3096 Tage

3096 Tage

Originaltitel: 3096 Tage
Genre: Drama / Autobiographie-Verfilmung
Regie: Sherry Hormann
Hauptdarsteller: Antonia Campbell-Hughes
Laufzeit: Ca. 110 Minuten
Label: Constantin / Highlight Film
FSK 16

3096 Tage    10.09.2013 von Panikmike

Die Geschichte von Natascha Kampusch und ihrem Entführer Wolfgang Priklopil ging nach ihrer Flucht im Jahre 2006 durch die ganze Welt. 2010 wurde dann ihre erfolgreiche Autobiographie 3096 Tage veröffentlicht und zwei Jahre später letztendlich auf die Leinwand verbannt. Den schockierenden Film über ihre Gefangenschaft gibt es nun auf DVD und Blu-ray ...

 

Natascha Kampusch (Amelia Pidgeon) ist ein normales 10-jähriges Mädchen, welches nach der Trennung ihrer Eltern bei ihrer Mutter wohnt. Am 2. März 1998 ändert sich jedoch ihr komplettes Leben, als sie auf dem Weg zur Schule von einem Mann in einen Lieferwagen gezogen wird. Nach einer kurzen Fahrzeit wirft er sie in einen 6 qm kleinen Raum und sperrt hinter sich die Türe zu. Von nun an wird Natascha dort über acht Jahre gefangen gehalten und ihr wird immer wieder erzählt, dass ihre Familie sie nicht mehr haben möchte. Angeblich wird weder von der Mutter noch vom  Vater Lösegeld gezahlt, laut dem Entführer sind ihre Eltern froh, sie nicht mehr zu haben. Die Tage verstreichen und Natascha versucht sich das Vertrauen von ihrem Peiniger Wolfgang Priklopil (Thure Lindhardt) zu erarbeiten. Da dieser aber sehr penibel und genau ist, kann sie ihm eigentlich kaum was recht machen. Neben tagelangem Essensentzug, wird sie auch von ihm geschlagen, vergewaltigt und misshandelt.

 

Jahre später ist Natascha (Antonia Campbell-Hughes) eine junge Frau, die als Bezugsperson nur noch Wolfgang hat. Auch wenn sie ihn wegen seiner Taten hasst, kann sie teilweise nicht anders, als ihn zu mögen. Trotz alledem wird sie immer noch geschlagen und gepeinigt, sie kann es Wolfgang einfach nicht recht machen. Doch Natascha machen diese Taten stärker zu dem Tag, als sie ihm ins Gesicht sagt: Nur einer von uns beiden wird überleben – du oder ich!

 

Was aus dem Fall Natascha Kampusch geworden ist, dass weiß so gut wie jedes Kind! Die Medien hatten das Thema damals mehr als breitgetreten, daher war es für die Filmemacher umso schwieriger, ein Werk zu schaffen, was über die komplette Laufzeit nicht langweilt. Natürlich soll 3096 Tage nicht unterhalten und auch die Zuschauer nicht begeistern, vielmehr ist es meiner Meinung nach einfach nur wichtig, den Film gesehen zu haben. Vieles spielt sich in den Köpfen der Zuschauer ab, denn richtig viel Gewalt wird nicht gezeigt – und das ist auch gut so. Wer sich auf diesen Film einlässt, der sollte auf alle Fälle keine labile Psyche aufweisen, denn danach wird man viel über Natascha und ihren Peiniger Wolfgang nachdenken und sich mehrere Fragen stellen. Konnte Natascha wirklich über acht Jahre lang nicht fliehen? Hat kein Nachbar oder Bekannter was von dieser abscheulichen Tat bemerkt? War Wolfgang wirklich alleine oder wusste zum Beispiel seine Mutter Bescheid? Diese und noch viel mehr Fragen werden im Film leider nicht gestellt, die meisten Antworten davon wird nur Natascha selbst wissen! 3096 Tage ist, was den Inhalt angeht, sehr oberflächlich – und das ist auch gut so. Mehr Details wären nicht gut gewesen, denn jetzt schon ist der Film harter Tobak.

 

Bildergalerie von 3096 Tage (11 Bilder)

Ob man sich die DVD oder die Blu-ray kauft, ist in meinen Augen hier nicht besonders wichtig. Dennoch hat die Blu-ray natürlich ein höheres Niveau und schönere, schärfere Bilder. Wer sich für die Machart und Hintergrundinformationen des Films interessiert, der sollte auf alle Fälle noch einen Blick auf die Extras werfen. Es sind Interviews der Darsteller - und auch von Natascha Kampusch selbst - über den Film vorhanden. Sie bestätigte die Authentizität des Films, was das Thema natürlich umso brisanter wirken lässt. 


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Ich betrachte den Film nicht als Unterhaltung, sondern als Aufklärung. Die wahre Geschichte eines kleinen Mädchens, das acht Jahre lang in einem kleinen Zimmer eingesperrt wird, wurde hier in meinen Augen verdammt gut umgesetzt. Ich hatte die ganze Laufzeit, ein echt mulmiges Gefühl in der Magengegend, obwohl ich das Ende durch die Medienberichte vor Jahren kannte. Der Film polarisiert und ich muss ehrlich gestehen, dass mich bisher kein Film so schockierte wie 3096 Tage. Ich schaue gerne Filme mit einer fiktiven oder teils wahren Geschichte mit harten und blutigen Bildern an, nur dieser hier ist einfach anders. Es geht nicht um brutale Gewalt und es fließt auch nicht literweise Blut! Der Film ist einfach bewegend, er macht nachdenklich und er wird sicherlich einigen von Euch Tränen in die Augen bringen. Von mir gibt es eine klare 9 von 10 Punkten und auch unseren Geheimtipp-Award, denn der Film ging in Deutschland irgendwie ein wenig unter!


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