Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen

Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen

Publisher: Ubisoft
Genre: Jum & Run
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 21.01.2010
USK 6

Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen   25.01.2010 von Panikmike

Ende Januar läuft im Kino ein neuer Animationsfilm der etwas anderen Art. Schon alleine der Titel ist ein bisschen bizarr, ebenso ist es auch die Story des Films. Natürlich muss man auf den Zug der Videospiele aufspringen und eine Umsetzung des Films für Kinder anbieten. "Nicht schon wieder", werdet ihr denken. Mal sehen, ob das Spiel taugt...

Im Vorfeld habe ich schon ein paar Tests des Spiels gelesen und allesamt waren nicht wirklich berauschend. So habe ich mich eigentlich auf den Film und ebenso auf das Spiel gefreut, doch die Fachzeitschriften haben mir diese Vorfreude genommen. Als das Spiel bei mir ankam, musste ich es natürlich sofort ausprobieren, um mir meine eigene Meinung zu bilden. Gleich vorweg: Das Spiel selbst hat seine Macken, macht aber durchaus Laune. Ich denke hier spielt die Betrachtungsweise eine sehr große Rolle. Ich bin generell ein totaler Fan von Kinderspielen: Shrek, Madagascar und wie sie nicht alle heißen, habe ich ja hier ebenso getestet. Umso mehr war ich gespannt, was mich hier erwartet. Das Hauptmenü sieht schon mal putzig aus, ich steuere den Hauptcharakter in einem Labor, überall stehen große Computer und jedes Eck hat eine eigene Funktion. In der Mitte steht der Missionsrechner, auf den ich natürlich sofort zugreife.

Die Geschichte geht im Spiel leider extrem unter, naja was heißt untergehen, es gibt quasi keine. Man erfährt zwar, dass man Menschen vor bösem Essen retten muss, aber warum, weshalb und wozu überhaupt erfährt der Spieler nicht. Einerseits wird nicht gespoilert, andererseits hätte man sich dann ebenso die paar Bilder, die die Story zu erzählen versuchen, auch sparen können. Also wir waren beim Menschen retten. Wir sind Wissenschaftler und haben quasi eine Maschine erfunden, die Essen aus dem Himmel kommen lässt. Juhu Schokoladen-Regen oder Hamburger wie und wann ich will, ist doch toll. Ja ist es, zumindest solange bis ein riesengroßer Donut Häuser zerstört und Menschen bedroht. Oder aber auch ein Chili-See wegen seiner Schärfe gefährlich wird. Ebenso wird es auf der Erde sehr extrem, denn Ninja-Chicken, wilde Gummibären und Angriffe von Muscheln müsste man in Kauf nehmen. Genau hier liegt das Problem, so geht es nicht. Also machen wir uns auf, um unsere Maschine wieder zu zerstören, bevor sie uns zerstört.

Das Spielprinzip ist sehr einfach, leider zu einfach. Man fühlt sich inhaltlich ein paar Jahre nach hinten versetzt, einen Anspruch sucht man vergebens. Jedoch werte ich das nicht als super negativ, denn es macht trotzdem Spaß und man muss ja immer im Hinterkopf behalten, dass das Spiel für Kinder entwickelt wurde. Trotzdem hätten ein paar Rätsel und mehr Niveau nicht geschadet. So rennt man durch die verschiedenen Level mit unterschiedlichen Utensilien, um das böse Essen aufzuhalten. Man hat einen Schmelzer, mit dem man Eis, die aggressiven Gummibären und allerlei andere Sachen schmelzen kann. Dann gibt es eine elektrische Gabel, mit dem man eckige Glückskekse knacken und per Spaghetti-Lift auf höhere Ebenen gelangen kann. So gibt es im gesamten Spiel fünf Waffen und einen umgebauten Lastwagen, der Chili, Honig oder andere Flüssigkeiten aufsaugen kann und in späteren Leveln großes Essen entsorgt. Ziel ist es immer, Menschen zu befreien und nebenbei verschiedene Objekte zu zerstören. Dabei spielt man Musik, Artworks und Filme frei, wenn man weiter im Spiel kommt.

Wenn man alleine keine Lust hat, so kann man jederzeit zu zweit spielen. Einfach den Controller einschalten und los geht’s. Der zweite Spieler übernimmt einen kleinen Affen, der ebenso die gleichen Waffen wie unser Held hat. So kann man das Essen zusammen stoppen, in meinen Augen ist es sehr gut umgesetzt. Nichtsdestotrotz wird dadurch das Spiel nicht besser. Es fehlen einfach Innovation und Motivation, denn das Spiel selbst ist leider auch sehr kurz. Man braucht pro Level ca. 15 Minuten, bei insgesamt 20 Level in 6 Kapitel ist das nicht sehr lange. Summa summarum hat man das Spiel in ca. 4-5 Stunden durch, hat dann alles gesehen und 1000 Gamerscore auf seinem Punktekonto. Warum sollte man denn dann erneut das Spiel in seine Konsole legen? Richtig, es gibt keinen Grund. Ergo ist Fleischbällchen ein nettes Spiel für Zwischendurch, was man Kindern empfehlen kann, die hin und wieder mal spielen wollen. Für Erwachsene und Kinder, die mehr spielen und ein gewisses Niveau erwarten, ist es eine herbe Enttäuschung!

Kurz noch ein paar Worte zur Grafik und zum Sound. Die Grafik selbst ist nett, leider nicht mehr. Es ist zwar viel Abwechslung in den verschiedenen Leveln zu sehen, jedoch ist die Technik nicht gerade zeitgemäß. Bei der Musik sieht es anders aus, diese passt ideal zum Geschehen und ist sehr schön umgesetzt worden. Die Sprachausgabe ist klar, jedoch nerven die paar Sprüche viel zu schnell, da sie sich oft wiederholen. Wenn ich eine andere Waffe wähle, möchte ich nicht, dass der Held uns immer sagt, was ich in der Hand halte.


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Also das Extreme, was der Titel uns eigentlich mit seinem Namen schon verspricht, wird hier nicht eingehalten. Das Spiel macht für eine kurze Zeit Spaß, doch leider ist dieser von nicht allzu langer Dauer. Kinder werden bei Fleischbällchen ihren Spaß haben, jedoch darf man sich kein technisches Wunderwerk erwarten. Ebenso sollte man seine Erwartung bezüglich des Niveaus deutlich nach unten schrauben, sonst wird man ebenso enttäuscht. Im Endeffekt ist es ein harmloses Spiel mit wenig Anspruch, was man durchaus für die Dauer von 4 Stunden spielen kann. Allerdings ist es ein Muss für Gamerscore-Hunter, denn so einfach verdient man selten seine 1000 Punkte.


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positiv negativ
  • Konfuser Titel
  • Schöne Musik
  • Schöner Koop-Modus
  • Coole Essens-Ideen…
  • Spielprinzip wechselt sich nicht ab
  • Kaum Story vorhanden
  • Sprüche wiederholen sich zu oft
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  • Keine Rätsel





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