FPS - First Person Shooter

FPS - First Person Shooter

Originaltitel: FPS - First Person Shooter
Genre: Horror • Action
Regie: Andreas Tom • Achim Lützelschwab
Hauptdarsteller: Stephan Weyte
Laufzeit: DVD (78 Min) • BD (80 Min)
Label: KSM Film
FSK 18

FPS - First Person Shooter   14.08.2015 von Mario von Czapiewski

FPS – First Person Shooter ist ein in englischer Sprache gedrehter deutscher Independent-Film, der versucht vollständig einen Ego-Shooter als Film zu simulieren. Dabei bedient man sich zahlreicher bekannter Vorlagen und versucht diese filmisch zu verarbeiten. KSM veröffentlicht den Film nun auf DVD und Blu-ray ...

 

Eine Zombieseuche grassiert und verwandelt ein Krankenhaus in eine Todesfalle. Zombies streifen herum und attackieren alles, was einen Herzschlag besitzt. Sam (vertont von Stephan Weyte) sucht seine schwangere Frau, welche im Krankenhaus arbeitete. So kämpft er sich mit verschiedenen Utensilien durch die Gänge des verseuchten Krankenhauses ...

 

Die Prämisse von FPS ist durchaus interessant. Einen Film wie einen Ego-Shooter zu inszenieren hat man zwar in ähnlicher Form teilweise schon einmal gesehen (Rec 2, Doom), jedoch in Form eines ganzen Films sicherlich noch nicht. Somit ergattert FPS bereits zu Beginn schnell ein Alleinstellungsmerkmal, das durchaus eine Hausnummer ist. Die Ausführung jedoch ernüchtert relativ schnell.

 

Schon nach den ersten Minuten wird klar, welche Ego-Shooter die Vorbilder für das blutige Treiben sein sollen. Bedient man sich beim Hauptcharakter bei Old-School-Spielen wie Duke Nukem, gestaltet man die Umgebung eher im Stil eines Dooms. Leider jedoch passt die Inszenierung  überhaupt nicht zu den angeteaserten Vorbildern. Während der Protagonist ständig (und zwar wirklich ständig) einen coolen Spruch nach dem Anderen abfeuert und non-stop Kinderlieder blutigst umdichtet, was auf Dauer arg an den Nerven des Zuschauers zerrt, möchte die Inszenierung uns aber eher ein „Spiel“ im Stile eines Silent Hill (also ruhiger, atmosphärischer Grusel) verkaufen. Diese zwei Extreme eines schnellen, blutigen Shooters wie Duke Nukem oder Doom und die ruhige Grusel-Inszenierung eines Silent Hill passen so wenig zusammen wie Schokolade und Steak. Somit bietet der Film durchweg zu wenig „Gegner“ und Shoot-Outs um irgendwie einem Duke Nukem gerecht zu werden und die platten One-Liner und die angstbefreite Charakterisierung der Hauptfigur stört immer wieder die angestrebte gruselige Inszenierung. Somit stellt sich der Film im Minutentakt selbst ein Bein und schafft es in keiner Szene irgendeine Atmosphäre aufzubauen.

 

Zusätzlich dazu ist der Film auf Grund des Fehlens einer echten Handlung unglaublich zäh. Ganz im Gegensatz zu den offensichtlichen Vorbildern schleicht der Hauptcharakter trotz seiner scheinbaren Furchtlosigkeit träge durch die katastrophalen Locations und findet mal hier, mal da Texte die die Handlung fortführen. Zwar hält man sich hiermit haargenau an die Vorlage „Ego-Shooter“, doch bringt dies absolut nichts, wenn schon die grundlegende Inszenierung vollkommen danebengegangen ist.

 

Interessanterweise gibt es am Ende eine kurze echte Videospiel-Sequenz, die exakt einem Duke Nukem bzw. Doom Computerspiel nachempfunden wurde, und wo ganz klar gezeigt wird, wie der Film eigentlich hätte aussehen müssen. Warum man jedoch vorher knapp 70 Minuten lang eine Schlaftabletteninszenierung ertragen musste, bleibt jedoch ein Rätsel.

 

Bildergalerie von FPS - First Person Shooter (8 Bilder)

Ein weiterer Punkt, der bei FPS schwierig ist, ist die Ausstattung. Da es sich hier um einen Independentfilm mit wenig Budget handelt, war dies natürlich zu erwarten, jedoch zieht es den Film zusätzlich zu den inszenatorischen Problemen schon arg in den Abgrund. Der Handlungsort des Krankenhaus ist sehr billig und unspektakulär und die Entscheidung dort bei Tageslicht zu filmen zerstört jeglichen Rest irgendeiner möglichen Atmosphäre. Nur im letzten Viertel des Films bekommt man jenes Setting geboten, welches den Film hätte dominieren müssen. Auch die Gegner, bei denen es sich ausschließlich um Zombies zu handeln scheint, sind größtenteils lächerlich. Zwar gehen Standard-Zombies von ihrer Kostümierung in Ordnung, Sonderformen jedoch beschränken sich auf das Auswechseln der Kopfmaske. CGI-Monster oder zumindest abwechslungsreichere Kreaturen, wie in Ego-Shootern üblich, bekommt man (offensichtlich Budget bedingt) nicht zu sehen. Schade.

 

Die Blu-ray-Veröffentlichung ist im Gegensatz zum Film sehr gelungen. Neben einem soliden Bild und dem englischen Originalton, gibt es eine gute deutsche Synchronisation. Zusätzlich bietet die Blu-ray zahlreiche interessante Extras wie Behind The Scenes, Outtakes und eine Bildergalerie. Eine gelungene Veröffentlichung.


Das Fazit von: Mario von Czapiewski

Mario von Czapiewski

FPS – First Person Shooter mag als Fanfilm und Hommage an Lieblings-Ego-Shooter unter Freunden funktionieren, doch als käuflicher Film ist er leider eine mittlere Katastrophe. Da der Film Thema bedingt keine nennenswerte Handlungsstruktur besitzt und die Macher sich offensichtlich nicht einig waren, welchem Videospiel man nun huldigen möchte, wird jegliche Spannung und Atmosphäre im Keim erstickt. Auch die überaus billige Ausstattung und der größtenteils schwache Handlungsort Krankenhaus zieht jeglichen Unterhaltungsfaktor aus dem Film. Anhänger der deutschen Independentszene können sicher mal einen wohlgesonnenen Blick riskieren, für den Otto-Normal-Zuschauer ist der Film jedoch nicht zu gebrauchen. Schade.


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