Blood Letter

Blood Letter

Originaltitel: Thien Menh Anh Hung
Genre: Action-Drama
Regie: Victor Vu
Hauptdarsteller: Huynh Dong • Mi Du
Laufzeit: Ca. 103 Minuten
Label: Splendidfilm
FSK 16

Blood Letter   02.01.2013 von Tobi

Heute möchte ich mal wieder etwas für die Fans asiatischer Filme schreiben. Wie Ihr alle wisst, haben es in den letzten Jahren auch Filme aus wirklich sehr exotischen Ländern nach Europa geschafft. Zuletzt war The Raid: Redemption aus Indonesien ein riesiger Erfolg. Nun steht mit dem Film Blood Letter ein opulentes Martial Arts Epos aus Vietnam in den Startlöchern. Ich muss sagen, dass ich es mir nur schwer vorstellen kann, dass ein Film aus Vietnam mit der starken Konkurrenz aus anderen asiatischen Ländern mithalten kann, aber ich lasse mich gern eines besseren belehren.

 

Der kleine Junge Tran Nguyen Vu muss aus dem königlichen Palast fliehen, da dieser angegriffen wird. Weil er nun auf sich allein gestellt ist, wird er in einem Kloster aufgenommen und groß gezogen. Zwölf Jahre später marschieren einige Soldaten in das Kloster ein, die nach Tran suchen. Anfangs versteht er nicht, worum es eigentlich geht, doch schnell erfährt er die Wahrheit. Seine Mutter war einst die Geliebte des Königs, was zur damaligen Zeit ein echtes Problem dargestellt hat. Daraufhin wurde seine ganze Familie getötet, um das Problem zu beseitigen. Nun sind die Soldaten auf der Suche nach ihm. Er flieht und begibt sich auf die Reise in die Stadt, um seine Rache-Gedanken zu befriedigen. Er findet in dem Mädchen Hoa eine treue Begleiterin, die ebenfalls einen großen Hass auf das Königshaus hat. Beide erfahren von einem Blutbrief, der den Angriffsbefehl für das Massaker an Trans Familie beinhaltet. Die Suche nach diesem Brief soll aber nicht nur das Schicksal von Tran und Hoa verändern. Eine abenteuerliche Jagd auf den Brief beginnt.

 

Mit Absicht habe ich versucht, die Geschichte von Blood Letter so einfach wie möglich zu beschreiben. In Wirklichkeit ist alles noch viel tiefgründiger, was aber den Rahmen der kurzen Inhaltsangabe sprengen würde. Da sind wir auch schon direkt beim ersten Problem, was bei asiatischen Filmen immer wieder aufkommt. Der Film will einfach viel zu viel erzählen und kommt dadurch etwas verwirrend rüber. Außerdem fiel es mir teilweise schwer, der Handlung zu folgen, weil zu viele Charaktere das Königshaus hassen. Mehrere Einzelschicksale wurden in knappe 104 Minuten gepackt, was leider nicht so richtig funktioniert. Dazu kommt noch die Tatsache, dass die Schauspieler ihre Sache zwar gut machen, sie aber nicht so perfekt sind, dass man während der Dialoge an ihrem Lippen klebt. Es fehlt dann einfach an Atmosphäre und Spannung, was bei mir zu Langeweile geführt hat. Ich habe mich wirklich bemüht, dem Ganzen zu folgen, aber irgendwann war es mir zu viel.

 

Auch die Kampfszenen sind nicht gerade prickelnd geworden. Die Choreografien können sich zwar sehen lassen, aber das Gezeigte wiederholt sich wieder und wieder. Vor allem wurden billige CGI-Effekte eingesetzt und man kann deutlich erkennen, dass sich die Kämpfer nicht treffen. Das hätte man besser machen können. Aber ich will nicht nur schimpfen. Positiv zu erwähnen, sind auf jeden Fall das Setting, die opulente Ausstattung und der geniale Soundtrack. Diese drei Elemente haben es auch geschafft, dass ich nicht abgeschaltet habe. Ich denke mal, dass Regisseur Victor Vu mit etwas mehr Budget und einem begabteren Drehbuchautor etwas auf die Beine stellen kann. Vielleicht findet sich ja in der Zukunft ein potenterer Geldgeber und wir werden mit einem wahren Epos beschenkt. Bis dahin dümpelt Blood Letter leider nur so vor sich hin.

 

Bildergalerie von Blood Letter (7 Bilder)

Die deutsche Blu-ray bietet ein kontrastreiches und scharfes HD-Erlebnis. Die tolle Optik des Filmes wird dadurch sehr gut unterstützt, aber man sieht auch die teilweise billigen Effekte. Der Ton ist auch nicht von schlechten Eltern und zeigt besonders in den Kampfszenen, wie tolle Effekte klingen können. Leider befinden sich auf der blauen Scheibe keinerlei Bonusmaterialien außer einem Trailer. Ein Wendecover hat es aber noch in das Release geschafft.


Das Fazit von: Tobi

Tobi

Der Film ist so geworden, wie ich es anfangs auch erwartet hatte. Man hat viel gewollt, aber nur die Hälfte erreicht. Zu viel Geschichte in zu kurzer Zeit funktioniert beim Publikum nur selten und sorgt leider dafür, dass man recht schnell das Interesse verliert. Auch wenn uns hier ein geiler Soundtrack und tolle Optik präsentiert werden, so fällt es dennoch schwer, am Ball zu bleiben. Daher kann ich hier auch nur fünf Punkte vergeben. Die Hardcore-Fans unter Euch können sich Blood Letter auf jeden Fall anschauen, aber ich empfehle eher, den Film auszuleihen. Alle anderen unter Euch, die eh mit dem Genre nicht viel am Hut haben, sollten jedenfalls einen Bogen um den Film machen. Ich hoffe, dass wir in der Zukunft von Victor Vu eine Steigerung seiner Leistung erleben dürfen.


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