unten angekommen treffe ich auf den Direktor des Gefängnisses. Wie es sich gehört hat er schon von meinen großen Taten gehört. Die zwielichtige Gestalt gibt mir aber zu verstehen, dass er nur scherzen würde und ich ein Niemand wie alle anderen Wächter auch sei. Das ist ja allerhand. Ich werde in meinen Baracken gebracht und nach kurzer Zeit vom freundlichen Direktor wieder geweckt. Ich erfahre, dass das Gefängnis fünfzehn Gefangene hat und alle geflohen sind. Wo bin ich nur rein geraten? Wie jeder andere tapferere Gefängnisdirektor auch, muss er das Gefängnis über den Aufzug verlassen. Bestimmt will er Hilfe holen. Ich erfahre, dass die Gefangenen nicht den Aufzug genommen haben, also tiefer in den Dungeon geflohen sind. Endlich erkennt der Direktor was für ein Held vor ihm steht und er ernennt mich zum Chef des Einfang-Trupps. Das wurde aber auch Zeit. Ich erhalte das Kommando über drei weitere Helden, welche mich bei meiner schwierigen Aufgabe unterstützen sollen. Anschließend kann ich meine Gruppe bearbeiten. Ich kann vorgefertigte Charaktere nehmen, aber auch selbst weitere erstellen. Dabei kommt aber, im Gegensatz zu Legend of Grimrock, ein Tank/Damage-Dealer/Healer-Mechanismus (wie aus vielen Online-Rollenspielen bekannt) zum Einsatz. Ich kann also zwischen vier unterschiedlichen Klassen wählen (Krieger, Schurke, Heiler und Magier), welcher aber jeweils drei Spezialisierungen haben, wie zum Beispiel Druide oder Paladin. Wichtig dabei ist es jedoch, dass ein Charakter den Schaden als Tank auf sich ziehen kann, während der Heiler ihn heilt und die Schadensausteiler - na, was wohl? - Schaden austeilen. Meine Gruppe besteht dann aus meinem Krieger als Tank, einem Paladin als erster Schadensausteiler, einem Druiden als Heiler und einer Magierin als zweite Schadensausteilerin. Nun kann ja nichts mehr schief gehen. Meine Gruppe ist bereit für die Jagd auf die Schurken.

 

Anschließend kann ich meine Gruppe schrittweise durch den Dungeon führen. Je nach Einstellung habe ich dazu zunächst auch keine Auto-Map, sondern muss diese erst einmal in jedem Stockwerk finden. So irren ich und meine Gruppe durch den ersten Level. Wir kommen an einer geplünderten Waffenkammer vorbei und versuchen die Spur der Galgenvögel aufzunehmen. Plötzlich entdecken wir in einem Raum ein Skelett, welches uns den Rücken zudreht. Dies soll sein letzter Fehler gewesen sein. So werden wir in das Kampfsystem eingeführt und wir lernen so das draufhauen. Nach und nach werden die Kämpfe fordernder. So muss ich als Krieger Bedrohung erzeugen, sodass die Gegner ihre Angriffe auf mich konzentrieren. Dazu erhalte ich die besten Schilde und Rüstungen. Während ich also die Gegner beschäftigen sollen die beiden Schadensausteiler, die Gegner besiegen, während der Druide mich heilt. Jede Klasse hat dazu entsprechende Fähigkeiten. So kann ein Krieger mit seinen Fähigkeiten Bedrohung erzeugen. Bei diesen wird zwischen stapelbaren Fähigkeiten und einzelnen Fähigkeiten unterschieden. Bei den Stabelbaren können drei Aktionen gestapelt werden, welche nacheinander ablaufen. Alle Fähigkeiten haben einen Cooldown, während der Charakter mit seinem normalen Angriff kämpft. Damit wird aber aller Wahrscheinlichkeit nach keine Schlacht gewonnen. Damit das Ganze nicht zu hektisch wird, gibt es die Möglichkeit den Kampf zu pausieren. Somit habe ich als Anführer genug Zeit um die Situation zu analysieren und die entsprechenden Befehle zu geben. Die Gegner orientieren sich an den üblichen Fantasy-Gegner, wie  Skeletten, Spinnen und ähnlichem.

 

So erforscht der Spieler nach und nach jeden Level und stößt dabei auf kleine Puzzle. Mal müssen Steine auf die richtige Platten gelegt werden, oder Schalter in der richtigen Reihenfolge gedrückt werden. Es sind verschiedene Gegenstände und Items zu finden, welche die Gruppe nach und nach mächtiger machen. Bei neuen Gegenständen kann direkt verglichen werden, welche Auswirkungen der neue Gegenstand bei jedem Charakter hat. Dies kann aber auch recht unübersichtlich sein. Ich finde andere Gegner und gerate in Hinterhalte. Irgendwann stehe ich vor dem Boss jeden Levels und muss diesen besiegen, wenn ich eine Etage aufsteigen will. Diese Kämpfe sind fordernder und jeder Boss hat andere Spezialangriffe. So trifft meine Gruppe auf einem Attentäter, welcher auch gerne hinter meiner Gruppe auftaucht. Hier hat es sich als vorteilhaft erwiesen uns in eine Ecke zu stellen, sodass er nur zwei Möglichkeiten zum Angriff hat. Irgendwann können die Charakter auch aufsteigen und erhalten die Möglichkeit Punkte für Fähigkeiten zu vergeben. Hierbei können auch Punkte auf Fähigkeiten der anderen Spezialisierung der Klasse vergeben werden.

 

Bildergalerie von The Fall of the Dungeon Guardians (15 Bilder)

Der erste Level nimmt uns dabei sehr an die Hand und meine Gruppe erklärt mir das Spiel, sodass ich schnell reinkommen kann. Die Grafik- und die Sound-Kulisse ist sehr schön und angemessen. Es kommt ein echtes Dungeon-Feeling auf. Hin und wieder kommt auch ein Déjà-vu, wenn bestimmte Situationen schon so ähnlich in anderen Spielen erlebt wurden.

 

Sehr schön ist auch, dass der Entwickler das Spiel weiter unterstützt und regelmäßig Updates erscheinen. So wurde Nahrung in einem der letzten Patche implementiert. Diese Nahrung erlaubt die Regeneration außerhalb des Kampfes. Dies ist auch dringend erforderlich, wenn der Charakter in einem Kampf massiven Schaden genommen hat.


Das Fazit von: VanTom

VanTom

The Fall of the Dungeon Guardians ist interessant und nimmt sich selbst nicht zu ernst. Die Dialoge sind in Deutsch übersetzt worden, eine Sprachausgabe sucht man allerdings vergebens. Dies fällt aber eigentlich nicht auf, da man als Rollenspieler ja eigentlich gewohnt sein sollte, Texte zu lesen. Diese Texte fallen aber auch nicht allzu lang aus. Ein bisschen gefremdelt habe ich mit dem Kampfsystem, muss aber zugeben, dass es durchaus funktioniert und dem ganzen einen taktischen Hauch gibt, wenn ich aufpassen muss, dass meine Schadensausteiler (mein neues Lieblingswort) nicht zu viel Schaden nehmen, oder ich eine gefährlich Aktion des Gegners mit einem herzhaften Tritt meines Kriegers unterbrechen muss. Das Spiel bietet einen soliden Fantasy-Rollenspielspaß nach klassischem Vorbild mit einigen neuen Nuancen. Passionierte Rollenspieler sollten hier einen Blick wagen.


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