The Last Guardian

The Last Guardian

Publisher: Sony
Entwicklerstudio: Japan Studio
Genre: Adventure
Sub-Genre: Geschicklichkeit
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 07.12.2016
USK 12

The Last Guardian   01.01.2017 von VanTom

Es ist unangenehm, wenn man an einem unbekannten Ort das Bewusstsein wieder erlangt. Noch schlimmer ist es aber wahrscheinlich, wenn man neben einem Fabelwesen aufwacht, welches die Alten als menschenfressend beschreiben. Genau dies ist passiert dem Jungen, im neuen PlayStation 4-Spiel The Last Guardian. Wieder macht sich Kryptozoologe VanTom auf den Weg um ein Fabelwesen zu erforschen.

 

Kommen wir aber auf den Jungen zurück. Dieser erwacht aus einem Traum, in dem er durch die Dunkelheit geflogen ist. Sofort fällt einem Beobachter die auffällige Tätowierung ins Auge. Der Spieler vernimmt eine ältere Stimme und kann sofort messerscharf schließen, dass er der Geschichte des Jungen (erzählt von ihm als älteren Mann) lauscht. So hört und sieht der Spieler, dass er nicht alleine ist. Wir erhaschen einen Blick auf eine große Kreatur, welche einen sehr mitgenommen Eindruck macht. Sie liegt in Ketten, Speere stecken im Körper und eine zertrümmerte Rüstung bedeckt den Körper. Nähert sich der Junge der Kreatur wird diese unruhig und stößt ihn weg. Der Spieler muss also zunächst das Vertrauen des Trico gewinnen. So sollte das Tier zunächst etwas Futter erhalten. Dummerweise weiß der Junge zunächst nicht, was so eine Kreatur frisst. Da aber Fässer so ein bisschen leuchten und uns Schmetterlinge darauf aufmerksam machen, bringen wir eins zu Trico. Dieser zeigt sich zunächst unbeeindruckt. Erst der Hinweis des Erzählers, dass wir vielleicht zu nahe stehen, bringt den Durchbruch. Und tatsächlich, nachdem der Junge sich entfernt hat, beginnt Trico das Fass zu verschlingen. Der Spieler sieht den Jungen aus der Third Person-Perspektive und dementsprechend ist auch die Steuerung. Als nächstes befreien wir das Tier von den Speeren. Dabei wird der Junge weggeschleudert und verliert kurz das Bewusstsein. Das Wesen scheint nun auch ein gewisses Zutrauen zum namenlosen Jungen gefasst zu haben. Nun besteht noch das Problem, dass Trico noch an der Kette hängt, so dass seine Bewegungsfreiheit doch sehr eingeschränkt ist. Da Trico aber den Jungen auf seinen Körper steigen lässt, findet er einen Hebel, welcher die Kette löst. An den Anblick von Hebeln sollte der Spieler sich schon gewöhnen, denn er wird viele im Spiel finden. Nachdem Trico befreit wurde, stellt er einen wertvollen Verbündeten da, welcher ihm helfen kann unerreichbare Höhen zu erklimmen oder mittels weiten Sprüngen einen neuen Bereich zu erreichen. So kann der Junge in der nächsten Höhle mit Tricos Hilfe einen Spiegel erreichen. Dieser ermöglicht es der Spielfigur einen Blitz aus Tricos Schweif schießen zu lassen, welcher er gegen Gegner einsetzen kann oder aber gegen brüchige Wände, die im Weg sind.

 

Der Junge selbst ist unbewaffnet und ist auf Tricos Hilfe gegen Gegner angewiesen. So treffen er und Trico früher oder später auf magische Rüstungen, welche den Jungen packen wollen und in eine Tür ziehen wollen. Gelingt Ihnen dies, so ist das Spiel vorbei und der Spieler muss ab dem nächsten Speicherpunkt weitermachen. Diese Speicherpunkt sind aber fair verteilt, auch wenn der Spieler keinen Einfluss auf das Speichern hat. So beginnt der Junge zusammen mit Trico die Ruinen und Höhlen zu erforschen. Dabei kommen wir immer wieder an Stellen im Spiel bei denen wir Tricos Hilfe benötigen. Irgendwann später im Spiel erlernt der Junge auch die Fähigkeit Trico zu steuern und Befehle zu geben. Dabei heißt es aber nicht, das Trico dies auch direkt ausführt. Manchmal lässt er sich doch sehr bitten, etwas zu tun. Der Junge kann Trico aber streicheln oder regelmäßig mit Nahrung in Form von Fässern versorgen.

 

Der wirkliche Star des Spiels ist Trico. Das Wesen vereint Merkmale von verschiedenen Tieren. So zeigt Trico deutliche Bewegungsmerkmale einer Katze, hat allerdings Flügel und Hörner auf dem Kopf. Die beiden letzteren Merkmale sind allerdings abgebrochen oder stark verkümmert. So scheinen die Fässer dafür zu sorgen, dass Trico sich regeneriert. Also sind wir immer auf der Suche nach Fässern für Trico. Manchmal steht der Spieler auch nur da um Trico zu beobachten. So stromert das Tier einfach nur herum, kratzt sich mal hinter dem Ohr oder beobachtet den Jungen bei seinem Tun. Die Figur ist sehr schön ausgearbeitet und es ist einfach nur schön als Spieler zu beobachten, wie der Junge und die „blutrünstige“ Bestie eine freundschaftliche Beziehung zueinander aufbauen.

 

So detailgetreu Trico auch ist, die eigentliche Spielgrafik hätte gut ein Update vor dem Release brauchen können, da sie doch sehr altbacken daherkommt. Es ist nicht so, dass das Spiel wirklich hässlich ist, aber wirklich zeitgemäß wirkt sie auch nicht. Hier sieht der Spieler schon, dass an die 10 Jahre Entwicklungszeit in dem Titel stecken und man nicht alles auf den neusten Stand gebracht hat. Die Musik, welche vom London Symphony Orchestra eingespielt wurde, gefällt und ist auch nicht durchgängig, sondern unterstreicht Schlüsselstellen und Kämpfe.

 

Bildergalerie von The Last Guardian (16 Bilder)

Ein großer Kritikpunkt sind die Steuerung und die Kameraführung. Zum einen liegen die Befehlsknöpfe nicht unbedingt, wo man sie erwarten würde. Zum anderen ist die Steuerung aber ungenau und ich als Spieler habe oft das Gefühl, dass ich nicht wirklich die Kontrolle habe. So scheint es nur ein langsames Schleichen und schnell rennen zu geben. Der Übergang ist sehr abrupt. Dafür reagiert die restliche Steuerung sehr träge, so dass die Spielfigur teilweise mehr macht als sie eigentlich soll. Das Springen von einer Kette oder von Trico verkommt so zu einem Glückspiel, welches schnell zu Frustration führt. Ganz unschön ist die Kamera, wenn der Junge auf Trico steht und eine Höhle verlässt. Da kann es schon einmal passieren, dass der Spieler die Höhlenwand sieht, während Tricos Kopf und der Junge schon draußen sind. Hier kann man nur hoffen, dass sich Trico weiterbewegt und keine Aktion in diesem Moment nötig ist. Dies ist sehr schade, da das Abenteuer mit Trico Spaß macht, aber eben auch zu großen Frustmomenten führt.

 

Hat der Spieler The Last Guardian nach etwa 12 Stunden beendet, so gibt es wenig Anreiz das Spiel erneut zu spielen. Wir haben die Geschichte erfahren und mehr gibt es nicht zu erleben. Der Wiederspielwert beschränkt sich also darauf, dass wir Trico wiedersehen wollen. Ansonsten kann der Spieler, je nachdem wie viele Fässer eingesammelt wurden, einen neuen Durchlauf mit einem anderen Gewandt durchführen. Inwiefern man dies möchte, hängt von jedem Spieler selbst ab. Aus meiner Sicht, ist dies allerdings kein hoher Wiederspielanreiz.


Das Fazit von: VanTom

VanTom

The Last Guardian macht es dem Spieler und auch mich als Tester nicht einfach. Die Geschichte wird wirklich großartig erzählt und kommt mit wenig Text aus. Trico trägt das Spiel über weite Strecken im wahrsten Sinne des Wortes. Die Rätsel lassen sich alle durch Überlegung oder Ausprobieren lösen. Leider sagt einem das Spiel auch oft nicht, was zu tun ist. Wirkliche Kritikpunkte sind aber ganz klar die Steuerung und die Kameraführung. Gerade wenn der Junge in schwindelerregender Höhe rumklettert, möchte man als Spieler das Gefühl haben, dass man die Kontrolle hat. Leider hat der Spieler dieses Gefühl nicht oft. Wegen Trico ist das Spiel aber eine ganz klare Empfehlung. Trico sollte man einfach kennen... ihr werdet ihn mögen, auch wenn ihr ihm ab und an den Hals umdrehen möchtet!


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positiv negativ
  • Trico!
  • Sehr schöne und angemessene Musik
  • Interessante Geschichte
  • Schlechte Steuerung
  • Teils grottige Kameraführung
  • Oft wenig Hinweise was zu tun ist





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