Destiny 2

Destiny 2

Publisher: Activision
Entwicklerstudio: Bungie
Genre: Ego-Shooter
Sub-Genre: MMOPFS
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 05.09.2017
USK 16

Destiny 2   08.10.2017 von Der Ohm

Selten wurde ein Spiel zum Release so kontrovers aufgenommen wie Destiny. Hatte das Entwicklerstudio Bungie doch einen Koop-Shooter mit epischer Story und Inhalt für die nächsten zehn Jahre angekündigt. Doch obwohl sich beide Aussagen als Fake-News erwiesen haben, scharte der Titel eine große und vor allen treue Fangemeinde um sich. Wie sieht es im zweiten Teil aus? Macht Bungie nun alles richtig? Finden wir es heraus...

 

Der Reisende

 

Der Menschheit steht im 21. Jahrhundert ein goldenes Zeitalter zuvor. Der so genannte Reisende, eine Art gutmütiger Todesstern, wird dabei überrascht, wie er den Mars durch Terraforming bewohnbar macht. In den nächsten Jahrhunderten lernt die Menschheit von ihm diese und weitere Technologien zu nutzen und lebt in Frieden und Wohlstand. Doch anscheinend hat der Reisende nicht nur Freunde. Die Menschheit und der Minimond werden von einer unbekannten Spezies angegriffen, wobei er mit letzter Kraft den Überfall abwehren konnte. Die letzten Überlebenden sammelten sich in seinem Schatten und gründeten dort die letzte Stadt der Menschheit. Nach einigen hin und her, nachzuspielen im ersten Teil von Destiny (unser Review), scheint das endgültige Ende gekommen zu sein. Oberschurke Dominus Ghaul zerstört mit seiner Rotlegion die letzte Stadt und nimmt den Reisenden mit Hilfe einer parasitären Riesenklammer als Gefangenen. Die letzten Überlebenden retten sich auf eine Farm, um von dort den Widerstand zu formieren.

 

Bungie hat damals zum Start von Destiny epische Geschichten versprochen, die in der Basisversion leider in konfusen und lückenhaften Storyschnipseln endeten. Mit den gelungenen Erweiterungen konnte das noch ein bisschen gerade gezogen werden, aber der gute Ruf war erstmal dahin. Im zweiten Teil wurde zuvor nicht ganz so laut getönt und siehe da, es funktioniert diesmal auch besser. Die Level bauen aufeinander auf und fühlen sich nicht mehr wahllos zusammengestückelt an. Die letzten Endes einfache Story, die euch für gute 10 Stunden zu unterhalten weiß, wird in den Zwischensequenzen episch erzählt. Auch wenn sie nie die Dichte eines Call of Duty erreicht. Destiny 2 ist und bleibt nun mal ein Koop Shooter, den niemand rein von der Storyline her spielen wird.

 

Meine kleine Farm in der Europäischen Todeszone, das ist neu

 

Der Turm als Basisstation ist also Geschichte, eine einfache Farm im Nirgendwo muss diese Rolle vorübergehend nun übernehmen. Von hier aus starten wir wie gehabt unsere Ausflüge in die Schlachtgebiete und rüsten unsere Kämpfer weiter aus. An den Klassen hat sich auch in Destiny 2 nicht viel geändert. Ihr könnt Euch zwischen Jäger, Titan oder einem Warlock entscheiden. Ansonsten wurde die komplette Charakterübersicht weitestgehend entschlackt. Die Waffen sind nun in Energiewaffen, kinetische Waffen sowie Powerwaffen unterteilt, die weiterhin modifiziert werden können. Neben der Todeszone auf der Erde verschlägt es uns diesmal auf den Mond Nessus, auf den Titan und auf Io. Die Maps sind sehr abwechslungsreich, was man von den Gegnertruppen als Veteran nicht behaupten kann. Die Rotlegion, die Vex, die Geächteten; einfach alle waren in nahezu identischer Form schon vor unseren Läufen. Das Maximallevel liegt momentan bei 20, das maximale Lichtlevel liegt bei 305 (mit Mods). Nach Erreichen von Level 20 wird der Spieler mit Engrammen belohnt, die wiederum Waffen und Rüstungsteile beinhalten können.

 

Die letztendlich größte Neuerung ist die PC Version. PC- und Xbox-One-Spieler dürfen nun gemeinsam auf Jagd nach Aliens und besserer Ausrüstung gehen. PS4-Spieler bleiben mal wieder unter sich, dafür steht ihnen ein exklusiver Einsatz zur Verfügung. An sich ist Destiny 2 als Evolution, nicht als Revolution anzusehen. Das perfekte, alte Aiming bleibt, das spaßige Loot sammeln und Aufrüsten ist nahezu identisch und die Strikes und der Leviathan Raid bestimmen wiedermals das Endgame. Erwähnenswert sind noch die bekannten öffentlichen Events auf den einzelnen Planeten, die auch wahlweise bei bestimmten Aktionen in heroische Events ausarten können und so auch die Chance auf besseren Loot gewähren. Dem nicht genug, gibt es selbstverständlich auch wieder unterschiedliche Patroullien sowie verschiedene Nebenquests.

 

Die Gemeinschaft aka CLANS

 

Bereits im ersten Teil konnten Spieler Clans gründen und weitere Mitglieder um sich scharen. Doch mehr als den Namen der Clans im Banner hatte dies keinerlei "Vorteile". Im zweiten Teil hat Bungie sich die Wünsche der Community zu Herzen genommen und hier einige Änderungen vorgenommen. Sehr erfreulich ist nun auch die komfortable Möglichkeit, Spieler in einen Clan einzuladen. Dies funktioniert entweder über die Webseite oder auch per Destiny App. Die zweite wirklich positive Änderung ist das Level-System eines Clans. Jeder Spieler kann sich durch verschiedene Aktivitäten Clan-EP verdienen und so den Clan mit der Zeit aufsteigen lassen. Je weiter ein Clan aufsteigt, desto bessere Belohnungen gibt es für jedes Mitglied. Aber auch Casual Player kommen im Clan in den Genuss von Herausforderungen, die andere Spieler gemeistert haben. Wenn also beispielsweise eine Gruppe aus Clanmitgliedern den Dämmerungsstrike schafft oder große Erfolge im PVP erringt, bekommt jedes Mitglied im Clan eine Belohnung zugesprochen. 

 

Bildergalerie von Destiny 2 (10 Bilder)

Grafik, Sound und Technik


Destiny 1 wurde parallel noch für die alten Konsolen Plattformen entwickelt und konnte daher nie die vollen Möglichkeiten der aktuellen Generation ausreizen. Es war nie hässlich aber immer ein wenig steril und farblos. Das hat sich nun massiv geändert. Besonders die kräftig erweiterte Farbpalette sowie die verschwenderisch eingesetzten Lichteffekte fallen im direkten Vergleich sofort ins Auge. Die speziell für die PS4 Pro erstellte Version läuft in 4K (Checkerboard) und stabilen 30 FPS. Leider steht dem Spieler hier nicht die Wahl zwischen einer geringeren Auflösung mit höherer Framerate zur Verfügung. Wenigstens spielt es sich auf allen Plattformen ruckelfrei und flüssig.

 

Ebenso episch wie die erwähnten Zwischensequenzen sind auch der Soundtrack und die Klangkulisse. Bei jeden Ton des orchestralen Intros springt einen die heroische Aufgabe des Hütters direkt ins Gesicht. Die Ladezeiten zwischen den Einsätzen haben sich ein wenig verringert, beim Start des Spiels habe ich aber Teils lange Zähne bekommen. Die schlicht grauen Bootscreens dauern teilweise eine gefühlte Ewigkeit.


Das Fazit von: Der Ohm

Der Ohm

Ich habe Destiny 1 seiner Zeit nicht primär wegen der Story oder zum Loot sammeln gespielt. Mich hat hauptsächlich das gute Spielgefühl gelockt. Das Auto-Aiming hat für mich die perfekte Kombination aus Unterstützung und dem gefühl selbst etwas geleistet zu haben. Genau diesen Weg geht Bungie kompromisslos weiter. Fast schon meditativ werde ich mir auch dieses Mal über Jahre hinweg hier und da den Controller schnappen und ein paar Runden durch die Level schreiten. Mal hier ein Gruppen-Event mitspielen, mal da einen Strike starten. Schade dass aktuell für High Level Spieler zu wenig Anreiz vorhanden ist.  


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Das Fazit von: Xthonios

Xthonios

Mit Destiny 2 schafft Bungie den Sprung in ein neues Abenteuer. Grafisch durchaus sehenswert, bietet das Spiel vor allem den Casual Spielern dank stark vereinfachter Spielmechanik ein tolles Spiel. Allerdings führen eben jene Vereinfachungen bei den ehrgeizigen Hütern schnell zu Langeweile. Frustrierende Loot-Verteilung und sich immer wiederholende Herausforderungen führen aktuell zu einer wesentlich schnelleren Resignation als bei Destiny 1. Bleibt abzuwarten, was Bungie mit dem ersten DLC nachliefert. 


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positiv negativ
  • verbesserte, farbenfrohe Optik
  • orchestraler Soundtrack
  • besseres Storytelling als im Vorgänger
  • motivierendes Looten
  • kaum neue Gegnertypen
  • im Endgame wenig motivierend
  • einfach gestrickte Story





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