Zombies: Mythos und Legende

Zombies: Mythos und Legende

Originaltitel: Zombies: A Living History
Genre: Dokumentation
Regie: David V. Nicholson
Laufzeit: DVD (87 Min)
Label: Polyband
FSK 16

Zombies: Mythos und Legende   14.11.2016 von LorD Avenger

Zombies und Untote sind längst Teil unserer Popkultur geworden. Doch wer nun denkt, dass Zombies ein Phänomen unserer Zeit sind, irrt gewaltig. Nicht erst, seit sie durch Comics, Horrorfilme oder TV-Serien zum Massenphänomen wurden, sind sie Bestandteil unserer Kultur. Bereits in einem der ältesten literarischen Werke der Menschheit, dem Gilgamesch-Epos, finden sich erste überlieferte Geschichten über die wiederbeseelten Toten. Selbst das Buch der Bücher - die Bibel - enthält zahlreiche Passagen über sie. Steckt also hinter ihrer Geschichte ein Funke Wahrheit? Könnte es Zombies tatsächlich geben? Und falls ja, wie könnten wir eine Zombie-Invasion überleben?

 

Als Riesenfan von Zombie-Filmen, -Serien, -Comics und -Games war ich sofort Feuer und Flamme für diese Dokumentation als sie angekündigt wurde. Zugegeben, das Cover macht nicht sonderlich viel her, aber es geht auch nur um eine Dokumentation. Über Zombies!

 

Tatsächlich hält sich der tatsächliche Bezug zu Zombies sehr in Grenzen. Zwar wird der Begriff in jedem zweiten Satz erwähnt, dokumentiert wird aber so ziemlich alles, das sich auch nur entfernt mit den lebenden Untoten in Verbindung bringen lässt. Kannibalismus, Epidemien, Terrorismus, Überlebenstraining... alles findet seine Erwähnung und wird auch auf durchaus interessante Art und Weise dargestellt. Der Film beginnt beispielsweise mit der Historie. Mit George A. Romeros Klassiker Night of the Living Dead, der Zombies überhaupt erst bekannt gemacht hat und dann geht der Erzähler weiter auf historische Schriften und Legenden ein, in denen Zombies oder zombieartige Wesen Erwähnung finden. Es ist durchaus interessant nicht nur durch die Zeit, sondern auch über die Erde zu reisen und verschiedene Legenden erzählt zu bekommen, die alle Stoff für mindestens eine Folge Supernatural bieten könnten.

 

Nach dem historischen Part schweift alles aber ein wenig ab. Zombies fressen Menschen, also wird 20 Minuten über kriminelle und wilde Kannibalen aus aller Welt berichtet. Man wird durch eine Infektion, einen Virus zum Zombie - also reden wir 20 Minuten über Epidemien der Geschichte, einschließlich der Pest und SARS. Der Virus könnte auch als Biowaffe nach einem Terrorangriff ausbrechen - ach komm, geben wir den Terroristen auch 10 Minütchen. Und damit die amerikanischen Zuschauer sich auch richtig wohlfühlen, reden wir auch noch eine Viertelstunde über die besten Waffen zur Selbstverteidigung, inklusive Schießvorführung. Zwischendurch, nach jeder herausgeschnittenen Werbeunterbrechung, kriegt man auch in Mini-Episoden Kampftipps und Waffenanalysen. Ein Katana ist offenbar doch nicht die beste Waffe für die Apokalypse. Es gibt sogar anschauliche Tipps dafür, wie man sich zur Wehr setzen kann, wenn man unbewaffnet ist. Ich fühle mich jetzt jedenfalls gewappnet.

 

Bildergalerie von Zombies: Mythos und Legende (4 Bilder)

Schlimm ist das Ganze in dieser Form nicht, da es immerhin Abwechslung bietet und die einzelnen Themen interessant aufgeschlüsselt werden - speziell weil sie historisch und geografisch sehr breit gefächert sind. Alles geht zwar nicht zu sehr in die Tiefe, verschafft einem aber einen guten Überblick. Es ist halt alles ein wenig anders, als ich erwartet hatte. Eine cineastische Historie der Zombiefilme hätte ich auch interessant gefunden oder eine wirklich wissenschaftliche Analyse eines seriösen Biologen, wie so ein Virus aussehen müsste und was er in Hirn und Körper im Detail auslösen würde. Aber anstelle von ernstzunehmenden Wissenschaftlern sind die interviewten "Experten" zu 80 Prozent Autoren von Zombie-Büchern oder Redakteure von Horrorzeitschriften. Also alles Leute, die sich vielleicht mehr als jeder andere mit dem Thema Zombie auseinandergesetzt und die sicher auch viel Recherche betrieben haben, die letztlich aber primär Fiktion zu Papier bringen. Nicht unbedingt etwas, worauf eine Dokumentation aufbauen sollte.

 

Die deutsche Synchronisation ist übrigens gut gelungen, dummerweise schlecht abgemischt. Die deutsche Stimme ist dokumentationstypisch über die Originaltonspur gelegt, von der Lautstärke aber nicht ausreichend angepasst, sodass man teilweise Schwierigkeiten hat die beiden Stimmen auseinanderzuhalten und alles zu verstehen. Ich habe nach einer halben Stunde auf die englische Tonspur gewechselt. Auch beim Bild sieht man sofort, warum es Zombies nicht auf Blu-ray geschafft hat...


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Eine recht oberflächliche Dokumentation, die sich nur vermeintlich mit dem Thema Zombie auseinandersetzt. Zwar fällt der Begriff häufiger als jedes andere Nomen, allerdings meist nur als notdürftige Entschuldigung für das Berichten über Dinge, die überhaupt nichts mit den Untoten zu tun haben. Es ist nicht das was ich erwartet habe und auch nicht das, was ich mir gewünscht hätte - oder was es hätte werden können - aber die breit gefächerten Themen und Legenden von überall auf der Welt sind spannend und interessant und ich kann definitiv sagen, dass ich nicht mal wenig gelernt habe. Allein die kurzen Selbstverteidigungstipps von einem der Zombiebuch-Autoren, die diese Dokumentation fast zu einer Werbesendung für ihre Literatur gemacht haben, haben mich denken lassen: "Stimmt, das könnte so klappen... sollten die in Walking Dead dringend mal ausprobieren."


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