Kidding

Kidding

Originaltitel: Kidding
Genre: Drama • Komödie
Regie: Michel Gondry • Mini Spiro • Jake Schreier
Hauptdarsteller: Jim Carrey • Kathleen Keener • Frank Langella
Laufzeit: DVD (278 Min)
Label: Paramount Home Entertainment
FSK 16

Kidding   05.07.2019 von Diaboli

Mr. Rogers gehört zu Amerika wie Hamburger und Weißkopfadler. Der mit Pullunder und Hemd gekleidete Mann hat den Kindern behutsam, aber auf Augenhöhe das Leben und dessen Schwierigkeiten erläutert. Seien es Depressionen, Umweltverschmutzung oder Scheidung: viele heute Erwachsene können sich ihre Kindheit ohne seine Lebensweisheiten nicht vorstellen. Jim Carrey übernimmt in seiner ersten eigenen Serie eine an Mr. Rogers angelehnte Rolle: jedoch hat der Gastgeber dieser Kindersendung selbst so einige Schwierigkeiten mit seinem eigenen Leben. Lest hier, wie die Serie damit umgeht...

 

Inhalt:

Jeff Piccirillo (Jim Carrey), seinen minderjährigen Zuschauern besser bekannt als der liebenswerte "Mr. Pickles", ist der Moderator einer eigenen Kindersendung. Mithilfe seines positiven Charakters und einer ganzen Batterie an witzigen Puppen erklärt er den Kindern die Welt, in der sie leben. Doch hinter dieser Fassade bröckelt der Alltag des sonst so gut aufgelegten Kinderfreundes: einer seiner Zwillingssöhne verlor sein Leben durch einen Autounfall, an dem eine defekte Ampel schuld war, und daran geht nun auch die Ehe mit seiner Frau zu Grunde. Als sie ihn eines Tages verlässt und sein anderer Sohn anfängt, den Tod des Bruders mit Marihuana zu kompensieren, entgleitet Jeff langsam aber sicher nicht nur die Kontrolle über sein eigenes Leben, sondern auch das seiner Sendung. Der Mann, der Freude und Leichtsinn verbreitet, kann selbst nicht mehr glücklich sein...

 

Lange Zeit ist es sehr still geworden um Jim Carrey. Von der Schauspielerei zog er sich viele Jahre zurück, um politisch motivierte Kunst zu produzieren. Der leidenschaftliche Maler hatte nämlich selbst einige herbe Tiefschläge seitens des Schicksals zu verkraften: Nach der Trennung seiner langjährigen Freundin kamen erste Gerüchte um den (geistigen) Gesundheitszustand Carreys auf. Eine Videobotschaft, in der er Schauspielerin Emma Stone seine Liebe gesteht, blieb bis heute unkommentiert. Auch der Suizid seiner letzten Freundin hat den sonst so gut gelaunten Komiker getroffen. Dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, ist Carrey perfekt für die Rolle des Mr. Pickles. So kann der Schauspieler seine eigenen Erfahrungen mit einbringen, und das sieht der Zuschauer sofort. Hinter der lustigen Fassade kann man in die emotionalen Abgründe eines Mannes sehen, der kurz davor scheint, den Verstand zu verlieren. Carrey mimt gewohnt grandios! Abgerundet wird das Ensemble von etablierten Charakterdarstellern wie Kathleen Keener oder Frank Langella, die ebenso hervorragende Arbeit unter der Regie von Michel Gondry leisten. Gondry, vermutlich am bekanntesten für seine ebenfalls mit Jim Carrey besetzte Dramödie Vergiss mein nicht!, versteht es, das außer Kontrolle geratene Leben von Jeff mit seinen Höhen und Tiefen so darzustellen, dass man nicht nur in jeder Folge weinen, sondern auch lachen kann. Eine ebensolche emotionale Achterbahnfahrt hat dieses Jahr übrigens auch Ricky Gervais mit seiner Netflix-Serie Afterlife abgeliefert. 

 

Bildergalerie von Kidding (8 Bilder)

 

Details der DVD:

Die 10 Folgen á 30 Minuten sind auf 2 DVD´s gepresst. Leider Gottes können die mit der hohen Qualität der Serie absolut nicht mithalten. Das Bild ist verwaschen und unscharf, die Farben blass. Auch der Ton liegt nur in Dolby Stereo vor und ist blechern und frontlastig. Wer des englischen mächtig ist, sollte definitiv die englische Tonspur bevorzugen, welche wenigstens 5.1 Sound bietet. Auch bei den Extras wurde gespart, denn mehr als knapp 9 Minuten an Featurettes sind nicht drin. In der heutigen HD-verwöhnten Zeit darf man getrost hinterfragen, was die Herausgeber sich wohl dabei gedacht haben, etwas derart Unterirdisches auf den Markt zu werfen. Setzen, 6!


Das Fazit von: Diaboli

Diaboli

Kidding besticht durch herausragende schauspielerische Leistungen, ein cleveres und facettenreiches Drehbuch und einer interessanten Story. Leider kann ich die lieblose Heimkinoveröffentlichung nicht mit Lobeshymnen überschütten, zu schlecht sind Bild, Ton und generelle Ausstattung. Höchstpunktzahl für die Serie an sich, aber als Komplettpaket kann ich leider nur durchschnittliche Punkte vergeben. Ich schlage deshalb vor: das Geld für die DVD sparen und Kidding lieber streamen...


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