Liz und der blaue Vogel

Liz und der blaue Vogel

Originaltitel: Liz to Aoi Tori
Genre: Slice-of-Life • Drama
Regie: Naoko Yamada
Laufzeit: DVD (86 Min) • BD (90 Min)
Label: Universum Anime
FSK 6

Liz und der blaue Vogel   19.09.2019 von MarS

Hibike! Euphonium ist eine erfolgreiche Light Novel Reihe aus dem Slice-of-Life Genre, die bislang sowohl eine Mangaadaption als auch eine Umsetzung in Form einer 26-teiligen Animeserie erhalten hatte. Nach zwei Recap-Filmen, welche die Handlung der beiden Staffeln zusammenfassten, bekommen diese nun erstmals eine Fortsetzung in Form eines eigenständigen Films spendiert. Wir haben uns Liz und der blaue Vogel für Euch angesehen...

 

Inhalt

 

Die introvertierte Mizore und die lebhafte Nozomi sind beste Freundinnen und spielen gemeinsam in der Schulband der Kitauji-Oberschule. In ihrem letzten Schuljahr sollen sie für einen landesweiten Musikwettbewerb das Stück "Liz und der blaue Vogel" spielen, doch der Ausblick auf eine ungewisse Zukunft nach der Schule macht den beiden schwer zu schaffen. Nun geht es längst nicht mehr nur um das eigene Talent, denn die Entscheidung, wie es in ihrem Leben weitergehen soll, hat auch Auswirkungen auf das Gelingen ihres gemeinsamen Akts innerhalb des Musikstücks, genauso aber auf ihre jahrelange Freundschaft...

 

Liz und der blaue Vogel ist grundsätzlich, ganz wie die Vorlage, ein simpler Slice-of-Life Anime, der eine Gruppe junger Mädchen beim Heranwachsen begleitet. Echte Höhepunkte gibt es dabei kaum, und auch die behandelten Themen sind so alltäglich, dass diese eigentlich nichts Besonderes darstellen. Die Kunst besteht jedoch darin, wie die Geschichte erzählt wird, und gerade dadurch entpuppt sich der Film als echte Perle. Obwohl das Ganze nämlich extrem ruhig und unspektakulär verläuft, wird man als Zuschauer komplett in den Bann gezogen und verfolgt fasziniert das Geschehen. Das liegt unter anderem an der interessanten Erzählstruktur, die zwischen den realen Ereignissen und der Märchenerzählung von "Liz und der blaue Vogel" wechselt und dabei immer wieder Parallelen untereinander erkennen lässt. Auch die Figuren ziehen unterdessen immer wieder Vergleiche zu der Geschichte, die sie wiederum in ihrem Musikstück interpretieren sollen. Endgültig zu fesseln weiß Liz und der blaue Vogel aber letzten Endes durch die Charaktere, die durchwegs absolut authentisch und glaubwürdig und damit gänzlich direkt aus dem Leben gegriffen wirken. Das sorgt nicht nur für eine enge Bindung, sondern damit ebenso dafür, dass man sich immer wieder selbst in der Erzählung wiederfindet. Das gesamte Zusammenspiel ist hier so harmonisch und gefühlvoll angelegt, dass man als Zuschauer einfach nicht anders kann, als sich emotional mit den Hauptfiguren, aber auch den nicht minder gut ausgearbeiteten Nebenfiguren zu identifizieren.

 

Passend zur inhaltlichen Struktur zeigen sich auch die Animationen zweigeteilt. Während die Geschehnisse um Mizore und Nozomi sehr natürlich aussehen und dank hervorragendem Charakterdesign sowie ansprechenden Locations ebenso realistisch wirken wie die Handlung selbst, wurde bei dem in die Erzählung integrierten Märchen deutlich kunstvoller gearbeitet. Hier ist das gesamte Geschehen noch farbenfroher, dabei jedoch deutlich weniger detailverliebt und ausgearbeitet. Gerade das unterstreicht aber perfekt den Charakter der Geschichte. Die Synchronisation ist absolut gelungen, ebenso wie der stets harmonische, sehr zurückhaltende Score. Im Gegenzug sorgen die Proben zum Musikstück, dem Kern der Handlung, spätestens im Finale für eine anhaltende Gänsehaut.

 

Bildergalerie von Liz und der blaue Vogel (7 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Die Blu-ray bietet ein sehr scharfes, ausgewogenes und sauberes Bild. Die Farben strahlen in dezenten aber stets kräftigen Tönen, der Kontrast sorgt für klare Kanten ohne zu verwischen. Die Tonspur weist eine gute Dynamik und feine Akzentuierung der Surroundboxen auf. Die Kanäle sind klar voneinander getrennt, wodurch die Sprachausgabe durchwegs gut verständlich und differenziert ortbar ist. Der Soundtrack und die Musik während den Proben verteilt sich stimmig im ganzen Raum.

 

 

Bilder © Ayano Takeda,TAKARAJIMASHA/Hibike Partners


Das Fazit von: MarS

MarS

Mit Liz und der blaue Vogel beweist die erst 34-jährige Regisseurin Naoko Yamada nach A Silent Voice erneut ihr Gespür für gefühlvolle Alltagsgeschichten, die einen auch ohne große Effekte oder andere Begleitelemente zu fesseln wissen. Liz und der blaue Vogel erreicht zwar thematisch nicht die Intensität des Vorgängers, weiß den Zuschauer aber dennoch emotional zu erreichen. Ich freue mich jetzt schon auf die kommenden Werke von Yamada, bin aber ebenso gespannt auf die Fortsetzung zu Liz und der blaue Vogel unter der Regie von Tatsuya Isihara (InuYasha).


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