Toukiden 2

Toukiden 2

Publisher: Koch Media
Entwicklerstudio: Koei Tecmo
Genre: Action-Adventure
Sub-Genre: Monster Hunting
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 24.03.2017
USK 12

Toukiden 2   24.03.2017 von LorD Avenger

Die Oni, japanische Dämonen, fallen über die Menschheit her und ein tapferer Kämpfer gerät durch das Durcheinander geratene Universum 10 Jahre in die Zukunft. Die Menschheit ist bereits deutlich dezimiert und in kleine verbleibende Siedlungen gedrängt worden, in denen sie um das Überleben kämpfen...

 

Toukiden erschien bereits 2013 exklusiv für die SONY Handhelds. In einem mittelalterlichen Fantasy-Japan angesiedelt kämpfen die zurückgedrängten Menschen aus einem Dorf heraus gegen die Übermacht der sich ausbreitenden Dämonen - im Grunde genommen also dieselbe Prämisse wie im neuen Toukiden 2, das nun auch für die Heimkonsolen aufbereitet wurde.

 

Gutes God Eater

 

Toukiden 2 ist ein Monster Hunting-Game, ähnlich wie das Namensverwandte Monster Hunter oder, um auf derselben Plattform zu bleiben, das gar nicht so weit zurück liegende God Eater 2. Vom Aufbau des Spiels und von Kameraperspektiven und ähnlichem her wurde ich sehr oft an Letzteres erinnert, meistens aber unter dem Gesichtspunkt "Das hätte God Eater mal so machen sollen...". Das Spiel beginnt mit einem sehr feingliedrigen Charakter-Editor, mit dem man sich locker eine halbe Stunde aufhalten kann, nur um anschließend zu merken, dass man von den ganzen eingestellten Details ohnehin nie etwas sieht - zum Einen, weil es das Gameplay nicht hergibt und zum anderen, weil man seinen Charakter mit Ausrüstungen upgradet, die ihn früher oder später ziemlich verhüllen.

 

Illusion von Komplexität

 

Hauptelement des Spiels ist es, entsprechend dem Genre, Monster zu jagen, in diesem Fall sehr japanisch angehauchte Dämonen in den verschiedensten Variationen. Die kleinen sind kaum der Rede wert, aber kaum wird es etwas größer, sollte man sich schon ein paar Minuten Zeit nehmen - denn, ebenfalls typisch für das Genre, haben Bosse und Zwischenbosse eine verdammt hartnäckige Energieleiste. Hinzu kommt, dass bei vielen Gegner zunächst die Panzerung durchbrochen werden muss, was wiederum durch das Abtrennen von Gliedmaßen möglich ist. Klingt ziemlich cool, ist es aber leider nur vom Prinzip. Die Gliedmaßen können tatsächlich abgetrennt und anschließend auch vernichtet werden, bevor der Dämon sie sich wieder aneignet, dummerweise beeinflusst ihn das nicht großartig, da er sich mit Phantomgliedmaßen genauso weiter bewegt wie vorher und dieselben Attacken einsetzen kann. Auch die Möglichkeiten im Kampf halten sich in Grenzen. Wir haben einen schnellen und einen schweren Angriff, die in Kombos verbunden werden können, eine Spezialattacke in Form eines Kraftschubs sowie vier verschiedene limitierte Power-Ups und Items aus der Umgebung. Besonders sind auch die beiden übernatürlichen Funktionen, die man mithilfe antiker Machina einsetzen kann: Zum einen das Aufnehmen von im Kampf gefallenen Kriegerseelen, die im Gegensatz zum eigenen Charakter hochleveln und diverse passive Auswirkungen im Kampf mit sich bringen. Die andere Funktion ist die leicht über den Touchscreen zu bedienende Demon Hand, die es ermöglicht, sich an einen Gegner heranzuziehen, ihn von den Beinen zu reißen, sich über Abgründe zu hangeln oder Umgebungshindernisse zu zerstören.

 

Apokalyptische RPG-Elemente

 

Ähnlich wie in Attack on Titan oder eben God Eater spielt alles in einer postapokalyptischen Welt mit nur noch wenigen verbleibenden Menschen, Toukiden 2 macht aber auch in Sachen Story alles richtig und fesselt den Spieler von Beginn an mit dem Zeitreiseaspekt sowie dem Anschließenden Kampf ums Überleben mit mysteriösen, größtenteils unerforschten Waffen. Eine Vielzahl von Charakteren wechselt sich ab, kämpft an eurer Seite oder versorgt euch mit Missionen. Wie in einem RPG könnt ihr die gesamte weitläufige Welt bereisen und erkunden, Items und Embleme sammeln und auf Quest-Geber treffen, die euch mal mehr und mal weniger aufwändige Missionen geben. Man kann sich problemlos auf die Haupt-Story konzentrieren ohne vom steigenden Schwierigkeitsgrad irgendwann eingeholt zu werden, ebenso kann man aber auch das ohnehin schon ausschweifende Spielerlebnis mit den zusätzlichen Aufgaben um das doppelte strecken.

 

Bildergalerie von Toukiden 2 (7 Bilder)

Gerade mit dem Negativbeispiel von God Eater 2 vor Augen hat es mir Toukiden 2 wirklich angetan. Nicht nur die deutlich spürbaren Einflüsse der japanischen Kultur, für die ich sehr empfänglich bin, sondern einfach das Gesamtpaket aus Story, Gameplay, Freiheit und Atmosphäre wissen zu überzeugen. Ein paar Schwächen gibt es aber natürlich auch hier: Man muss sich sehr intensiv mit dem Spiel beschäftigen, damit alle Regeln und Funktionen in Fleisch und Blut übergehen. Sei es nun das Vorgehen im Kampf gegen große Oni oder einfach nur das Erlernen der Bedeutungen seiner Power-Ups, die im Spielbildschirm lediglich durch mir zumindest nichts-sagende Symbole dargestellt werden. Auch hätte ich mir eine etwas lebhaftere Welt gewünscht, die mit ihren variierenden Klimazonen z.B. bereits vieles richtig macht, insgesamt aber wirkt wie die Open World aus Schatten von Mordor: eine riesige Fläche, die fast ausschließlich mit Sammelsachen und Questgebern ausgestattet ist, die entsprechend in der Regel nur Monster besiegt oder Items gefunden haben wollen.


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Toukiden 2 ist das deutlich bessere God Eater 2 und hält sich geschickt die Waage zwischen anspruchsvollen und vielseitigen Spielfunktionen und einem doch recht simplen und repetitiven Gameplay. Wem das gerade so reicht, der hat sanktionslos die Möglichkeit, sich auf die Story zu konzentrieren, während begeisterte Spieler sich in Side-Quests und Sammelsachen stundenlang verlieren können. Die Story ist spannend und durchwachsen von gut geschriebenen, wenn vielleicht auch etwas zu kurz kommenden Charakteren und alles wird eingeleitet mit verdammt schicken CGI-Cutscenes. Danach wechselt die Geschichtenerzählung eher ins Textlastige (englische Untertitel / Bildschirmtexte).


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positiv negativ
  • Großartig inszenierte Zwischensequenzen a la Final Fantasy
  • Große, frei begehbare Open World mit unterschiedlichen Terrains
  • Vielzahl von Individualisierungsmöglichkeiten - sowohl optisch als auch strategisch
  • Spannende Story mit interessanten Charakteren
  • Hervorragende Einbindung des Vita-Touchscreens
  • Welt nur mit Sammelsachen, Gegnern und Questgebern bevölkert
  • wenig abwechslungsreiches, repetitives Gameplay
  • teilweise unnötig lange Wege, da die Schnellreisefunktion sehr eingeschränkt ist





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