Creepshow 2

Creepshow 2

Originaltitel: Creepshow 2
Genre: Horror
Regie: Michael Gornick • George A. Romero
Hauptdarsteller: Lois Chiles • Dorothy Lamour • Paul Satterfield
Laufzeit: Ca. 81 Minuten
Label: MIG Filmgroup
FSK 16

Creepshow 2   07.06.2012 von GloansBunny

Sammlungen von Kurzgeschichten gibt es sowohl im Buch- als auch im Filmsegment. Creepshow 2 – Kleine Horrorgeschichten wird von den Altmeistern Stephen King und George A. Romero präsentiert. Metzelorgie oder Kasperletheater? Finden wir es heraus ...

Stephen King. Viele seiner Horrorschinken wurden schon auf Zelluloid gebannt. ES, Brennen muss Salem, Carrie oder das wohl bekannteste Meisterwerk Shining mit einem überragend-durchgeknallten Jack Nicholson sind nur einige Beispiele hierfür. Auf der Blu-ray Disc Creepshow 2 (die auch als DVD erhältlich ist) sind nun drei weitere Kurzgeschichten Kings filmisch festgehalten. George A. Romero führte bei der ersten Creepshow Regie und opfert nun selbstlos seinen guten Namen für die Kopfzeile der neuen Scheibe. Inhalt der Sammlung sind drei Filmchen von jeweils circa 25 Minuten Laufzeit.

Titel 1 ist Old Chief Wood'nhead („Alter Häuptling Holzkopf“). Ein Kleinganove (Philip Dore) erbeutet eine scheinbar wertlose Indianerfigur (Kaltey Napoleon). Doch anstatt brav im heimischen Schaukasten zu stehen, wird diese wird lebendig und sinnt auf Rache für ihren Diebstahl ...

Szenario 2: The Raft („Das Floß“). Ein Floß dient zwei nichts ahnenden Pärchen (Paul Satterfield, Jeremy Green, Daniel Beer, Page Hannah) als Party- und Fummelstätte. Bei Einbruch der Dunkelheit nähert sich die schwimmende Minibar einem merkwürdigen Ölteppich. Der Albtraum jedes Greenpeace-Aktivisten sucht nach etwas Abwechslung zum tristen Paddelalltag und verspeist plötzlich unaufhaltsam einen menschlichen Snack nach dem anderen ...

Nummer 3 trägt den Namen The Hitchhiker („Der Anhalter“). Mitten in der Nacht kurvt eine Frau (Lois Chiles) gedankenverloren mit ihrem Kleinwagen über eine Landstraße. Dem Klischee „Frau am Steuer“ entsprechend gibt es unangekündigt einen Knall. Die Frau stellt fest, dass sie versehentlich einen Mann (Tom Wright) überfahren hat. Dieser hat aber keine Lust, als Junggeselle ins Reich der Toten zu gehen und macht Jagd auf seine entsetzte Fahrerflüchtige.

Wer das Cover betrachtet, ahnt schon, die Filme sind keine blutigen Splatterfilme. Vielmehr lassen der Skelettmann und der kleine Junge am Zeitungsstand in ihrer comicartigen Präsentation Rückschlüsse auf Selbstironie zu. Sicherlich sind in der Originalfassung auch einige blutige Szenen enthalten, die aber vermutlich von einem deutschen Jugendschutzbeauftragten eiskalt herausgeschnitten wurden. Viele Szenenwechsel und Schnitte sind extrem verwirrend, oftmals fragt man sich, wie wohl die vorher noch so lebendigen Typen es geschafft haben, eine Szene weiter ohne Ankündigung plötzlich als toter Haufen Arme und Beine zu enden. Generell sind die skurrilen Geschichten an den grauen Haaren Stephen Kings herbeigezogen, was sie aber irgendwie liebenswert und begrenzt spannend macht. Die beinharten Schnitte machen aus den gruselig gedachten Stories einen undurchsichtigen Logikfehlerbrei, der jeglichen Zusammenhang vermissen lässt. Zwar sind die Ideen, die optische Gestaltung und die Hintergründe originell, allerdings hapert es an der technischen Umsetzung. Das Original erschien Ende der 80er-Jahre, in der HD-Neufassung bleibt der Eindruck damaliger VHS-Qualität zum Großteil erhalten. Grobkörnige Bilder, Unschärfen und ein permanentes Rauschen dominieren die sarkastischen Bilder. Zumindest die Spezialeffekte von Ölteppich, Indianer und Anhalter sowie Maske der Darsteller sind gut gelungen und wirken nicht allzu aufgesetzt. Den Darstellern merkt man die Freude am Beruf an, mit einem Touch Selbstironie werden die einzelnen Figuren einigermaßen glaubhaft präsentiert. Die deutsche Tonspur geht in Ordnung, wenngleich sie auch mit nicht gerade aktuellem DD 2.0 daherkommt. Demgegenüber schindet die englische Sprachausgabe mehr Eindruck. Die standardmäßigen Zusatzinhalte sind kaum der Rede wert.

Bildergalerie von Creepshow 2 (9 Bilder)

Kein Horror, ganz wenig Grusel und Schnitte, die sämtliche Zusammenhänge in der Story verschwinden lassen. Hätte Stephen King gewusst, wie einschneidend die deutschen Schnitte ausfallen würden, hätte er vermutlich einen neuen Roman geschrieben. Titel: Menschenfresser FSK- Das Grauen im Bürokomplex oder so ähnlich. Die Idee der Geschichten, die sich selbst auf die Schippe nehmen und den Charme der 80er bewusst erhalten, war gut, die Umsetzung weniger. Wer trotz Frust ob der fehlenden Zusammenhänge dem Geschehen der drei Creepshow-Geschichten aufmerksam folgt, kann zumindest ein Easter Egg finden. Altmeister Stephen King höchstpersönlich spielt (wie so oft) eine winzige Gastrolle.


Das Fazit von: GloansBunny

GloansBunny

Nette Kurzgeschichten von Stephen King, die optisch und akustisch eigentlich gar nicht mal so schlecht abgefilmt wurden. In der ungeschnittenen Originalfassung ergeben alle drei enthaltenen Stories wohl auch Sinn und haben einen logischen Handlungsstrang. In der deutschen Version hingegen versteht man zum Teil nur Bahnhof. Vermutlich hat irgend ein frustrierter Schnittmensch der USK schon allein beim Anblick der Namen Stephen King und George A. Romero albtraumhafte Flashbacks in seine Kindheit erlebt und somit Cuts gesetzt, die absolut nicht zeitgemäß sind. Spannung, Logik und Zusammenhang gehen fast vollständig im Schnittwirrwarr verloren. Schade, denn King ist Kult. Meine Bewertung wäre bei der indizierten Originalversion sicherlich ganz anders ausgefallen. Der Charme und die 80er-VHS-Nostalgie von Creepshow 2 wären eigentlich vorhanden, dürfen sich aber nur begrenzt entfalten. Armer Stephen King. Armer George A. Romero. Armes Deutschland. Die Freigabe ab 16 Jahren ist wirklich ein Witz ...


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