Der zerstreute Pharao

Der zerstreute Pharao

Genre: Brettspiel • Gedächtnis • Schiebespiel
Autor: Gunter Baars
Spieleverlag: Ravensburger
Empfohlenes Alter: ab 7 Jahren
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Anzahl Spieler: 1-5

Der zerstreute Pharao   17.11.2015 von MarS

Ravensburger ist der führende Anbieter von Puzzles, Spielen und anderen Beschäftigungsprodukten in Europa und wohl jeder erkennt sofort das typische Markenzeichen, das blaue Dreieck, welches seit 1974 im Einsatz ist. Nachdem das erste Gesellschaftsspiel Reise um die Erde bereits im Jahr 1884 veröffentlicht wurde widmen wir uns heute der Neuauflage eines der aktuelleren Vertreter des Verlags und sagen Euch, ob sich ein Kauf von Der zerstreute Pharao lohnt...

 

Die Spielbeschreibung

 

Der steinreiche, aber schusselige Pharao hat jede Menge Schätze gesammelt und unter seinen Pyramiden versteckt. Doch leider hat er vergessen, was er wo vergraben hat...In der Neuauflage des beliebten Familienspiels bahnen sich die Spieler den Weg durch die Pyramiden, um mit Grips und Glück die Schätze des zerstreuten Pharaos zu finden. Doch diesmal stehen ihnen nicht nur die Mitspieler im Weg, sondern auch noch Flüche, Sandstürme und natürlich die gefürchtete Mumie! Jetzt mit Variante für Profi-Schatzsucher!

 

Das Spielbrett, das Material und die Vorbereitung

 

Noch vor dem Öffnen des Kartons fällt einem das witzige Design ins Auge und sorgt für ordentliche Vorfreude. Ein Spielbrett sucht man bei Der zerstreute Pharao vergebens, denn dieses ist in den Karton integriert und benötigt somit einen Platz von ca. 37x27cm auf dem Tisch. Neben der herausnehmbaren Spielfläche gibt es im Inneren noch jeweils eine Ablagefläche für die 30 Suchkarten, die 21 Chips sowie die Pyramidensteine in drei Farben. Die Schatzkarten finden unter der Spielfläche Platz. Sowohl die Chips als auch die Schatzkarten müssen vor dem ersten Spiel vorsichtig aus Stanztafeln herausgelöst werden. Dabei sollte man darauf achten, nicht aus Versehen die Spielfläche mit zu entsorgen. Sowohl die Karten als auch die Chips und die Spielfläche sind aus fester, stabiler Kartonage gefertigt, die Pyramiden sind aus Plastik und machen ebenfalls einen soliden Eindruck. Insgesamt ist die gesamte Verarbeitung sehr gut und weiß zu überzeugen.

 

Die Anleitung

 

Die Anleitung umfasst insgesamt acht Seiten und behandelt sowohl die Basis-Spielvariante, als auch das neue Profi-Spiel und das Solo-Spiel. Alle Spielvarianten sind ausführlich beschrieben und die Regeln einfach, wodurch auch jüngere Mitspieler diese schnell verstehen und verinnerlichen können. In der ersten Spielrunde sollte die Anleitung noch zur Hand sein, um die Sonderaktionen im Blick zu haben, spätestens in der zweiten, dritten Runde sind aber auch diese verinnerlicht. 

 

Das Spielziel

 

Ziel bei Der zerstreute Pharao ist es durch Geschick und Erinnerungsvermögen die meisten Punkte in Form von Schätzen zu erzielen.

 

Der Spielablauf

 

Insgesamt hat man als Spieler die Wahl zwischen drei Varianten, auf die ich im Folgenden jeweils näher eingehen möchte.

 

Variante 1: Das Basisspiel

Jede Spielvariante bedarf einer Vorbereitung. Im Fall des Basisspiels werden zunächst die Suchkarten nach der Ziffer auf der Rückseite sortiert, gemischt und dann als ein Suchstapel abgelegt, wobei die Karten mit der Ziffer 3 unten, die mit der Ziffer 1 obenauf liegen. Danach werden die Schatztafeln auf dem Kunststoffeinsatz verteilt, die Position und Verteilung ist völlig frei wählbar und sorgt dadurch für jede Menge Abwechslung im Ablauf des Spiels. Anschließend wird die Spielfläche darüber gelegt und die Pyramiden darauf verteilt, wobei in der Basis-Variante wiederum die Verteilung völlig willkürlich erfolgen kann. Das letzte freie Feld darf dabei jedoch keinen Schatz zeigen. Zum Abschluss wird die oberste Karte des Suchstapels umgedreht. Nun kann das Spiel beginnen.

 

Der Startspieler bewegt verschiebt eine beliebige Pyramide auf das freie Feld auf der Spielfläche, wodurch sich drei Möglichkeiten ergeben. Ist das erscheinende Feld ebenfalls leer, so darf der Spieler eine weitere Pyramide verschieben, solange bis er einen Schatz entdeckt. Entspricht der Schatz dem des Suchstapels, so darf er diese Karte nehmen und die nächste Karte auf dem Stapel umdrehen und der Zug ist beendet. Der Zug endet aber ebenfalls, wenn der Schatz nicht der Gesuchte ist, der Spieler erhält dann jedoch nichts. Erreichen die Spieler auf diese Weise nach einer Weile die Suchkarten mit der Ziffer 2, kommen die Sonderaktionen ins Spiel, von denen es vier verschieden gibt - das jeweilige Symbol dafür befindet sich auf der sichtbaren Seite der Suchkarte:

 

Sonderkarte 1: Der Sandsturm

Beim Sandsturm wird das Spielfeld um 90° gedreht und anschließend die Suchkarte wie gewohnt aufgedeckt. Dies sorgt auf Dauer für Verwirrung beim Einprägen der Schätze auf dem Spielplan.

 

Sonderkarte 2: Der Skorpion

Die Karte mit dem Skorpion wird zunächst nicht aufgedeckt. Alle Mitspieler müssen nun jeweils eine Pyramide bewegen, und zwar so lange bis ein beliebiger Schatz dabei freigelegt wird. Der Spieler der den Schatz gefunden hat muss nun einen seiner gewonnenen Schätze an seinen rechten Mitspieler abgeben. Danach wird die Karte mit dem Skorpion aufgedeckt und das Spiel geht weiter.

 

Sonderkarte 3: Superkräfte

Die Karte wird sofort aufgedeckt und alle Spieler machen sich auf die Suche nach dem gesuchten Schatz. Dabei darf jeder nur in einer Reihe arbeiten und dort so viele Pyramiden bewegen wie er möchte, oder so lange bis er auf einen falschen Schatz trifft. Wer den gesuchten Schatz findet darf diesen behalten und das Spiel wird fortgesetzt.

 

Sonderkarte 4: Das Duell

Diese Karte wird nicht aufgedeckt. Der Spieler und sein linker Nachbar wählen eine Karte aus den bereits gewonnenen Schätzen und legen diese offen aus. Jetzt gilt es den Schatz des anderen zu finden, wobei die normalen Basisregeln Anwendung finden. Der Spieler der den Schatz des anderen findet (auch wenn dieser den Schatz aus Versehen selbst aufdeckt), erhält beide eingesetzten Schatzkarten.

 

Das Spiel endet, sobald ein Spieler die letzte Suchkarte gewonnen hat. Nun werden die Punkte auf den Such- bzw. Schatzkarten zusammengezählt und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

 

Variante 2: Das Profi-Spiel

 

Im Profil-Spiel kommen nun die Chips zum Einsatz. Während der Vorbereitung erhält jeder Spieler zusätzlich einen Skarabäus-Chip, den er mit der Ziffer 2 nach oben vor sich legt. Zusätzlich zum Aufbau des Basis-Spiels werden nun die 16 restlichen Chips unter die goldenen Pyramiden platziert, wobei die Verteilung wieder völlig frei steht. Die Mumie wird ebenfalls neben der Spielfläche bereit gelegt. 

 

Neben den Regeln des Basis-Spiels gelten nun folgende Besonderheiten:

 

  • Es ist möglich seinen Skarabäus-Chip einzusetzen
  • Wer durch das ziehen einer goldenen Pyramide einen beliebigen Schatz entdeckt, muss diese anheben und nachsehen, welcher Chip sich darunter befindet. 

 

Die Chips haben dabei unterschiedliche Auswirkungen:

 

Chip 1: Der Skarabäus

Mit dem Skarabäus-Chip hat der Spieler im Laufe des Spiels zweimal die Möglichkeit, einen zweiten Zug nach den bekannten Regeln zu machen. Dafür wird der Chip einfach umgedreht und ein weiterer Spielzug ausgeführt. Nach dem zweiten Einsatz wird der Chip entfernt.

 

Chip 2: Die Mumie

Wer den Chip mit der Mumie findet, der legt die Mumien-Figur bei sich ab und muss in der nächsten Runde aussetzen. Danach kommt die Figur zurück neben die Spielfläche. Der Mumien-Chip bleibt dabei unter der Pyramide liegen und somit im Spiel

 

Chip 3: Der Forscher

Wer einen Forscher entdeckt, darf diesen behalten. Dies sorgt am Ende des Spiels für Extra-Punkte, denn der Spieler mit den meisten Forschern erhält zusätzliche 6 Punkte, der mit den zweitmeisten 3 und der Drittplatzierte 2. 

 

Variante 3: Das Solo-Spiel

 

Auch wer alleine zuhause ist und Lust auf eine Runde Der zerstreute Pharao hat kann dies ohne Probleme tun und sich mit sich selbst messen. Die Vorbereitung und der Ablauf entsprechen dabei dem des Basis-Spiels, jedoch finden die Sonderaktionen keine Anwendung. Nur der Sandsturm wird ausgeführt. Findet der Solo-Spieler einen Schatz, der nicht gesucht wird, so wird die Suchkarte entfernt und die nächste aufgedeckt. Findet man den gesuchten Schatz, darf man diese Karte behalten. Am Ende des Solo-Spiels findet man in der Anleitung eine "Erfolgsskala", die einem einen lustigen ägyptischen Titel entsprechend der Anzahl der gewonnenen Karten verleiht.

 

Bildergalerie von Der zerstreute Pharao (8 Bilder)

Abschließend noch der Inhalt des Spiels:


  • 47 Pyramiden
  • 1 Spielfläche
  • 12 Schatztafeln
  • 24 Suchkarten
  • 21 Chips
  • 5 Aufträge
  • 1 Mumie
  • 1 Anleitung


Cover & Bilder © Cover: Ravensburger AG / Teaserbild & Produktfotos: www.sofahelden.de


Das Fazit von: MarS

MarS

Auch wenn die Beschreibung des Spiels sehr umfangreich erscheint, Der zerstreute Pharao ist simpel zu spielen und die Regeln schnell verinnerlicht. Das Spielprinzip ist so einfach wie genial und fördert neben dem Spaß auch das Erinnerungsvermögen. Die Mischung aus Memory und Das verrückte Labyrinth macht einfach unglaublich Spaß und sorgt durch die immer wieder verschiedenen Aufbaumöglichkeiten sowie die diversen möglichen Spielvarianten für langanhaltende Unterhaltung und Langzeitmotivation. Gleichzeitig ermöglichen die Varianten durch die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade Spiele in jeder Altersklasse. Einfach aber großartig, von mir einen uneingeschränkten Brettspiel-Tipp!


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