Kevin – Die Vampirdoku

Kevin – Die Vampirdoku

Originaltitel: Kevin – Integration eines Mythos
Genre: Mockumentary
Regie: Christian von Aster
Hauptdarsteller: Alexander Aue • Christian von Aster
Laufzeit: ca. 71 Minuten
Label: Epix Media AG
FSK 12

Kevin – Die Vampirdoku   16.07.2010 von Tobi

Wie bereits in vielen vergangenen Artikeln erwähnt, ist das Vampir-Genre bei vielen Leute sehr beliebt. Leider ist es oft der Fall, dass die fertigen Filme einfach nichts Neues bieten. Der Film „Kevin – Die Vampirdoku“ soll da aber eine Ausnahme bilden. Anders als z.B. bei Twilight wird hier das wahre Leben der Vampire in unserer Gesellschaft gezeigt. Die Integration dieser „Randgruppe“ wirft dann doch diverse Schwierigkeiten auf. Der folgende Bericht zeigt, ob diese deutsche Produktion sehenswert ist…

 

Der junge Teenager Kevin Schmidtke scheint auf den ersten Blick ein ganz normales Leben zu führen. Er singt in einer Punkband namens „Los Feratus“ und beschäftigt sich mit Dingen, die für einen 19-jährigen wichtig sind. Aber der Schein trügt, denn Kevin ist in Wahrheit ein Vampir. Vampire bilden in der gezeigten Gesellschaft dummerweise eine soziale Minderheit und müssen sich täglich der deutschen Bürokratie sowie typischen „Vampirproblemen“ stellen. Dazu gehören das Beschaffen von Dosenblut und natürlich die Integrationsmaßnahmen in die deutsche Gesellschaft. Die Journalistin Lucy van Zandt begleitet Kevin im Alltag und zeigt in ihrer aufrüttelnden Dokumentation die alltäglichen Hürden, die ein Vampir nehmen muss. Dabei stoßen sie in höchste politische Kreise vor, um sich Gehör zu verschaffen. Doch gleichzeitig tauchen einige Vampirgegner auf.

 

Die Fake-Dokumentation „Kevin – Die Vampirdoku“ bietet im Ansatz wirklich sehr interessante Ideen, da sie eine Reflektion der heutigen Gesellschaft darstellt. Auch wir haben immer wieder mit sozialen Minderheiten sowie mit der Integration von ausländischen Mitbürgern zu tun. Diese Probleme werden in diesem Film sehr überzogen dargestellt, was z.B. durch unsterbliche Langzeitarbeitslose deutlich gemacht wird. Das klingt natürlich alles ganz lustig und funktioniert stellenweise auch ein wenig. Doch leider will bei mir der Funke einfach nicht überspringen. Größtenteils fand ich den Film leider zu langweilig, da ich mir mehr Sarkasmus und mehr abgefahrene Ideen gewünscht habe.

 

Es reicht halt nicht nur zu zeigen, dass plötzlich glatzköpfige Hooligans den Vampiren ans Leder wollen, sondern da gehört auch noch einiges mehr dazu. Des Weiteren ist es auch sehr anstrengend den Film zu schauen, da er größtenteils in dunklen Schwarz-Weiß-Bildern gedreht wurde. Das nervt auf die Dauer, da man manchmal gar nicht alles erkennt. Dazu kommt, dass die Schauspieler ihren Text total abgelesen sprechen, was mir des Öfteren einfach auf die Nerven ging. Da helfen auch bekannte Promis, wie Sebastian Krumbiegel und Tim Sander nichts.  Das Interesse reißt dann recht schnell ab und das sollte bei einer Laufzeit von 71 Minuten einfach nicht passieren.

 

Natürlich freut es mich zu sehen, dass dieser kleine Doku-Beitrag seinen Weg auf die DVD gefunden hat, denn jeder Filmemacher hat einfach eine Chance verdient. Das Berliner Label Epix hat es sich zur Aufgabe gemacht die Veröffentlichung auch entsprechend gut werden zu lassen. Die Bildqualität ist sogar recht ordentlich geworden, wobei mir die gezeigten Bilder einfach zu dunkel sind. Der Ton liegt standardmäßig in Dolby Digital 2.0 Stereo vor, da es hier nur Dialoge gibt. Bonusfans können sich hier kaum satt sehen, da jede Menge Material angeboten wird. Da gibt es Leseproben, Comics und Interviews. Natürlich kann das Cover wieder gewendet werden, um das FSK-Logo verschwinden zu lassen. Hier wurde wirklich gute Arbeit an den Tag gelegt.


Das Fazit von: Tobi

Tobi

Leider kann ich „Kevin – Die Vampirdoku“ nur eine durchschnittliche Bewertung geben, da dieser Film einfach nicht fesseln kann. Zu keiner Zeit wurde bei mir das Interesse geweckt die gezeigten Szenen zu hinterfragen und in unsere Gesellschaft zu interpretieren. Es war mir schlichtweg egal. Das heißt nicht, dass mich diese Themen generell nicht interessieren, sondern nur, dass dieser Film einfach nicht so richtig funktionieren will. Die Ideen sind gut und der Ansatz ist richtig, doch es fehlt einfach das Feintuning, um den Zuschauer bei Laune zu halten. Schade eigentlich. Ich hoffe, dass wir aber in Zukunft andere vielversprechendere Werke der Macher zu sehen bekommen.


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