The Professor and the Madman

The Professor and the Madman

Originaltitel: The Professor and the Madman
Genre: Drama
Regie: Farhad Safinia
Hauptdarsteller: Mel Gibson • Sean Penn
Laufzeit: DVD (119 Min) • BD (124 Min)
Label: NEW KSM
FSK 12

The Professor and the Madman   02.12.2019 von MarS

Das Oxford Englisch Dictionary, erstmals erarbeitet und veröffentlicht zwischen 1877 und 1928, ist das wohl umfassendste Wörterbuch der englischen Sprache. Das Drama The Professor and the Madman schildert die ersten und bedeutendsten Jahre dessen Entstehungsgeschichte...

 

Inhalt

 

Der Sprachforscher James Murray (Mel Gibson) hat den ehrgeizigen Traum, ein umfassendes Wörterbuch der englischen Sprache zu erstellen. Von den Gelehrten, die an dieser Aufgabe zuvor gescheitert waren, wird Murray zwar belächelt, doch dadurch lässt er sich nicht von seinem Ziel abbringen. Um wirklich alle Wörter samt ihrer Herkunft dokumentieren zu können, bezieht Murray schließlich das gesamte Volk mit in seine Arbeit ein. Auf diese Weise lernt er den in einer Anstalt für geisteskranke Kriminelle inhaftierten Arzt Dr. William C. Minor (Sean Penn) kennen, der sich als wichtigster und wertvollster Lieferant von neuen Inhalten erweist. Zunächst unwissend, mit wem er es eigentlich zu tun hat, nähert sich Murray langsam dem geistig labilen Minor an. Der wird von Schuldgefühlen gegenüber der Witwe Eliza Merrett (Natalie Dorner) geplagt, deren Mann Opfer seiner Wahnvorstellungen wurde, und hofft durch seine Mitarbeit am Wörterbuch lange genug abgelenkt zu werden, bis er eine Chance auf Erlösung erlangen kann...

 

Ein Film über die Entstehung eines Buches. Kann das überhaupt funktionieren? Um es kurz zu machen: es kann. Und das aus mehreren Gründen. Zum einen wäre die Entstehungsgeschichte selbst, die absolut faszinierend ist und nicht nur zeigt, wie schwer der Weg bis zur Verwirklichung zur damaligen Zeit gewesen ist, sondern auch wie bemerkenswert die Leistung aller Beteiligten war. Dazu kommt die Tatsache, dass The Professor and the Madman zu der eigentlichen Arbeit am Oxford English Dictionary auch noch eine zweite Erzählebene präsentiert, die sich mit dem in der Psychiatrie befindlichen William C. Minor befasst und dabei nicht nur eine emotional aufwühlende Nebengeschichte liefert, sondern diese auch stimmig mit der Haupthandlung verknüpft. Immerhin war William C. Minor seinerzeit einer der wichtigsten freiwilligen Mitarbeiter für das umfassende Wörterbuch und lieferte insgesamt mehr als 20 Jahre lang teilweise über hundert Wortbelege in der Woche. Gerade in diesem Punkt macht The Professor and the Madman ebenfalls alles richtig, denn es sind die ideal besetzten Darsteller, die allesamt wirklich sehr gut agieren und damit der eigentlich simplen Geschichte erst das benötigte Leben einhauchen. Das gilt jedoch nicht nur für die Hauptdarsteller, sondern auch für alle anderen Figuren im Film. Ohne Zweifel ist es aber ein weiteres Mal Sean Penn, der mit seiner grandiosen Vorstellung allen anderen mühelos die Show stiehlt und seine Figur samt tragischer Leidensgeschichte damit oftmals deutlich in den Vordergrund rückt. Neben ihm verblasst selbst ein gut aufgelegter Mel Gibson beinahe zu einer Randerscheinung, obwohl dieser sich bereits vor vielen Jahren die Filmrechte gesichert hatte und bei The Professor and the Madman ursprünglich sogar selbst Regie führen wollte.

 

Bildergalerie von The Professor and the Madman (7 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Die Blu-ray liefert ein sehr scharfes, detailreiches Bild mit natürlicher Farbgebung und kräftigem, gut ausbalanciertem Kontrastverhältnis. Das Bild ist frei von störendem Rauschen und insgesamt sehr sauber. Der Schwarzwert ist stimmig, könnte in manchen Szenen aber etwas kräftiger sein. Die Tonspur überrascht trotz der hohen Dialoglastigkeit des Films durch eine hervorragende Räumlichkeit. Die Kanäle sind klar voneinander getrennt und sowohl Dialoge als auch Effekte jederzeit sauber ortbar.



Cover & Bilder © New KSM


Das Fazit von: MarS

MarS

The Professor and the Madman hat zwar ein paar kleinere Schwächen in der Inszenierung - beispielsweise ist der lange Zeitraum der Ereignisse kaum greifbar - überzeugt aber durch seine starken Darsteller ebenso wie durch die faszinierende Geschichte. Dadurch vergehen die zwei Stunden wie im Flug, während die Handlung zusätzlich durch die Konzentration auf William C. Minor für zahlreiche emotional aufgeladene, aufwühlende Momente sorgt. Trotz Freiheiten in der Erzählung in Bezug auf die realen Hintergründe liefert The Professor and the Madman eine Geschichte, wie sie eigentlich nur das Leben selbst schreiben kann und die beweist, zu was der Mensch mit der richtigen Motivation fähig ist.


Die letzten Artikel des Redakteurs:




Kommentare[X]

[X] schließen