Bleach Movie 1 - Memories of Nobody

Bleach Movie 1 - Memories of Nobody

Originaltitel: Gekijōban Burīchi: Memories of Nobody
Genre: Anime • Fantasy-Action
Regie: Noriyuki Abe
Laufzeit: DVD (87 Min)
Label: Kazé Anime Studio
FSK 12

Bleach Movie 1 - Memories of Nobody   14.06.2018 von LorD Avenger

Während sich zwischen der Welt der Menschen und der der Shinigami eine zerstörerische dritte Dimension ausbreitet, treffen Ichigo und Rukia auf die mysteriöse Senna und neue Feinde...

 

Nach einer deutschen DVD-Veröffentlichung 2011 wird der erste, nun über zehn Jahre alte Film von KAZÉ neu aufgelegt, passend zur ebenfalls erscheinenden TV-Serie. Anders als vergleichbare Anime-Serien wie One Piece oder Naruto kam die inzwischen in Japan abgeschlossene Geschichte nicht jedes Jahr auf einen Kinofilm und zählt abschließend lediglich vier Stück.

 

 

Handlung

 

Ähnlich wie im von Fans wenig gemochten Bount-Arc der Anime-Serie trifft Ichigo zunächst auf einen neuen, nur in diesem Film auftretenden Charakter, an dessen Seite er sich schließlich einer kleinen Gruppe von mächtigen Gegenspielern stellt, die es auf die Soul Society abgesehen haben - die Welt der Shinigami, in der die Seelen der Verstorbenen leben. Die geisterhaften Blanks, die ebenfalls extra für diesen Film erdacht wurden, sind eben diese Seelen, die auf dem Weg ins Jenseits samt ihren Erinnerungen verloren gingen. Die feindliche Gruppe der Dark Ones nutzt und kontrolliert sie für ihre Kampftechniken. Das plötzlich aufgetauchte, fröhliche Mädchen Senna, das sich ihre Herkunft und ihre Shinigami-Kräfte selbst nicht erklären kann, schließt sich Ichigo und Rukia bereitwillig im Kampf an, wird aber schnell selbst zur Zielscheibe der Bösewichte...

 

Allein aufgrund der sehr ähnlichen Gruppe von Gegenspielern werden Fans natürlich unweigerlich an die ebenfalls derzeit auf DVD erscheinenden Filler der unliebsamen Bount erinnert - ihr Anführer hat ein vernarbtes Gesicht und weiße Haare, es gibt eine Frau im Team, einen bulligen Muskelprotz, usw. ...und qualitativ läuft die erste Hälfte des Films auch darauf hinaus, ein ähnlich allenfalls durchschnittliches Unterhaltungserlebnis genießen zu können. Senna muss vorgestellt werden, die Blank-Geister sind ebenfalls neu, dann werden noch jede Menge der ohnehin sehr zahlreichen Charaktere aus der Serie involviert und ehe man sich versieht ist die erste Stunde von nicht einmal ganzen anderthalb bereits um - gefühlt sehr schnell, aber auch nicht übermäßig spannend. Interessant wird der Film erst in seinen letzten 20 Minuten, wo dann auch endlich die richtigen Gegenspieler auf den Plan treten, für deren Vorstellung nur leider kaum noch Zeit bleibt, sodass ihre Charakterzüge und Beweggründe nahezu gänzlich untergehen und sie nur durch ihr unspektakuläres Erscheinungsbild wirken können - und natürlich durch ihre Kampftechniken. Besonders lobenswert zu erwähnen ist, dass man glücklicherweise darauf verzichtet hat, Ichigos Menschenfreunde zu involvieren. Die Kämpfe von Inoue, Chad und Uryuu empfinde ich meist als sehr dröge, daher war es zweifelsfrei eine gute Entscheidung, dass Ichigo dieses Mal seitens der Soul Society unterstützt wird. Die ziemlich coolen Captains und VIze-Captains der verschiedenen Einheiten schalten sich ein und bieten fetzige, wenn auch viel zu schnell abgehandelte Kämpfe. Mehr als fünf parallele Kämpfe in 20 Minuten zu packen, von denen auch noch das dramatische, wenn auch ebenso schnelle Ende abgezogen werden muss, ist definitiv etwas zu kurz.

 

Bildergalerie von Bleach Movie 1 - Memories of Nobody (5 Bilder)

Details der DVD

 

Zwar haben wir der ursprünglichen Leinwandfassung eine 16:9-Auflösung zu verdanken, rein optisch macht der damalige Kinoauftakt des Bleach-Franchises aber keinen sonderlich überwältigenden Eindruck. Abgesehen von den eher gräulich-dunklen als kräftig bunten Farben erscheint mir auch der Detailgrad der Zeichnungen hinter der gewohnt hohen Qualität der Serienanimation hinterherzuhinken, bei der gerade dieser Punkt immer positiv hervorsticht. Für einen Film und gerade den ersten in einer Reihe von lediglich vieren hätte ich mir schon etwas Bildgewaltigeres gewünscht. Ins wirklich Schlechte driften wir aber natürlich nicht ab und die immerhin sehr flüssigen Bewegungen machen die späten Actionsequenzen umso unterhaltsamer.

 

 

© Tite Kubo / Shueisha, TV TOKYO, Dentsu, Pierrot.


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Als heiß erwarteter erster Film zur beliebten Anime-Serie enttäuscht Memories of Nobody schon ein wenig. Nach einer wenig spektakulären, wenn auch größtenteils kurzweiligen ersten Stunde, geht es erst kurz vor knapp richtig mit der Action los, die sich in den verbleibenden der lediglich 83 Minuten nicht mehr recht entfalten kann - aber das, was wir zu sehen kriegen, wird zumindest die Fans sehr glücklich stimmen und ich persönlich war sehr angetan davon, dass man hierfür lieber auf die Shinigami-Captains anstatt auf Ichigos Menschenfreunde zurückgegriffen hat. Senna ist ein liebenswerter, neuer Charakter, von dem nur leider von Beginn an klar ist, dass er es nie über die Grenzen dieses Filmes hinausschaffen wird, ebenso wie die Dark Ones, die nicht nur verhängnisvoll an die Bount erinnern, sondern auch noch viel weniger Zeit haben sich zu entwickeln oder überhaupt richtig zu präsentieren, bevor sie auch schon besiegt werden. Der Film ist also nicht zuletzt aufgrund seiner Kürze recht kurzweilig, obgleich er nicht einmal besonders spannend ist. Dennoch hat er gute Ideen und Kämpfe, präsentiert sich allerdings auch qualitativ allenfalls auf dem Niveau der Serie.


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