The Rambler - Highway to Hell

The Rambler - Highway to Hell

Originaltitel: The Rambler
Genre: Action
Regie: Calvin Reeder
Hauptdarsteller: Dermot Mulroney
Laufzeit: DVD (95 Min) • BD (99 Min)
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 16

The Rambler - Highway to Hell   23.05.2015 von GloansBunny

Wenn Robert Rodriguez auf David Lynch trifft, man einem eher unbekannten Regisseur ein Paar illegale Drogen in den Kaffee mischt und ihm dann ein Kamerateam zur Verfügung stellt, kommt in etwa ein Film wie The Rambler - Highway to Hell heraus. Was GloansBunny zu dem Ergebnis sagt, klärt folgendes Review ...

 

Nach langer Zeit der Abstinenz von Gewalt, Alkohol und Abwechslung, kurz "Knastaufenthalt" genannt, erblickt der egozentrische Rambler (Dermot Mulroney) endlich wieder das Licht der Freiheit. Doch statt tagelangem Sex, nächtelangen Sauforgien und einem abwechslungsreichen Alltag warten zu Hause nur die zickige Freundin, treulose Kumpel und ein gähnend langweiliger Job auf den frisch Entlassenen. Als er zur Krönung auch noch von seiner Frau vor die Tür gesetzt wird, kommt dem Rambler ein hilfesuchender Brief seines Bruders gerade recht. Kurzum packt der schräge Vogel also Cowboyhut, Zigaretten und Sonnenbrille ein und macht sich trampend auf den Weg ins ländliche Oregon. Die merkwürdigen Lichterscheinungen am Himmel bereiten dem abgebrühten Rambler zunächst keine Kopfschmerzen, doch wenig später entlocken ihm andere merkwürdige Geschehnisse zumindest ein halbwegs emotionales Mundwinkelzucken. Illegale Boxkämpfe, ein schwuler Pokerspieler, wild um sich ballernde, dicke Omas, ein verstümmeltes, extrem anhängliches, aber eigentlich totes Mädchen und ein völlig durchgeknallter Professor sind nur eine handvoll Irrer, denen der Rambler auf seinem Roadtrip gen Süden begegnet. So nach und nach dämmert dem Cowboy, was die Redewendung "Hölle auf Erden" wirklich bedeutet ...

 

The Rambler - Highway to Hell ist irgendwie verstörend und eigentlich kaum in Worte zu fassen. Einen wirklichen roten Faden sucht man in dieser trashigen Mixtur aus Visionen, Zeitsprüngen und Splatterszenen vergeblich, stattdessen findet man haufenweise Fragezeichen, auf die man am Ende des Streifens ziemlich konfus zurückblickt. Fans von David Lynch dürften mit The Rambler - Highway to Hell ein weiteres exzentrisches Machwerk vor Augen haben, dem es allerdings an noch mehr Logik mangelt als Lynch´s Filmen. The Rambler - Highway to Hell  kann man am ehesten als grob zusammengewürfeltes Irrenhaus bezeichnen, in dem schräge Schnittführung, schwer vorhersehbare Zeitwechsel und ziemlich deftige Splatterszenen (Stichwort "abgetrennte Gliemaßen und zerberstende Schädel") das Zepter in der Hand halten. Der herrlich stoische, regungslose Hauptcharakter Rambler wird von Dermot Mulroney perfekt inszeniert und in das total verrückte Gesamtkonstrukt integriert. Vermutlich werden sich an The Rambler - Highway to Hell die Geister scheiden: die einen werden ihn völlig verstört und angewiedert in die hinterste Kellerecke verbannen, andere verleihen dem Roadmovie Kultstatus. Ein bisschen bekloppt muss man jedenfalls sein, wenn man sich The Rambler - Highway to Hell mehr als einmal freiwillig anschaut!

 

Bildergalerie von The Rambler - Highway to Hell (11 Bilder)

Technisch haut The Rambler - Highway to Hell so richtig auf die Kacke. Gestochen scharfe Details, herrlich satte Farben, tolle Schwarzwerte und deftige Splattereffekte, bei deren Ausführung man sich doch über die Altersfreigabe ab 16 Jahren wundert, dominieren das nur ganz selten etwas grobkörnige Bild. Da dieses und andere Bildstörungen allerdings zur Inszenierung von The Rambler - Highway to Hell gehören, stören sie nicht weiter sondern heben die Skurrilität des Filmes noch hervor. Auch der Ton überzeugt auf ganzer Linie. Die deutsche sowie englische Synchronisation ist herrlich trashig, aber dennoch gelungen und wird durch den abgefahrenen Soundtrack ergänzt. Im Extras-Bereich gibt es neben dem obligatorischen Wendecover auch den 12 Minuten umfassenden Kurzfilm The Rambler und den original Kinotrailer zu entdecken.


Das Fazit von: GloansBunny

GloansBunny

Hmm, was soll ich zu The Rambler - Highway to Hell sagen...? Dieser Film ist einfach schwer in Worte zu fassen, doch am ehesten lässt er sich mit folgenden Synonymen beschreiben: verrückt, verstörend, planlos, skurril. Deftige Splatterszenen, durchgeknallte Charaktere und eine sowas von absurde Story samt fast gänzlichem Ausbleiben eines roten Fadens paaren sich hier mit sonderbaren Visionen und einer extrem unterhaltsamen Hauptfigur. The Rambler - Highway to Hell hat irgendwie das Potenzial, als Kultfilm mit Lynch-Touch in die Geschichte der Trashmovies einzugehen, aber die meisten Zuschauer werden ihn wohl beschämt und angeekelt in die hinterste Kellerecke sperren. Die vielen wirren Zeitsprünge und der magere Spannungsbogen verhindern trotz zahlloser offener Fragen ein unbedingtes Wieder(an)sehen mit The Rambler - Highway to Hell. Die Splatterszenen können sich allerdings durchaus lohnen, gerade für Fans von exzentrischen Regisseuren wie David Lynch. Alle anderen sollten sich zwei mal überlegen, ob sie sich dieses cineastische Irrenhaus samt üblem Drogentrip wirklich antun wollen! Ich bin hin und her gerissen ... und höre Stimmen ... und sehe MONSTER!!!


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