Flatliners (2017)

Flatliners (2017)

Originaltitel: Flatliners
Genre: Thriller • Science Fiction • Drama
Regie: Niels Arden Oplev
Hauptdarsteller: Ellen Page • Diego Luna
Laufzeit: DVD (105 Min) • BD (110 Min)
Label: Sony Pictures Home Entertainment
FSK 16

Flatliners (2017)   30.03.2018 von MarS

Wer sich an ein Remake, Reboot oder eine verspätete Fortsetzung eines Kultfilms macht, der begibt sich meist auf sehr dünnes Eis. Die Ergebnisse dieser Produktionen schwanken meist zwischen grottenschlecht (siehe Ghostbusters) und ordentlich (beispielsweise The Thing). Nur selten entstehen daraus echte Highlights, wie zum Beispiel Evil Dead oder auch ganz aktuell Blade Runner 2049. Zu welcher Kategorie das Reboot des Science-Fiction-Thrillers Flatliners - Ein guter Tag zum sterben zählt haben wir für Euch herausgefunden...

 

Inhalt

 

Die junge Medizinstudentin Courtney Holmes ist fasziniert von der Frage, ob es ein Leben nach dem Tod gibt. Um ihre bisherigen Theorien zu beweisen wagt sie ein gefährliches Experiment und überredet einige ihrer Kommilitonen, sie dabei zu unterstützen. In einem ungenutzten Labor im Keller des Krankenhauses bringen sie Courtneys Herz zum Stillstand, damit sie selbst eine Nahtoderfahrung erleben kann, während ein MRT ihre Gehirnaktivitäten aufzeichnet. Nach 60 Sekunden wird Courtney zurückgeholt, allerdings schlägt die Wiederbelebung zunächst Fehl und so sind sie gezwungen, den aufstrebenden Studenten Ray in ihre geheimen Experimente einzuweihen. Zurück unter den Lebenden scheint es, als ob Courtneys Gehirn deutlich aktiver ist und sie schwärmt von den ungewöhnlichen Glücksgefühlen während ihres Todeszustands. Entgegen den Warnungen von Ray unterziehen sich nun auch die anderen im Team dem Experiment, doch schon nach kurzer Zeit müssen sie feststellen, dass es offensichtlich auch Nebenwirkungen gibt...

 

Man kann durchaus darüber streiten, ob ein Remake zu Flatliners - Es ist ein guter Tag zum sterben aus dem Jahr 1990 wirklich nötig war, da sich die Grundhandlung nur unwesentlich voneinander unterscheidet. Ebenso verständlich ist es, dass die bisherigen Meinungen kaum ein gutes Haar an der Neuinterpretation lassen. Eines kann man Flatliners (2017) jedoch nicht abstreiten: Der Film ist unterhaltsam, und das nicht nur für alle, die das Original nicht kennen. Während das Grundgerüst nämlich viele Parallelen aufweist, geht das Remake letztendlich doch deutlich andere Wege. War die Erzählung in Flatliners - Es ist ein guter Tag zum sterben noch sehr philosophisch sowie stellenweise äußerst religiös und das Leben nach dem Tod sehr fantasylastig, setzt der Film nun auf einen deutlich realistischeren, wissenschaftlicheren Ansatz und verbindet das Ganze im Bereich der auf den Herzstillstand folgenden Visionen mit klassischen Horrorelementen und kleineren Jumpscares. Das wohl größte Problem sind dabei die Charaktere, die im Gegensatz zu den visuell ansprechend gestalteten Nahtoderfahrungen sowie den atmosphärischen Gruselszenen überwiegend sehr blass bleiben. Eine echte Identifikationsfigur findet man in Flatliners (2017) ebenso wenig wie Charaktertiefe oder eine emotionale Bindung zu den Figuren und ihren Schicksalen, was vor allem dem hohen Erzähltempo geschuldet ist. Zwar können Ellen Page als Courtney Holmes sowie Diego Luna als Ray ein paar Sympathiepunkte verbuchen, viel mehr ist allerdings nicht drin. Der Cameo-Auftritt von Kiefer Sutherland aus dem Original ist übrigens auch nicht unbedingt geschickt eingesetzt, denn dessen Rolle ist für die Geschichte eigentlich irrelevant und dementsprechend austauschbar. 

 

Bildergalerie von Flatliners (2017) (7 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Die Blu-ray liefert ein scharfes, kontraststarkes Bild sowie einen satten Schwarzwert. Die Farbgebung ist, bedingt durch zahlreiche Traumszenen und Effektshots, oftmals stark stilisiert, was aber sehr gut zur restlichen Optik des Films passt. Etwas störend ist das teils deutlich wahrnehmbare Filmkorn, dass zwar den filmischen Look unterstützt, jedoch nicht so recht mit der sterilen und modernen visuellen Aufmachung harmonieren will. Die Tonspur glänzt durch eine tolle Dynamik und eine sehr weitläufige Abmischung. Jeder Boxenbereich wird gezielt eingesetzt und auch die Bassbox darf immer wieder kräftig mitmischen. 

 

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Das Fazit von: MarS

MarS

Flatliners (2017) ist zwar ein unnötiges Remake für einen Kultklassiker, der die Fehler des alten Streifens nur in ein modernes Gewand packt und sich lieber auf eine rasante Darstellung denn auf Tiefgründigkeit stützt, weiß aber trotz allem sehr gut zu unterhalten. Gerade die Zuschauer, die das Original nicht kennen, können hier durchaus ihren Spaß haben, denn der Mix aus wissenschaftlicher Betrachtung, einem Hauch von Philosophie und Elementen des Horrorfilms funktioniert besser als zunächst befürchtet. Dem Vergleich mit dem Jahr 1990 hält er zwar nicht stand und Fans des ursprünglichen Films bekommen außer der Aufmachung nichts Neues präsentiert, für Neulinge oder alle, die den alten Film ausblenden können, bietet Flatliners (2017) aber gute und auch spannende Unterhaltung.


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