Der Regenbogen

Der Regenbogen

Originaltitel: The Rainbow
Genre: Drama • Liebe
Regie: Ken Russell
Hauptdarsteller: Sammi Davis • Paul McGann
Laufzeit: ca. 108 Minuten
Label: Epix Media AG
FSK 16

Der Regenbogen   16.11.2009 von Tobi

David Herbert Lawrence veröffentlichte 1915 seinen Roman „Der Regenbogen“. Dieser Roman über eine emanzipierte Frau, war seiner Zeit weit voraus. Regisseur Ken Russell nahm sich diesem Stoff an und verfilmte ihn 1989. Es wird die Vorgeschichte zu „Liebende Frauen“ erzählt, welche Ken Russell bereits im Jahre 1969 verfilmt hatte. Die Wirkung dieses Filmes in der heutigen Zeit wird im folgenden Artikel beschrieben.

 

Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wächst die ungezähmte Ursula bei ihren sehr vermögenden Eltern auf. Diese sind Landwirte und führen ein zu dieser Zeit sehr klassisches Leben. Dazu gehört ebenfalls eine strenge Erziehung der Kinder. Doch Ursula sieht mehr in ihrem Leben. Sie strebt nach dem Regenbogen der Leidenschaft und Freiheit repräsentiert. Sie lehnt sich gegen ihre Eltern und die Gesellschaft auf und beginnt eine lesbische Beziehung mit ihrer Sportlehrerin.

 

Alle Versuche ihrer Eltern sie in das klassische Leben einer Frau einzuführen scheitern. Einige Zeit später ist Ursula selbst Lehrerin und unterrichtet an einer Schule. Nach anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten setzt sie sich auch hier durch und beginnt eine Affäre mit dem Soldaten Anton. Dieser ist total fasziniert von dieser Frau und würde sie gern heiraten. Doch Ursula ist sich in diesem Punkt unsicher und weiß nicht, ob sie nach mehr in ihrem Leben strebt. Als sie von Anton schwanger ist ereilt sie eine schlechte Nachricht von Anton.

 

Ich muss zugeben, dass mich dieser Film nach dem Lesen der Inhaltsangabe überhaupt nicht interessiert hat. Ich dachte mir, dass es sich hier um eine weitere unnötige Romanverfilmung handelt, welche keiner braucht. Aber weit gefehlt. Der Film hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Die großartigen Aufnahmen und der passende Soundtrack haben mich von Anfang an fasziniert. Die Geschichte selbst wird zu keiner Zeit langweilig und man kann einfach nicht verstehen, wie die Leute in früheren Jahren nach diesen strengen Regeln leben konnten. Die Hingabe mit der Ursula versucht nach ihrem eigenen Glück zu streben ist bewundernswert.

 

Regisseur Ken Russell fängt die Stimmung der Geschichte wirklich sehr gut ein. Man findet als Zuschauer sofort Zugang zu den Figuren, obwohl kaum ein nennenswerter Schauspieler mitwirkt. Einzig Oliver Reed ist bekannt aus seiner letzten Rolle im Film „Gladiator“. Natürlich ist in diesem Film auch eine gewisse Erotik vorhanden, da Ursula auch sexuell auf der Selbstsuche ist. Das Gezeigte wirkt aber zu keiner Zeit billig oder gar pornographisch. Die Aufnahmen sind sehr ästhetisch und zeigen, dass es keinem Schmuddelfilm bedarf, um so eine Geschichte zu erzählen. Schade, dass der Film eher unbekannt ist, denn er hat definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient.

 

Kommen wir nun zur DVD-Veröffentlichung aus dem Hause Epix. Es ist sehr erfreulich zu sehen, dass dieser Film überhaupt das Licht der DVD-Welt erblicken darf. Zudem erfreut es mich umso mehr, dass das Bild einen sehr guten Eindruck hinterlässt. Die Farben wirken froh, was den ohnehin schon sehr guten Film bestens unterstreicht. Der Ton liegt nur in Dolby Digital 2.0 vor, was hier aber keine Rolle spielt, da er sehr dialoglastig ist. Bonusmaterial sucht man leider vergebens. Nur die übliche Trailershow und das Wendecover sind vorhanden. Ein wenig mehr Hintergrundinformationen wären wirklich interessant gewesen. Alles in allem ist es dennoch eine gute Veröffentlichung. Fans dürfen sich freuen diesen Film überhaupt in Ihren Händen zu halten.


Das Fazit von: Tobi

Tobi

Ich hätte nie gedacht, dass mich ein Frauenfilm über Emanzipation und Selbstfindung faszinieren kann, aber „Der Regenbogen“ hat dies tatsächlich geschafft. Ich bin echt beeindruckt gewesen und kann den Film uneingeschränkt jedem empfehlen. Er ist definitiv einen oder sogar zwei Blicke wert. Wir Männer können dann mal wieder unsere weiche Seite gegenüber unseren Freundinnen zeigen, um anschließend wieder typische Machosprüche zum Besten zu geben. Von mir gibt es einen ganz klaren „Daumen hoch“!


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