Death Note: Light Up the New World

Death Note: Light Up the New World

Originaltitel: Death Note - Light up the New World
Genre: Mystery
Regie: Shinsuke Sato
Laufzeit: DVD (130 Min) • BD (135 Min)
Label: Kazé Anime Studio
FSK 12

Death Note: Light Up the New World   29.03.2019 von LorD Avenger

Zum Ende des TV-Dramas Death Note im Jahr 2015 veröffentlichte man den Trailer zu diesem selbst betitelten "verbotenen Sequel", das ein Jahr später erschien - und 10 Jahre nach der Handlung rund um Light und L spielt...

 

Inhalt

 

10 Jahre sind vergangen, seit Light Yagami und L aufeinandertrafen (siehe Death Note Movies 1-3), nachdem die Shinigami genannten Todesgötter zwei Death Notes auf die Erde warfen, um Unheil zu stiften. Wenn man den vollen Namen einer Person, deren Gesicht man kennt, hineinschreibt, stirbt diese unweigerlich.

 

Da der König der Shinigami extremen Gefallen am Machtspiel zwischen Light, aka Kira und Ermittler L gefunden hat, schickt er seine Todesgötter nun bereitwillig in die Menschenwelt herab, um ihm einen neuen Kira zu finden. Um die Suche zu beschleunigen stellt er weitere Death Notes zur Verfügung, sodass schließlich insgesamt sechs davon in die Hände von unterschiedlichen Menschen fallen.

 

Um der erneuten Bedrohung entgegenzuwirken, wird die ursprüngliche Task Force wiederbelebt unter der Leitung von Tsukuru Mishima und mit der Hilfe von L's Nachfolger Ryuzaki. Doch die Herausforderung ist enorm: Nicht nur töten nun weit mehr Leute gleichzeitig, sondern einige von ihnen töten auch wahllos - nicht wie Kira ursprünglich nur Verbrecher...

 

Light Up the NEW World lässt einen als Fan des Franchises natürlich aufhorchen. Die vorangegangenen drei Real-Filme haben sich bereits äußerst interessante Freiheiten in Bezug auf die Originalgeschichte genommen und damit überzeugt und nun führt man die Geschichte in Eigenregie - also ohne Vorlage - ganze 10 Jahre mit völlig neuen Figuren fort. Klingt spannend, ist es größtenteils auch. Da jedes Death Note mit einem Shinigami zusammenhängt, bekommen wir neben dem alten Bekannten Ryuk noch weitere, vollkommen neue Todesgötter zu Gesicht, die nicht nur mit ihrem Design und ihrer Art überzeugen, sondern auch mit absolut erstklassiger CGI - was in den vorangegangenen Teilen definitiv anders war.

 

Ein größeres Problem habe ich dann doch mit den menschlichen Charakteren. Während einige Darsteller aus den Filmen 1-3 den Zeitsprung mitmachen und inzwischen offenbar schauspielerisch dazu gelernt haben - inzwischen hängen die Arme nicht mehr auffällig leblos an den Körpern herab - stehen drei völlig neue Figuren im Fokus, die ein wenig facettenlos erscheinen. Gerade L ist mit seiner ikonischen Art zu sprechen, zu sitzen oder zu essen natürlich unerreicht, aber auch Light hatte was Markantes, das den neuen Protagonisten fehlt - speziell, weil sie unterm Strich nicht viel mehr sind als kaum abgewandelte Kopien der Originale. Man versucht auf das Erfolgskonzept aufzubauen und vergisst dabei kreativ zu werden - die neuen Death Notes und Shinigami sind kreativ und spannend, aber leider nur kleine Elemente im Film und beinahe nebensächlich. Aufgrund der zahlreicheren Charaktere fehlt die Zeit, um eine vernünftige Bindung zu den Hauptfiguren aufzubauen, entsprechend fehlt die emotionale Bindung und der beabsichtigte Effekt, wenn ihnen etwas zustößt.

 

Auch bei der Geschichte an sich hat man versucht an die Genialität des Originals und speziell der eigentlich noch besseren Vorgängerfilme anzuknüpfen, doch leider ebenfalls mit nur mäßigem Erfolg. So clever die Handlung sich auch darstellen möchte, so überraschend und spannend sind die Plot-Twists letztlich leider nicht und trotz ein paar durchaus starker Szenen gibt es einige Durststrecken im Mittelteil.

 

Bildergalerie von Death Note: Light Up the New World (5 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Die Heimkinoveröffentlichung des vierten Teils in der Reihe überzeugt mit klarem, atmosphärischem Ton und tollen deutschen Synchronsprechern. Auf Wunsch kann man auch ins japanische Original wechseln und deutsche Untertitel aktivieren. Auch das Bild lässt keine Wünsche offen, hat nicht mit auffälligem Bildrauschen zu kämpfen, obwohl der Großteil des Films nachts oder in dunklen Räumen spielt. Digitales Bonusmaterial geht nicht über die üblichen Trailer hinaus - so ist auch die wünschenswerte Miniserie New Generation, welche die 10-jährige Story-Lücke überbrückt, nicht enthalten.

 

 

©Tsugumi Ohba Takeshi Obata / SHUEISHA Inc. ©2016 “DEATH NOTE” FILM PARTNERS


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Light up the NEW World setzt die Geschichte der drei ursprünglichen Live Action-Filme fort, die mir persönlich in vielen Handlungselementen deutlich besser gefallen haben als der Original-Anime. Das gelingt auf einem akzeptablen, allerdings auch deutlich weniger anspruchsvollen Level mit nicht annähernd so interessanten neuen Charakteren und einer nicht so spannenden, wendungsreichen und vor allem genialen Geschichte. Dafür gibt es gerade für Fans aber andere Highlights wie noch nie zuvor gesehene Shinigami und die erhebliche Verbesserung ihrer CGI-3D-Modelle, die mit diesem Film Hollywood-Niveau erreicht haben. Fans, die nicht zu viel erwarten, werden aber definitiv ihren Spaß mit der Fortsetzung haben - gerade, weil auch einige alte Bekannte durchaus interessante und tragende Comebacks feiern.


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