Marco Polo (Das große TV-Event)

Marco Polo (Das große TV-Event)

Originaltitel: Marco Polo
Genre: Historiendrama
Regie: Giuliano Montaldo
Hauptdarsteller: Ken Marshall
Laufzeit: DVD (568 Min)
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 12

Marco Polo (Das große TV-Event)   22.02.2016 von GloansBunny

Nach der gelungenen TV-Serie stürzt sich Redakteurin GloansBunny jetzt auf die Langfilmfassung des 1982 erschienenen Vierteilers Marco Polo. Ob der Koloss allerdings auch überzeugt, klärt folgendes Review...
 
Marco Polo (Ken Marshall) wächst unter der Fittiche von seinem Onkel Zane (Riccardo Cucciolla) im Venedig des 13. Jahrhunderts auf und sehnt sich nach Abenteuern in fernen Ländern. Als nach vielen Jahren sein Vater Niccolo (Denholm Elliott) und dessen Bruder Matteo (Tony Vogel) von ihrer Geschäftsreise nach Asien zurückkehren um für den großen mongolischen Herrscher Kublai Khan (Ying Ruocheng) in Europa nach christlichen Gelehrten zum Gedankenaustausch zu suchen, wittert Marco seine Chance. Mit einem selbst gebauten Schiff reist der junge Weltenbummler in die Mongolei und freundet sich dort mit Kaiserin Chabi (Beulah Quo) an, die ihn in die Reihen des großen Kublai Khan einführt. Schon bald steigt Marco Polo zum machtvollen Präfekten des Herrschers auf und erlebt den Krieg gegen Japan und Verschwörungen innerhalb des Kaiserhauses intensiver, als ihm lieb ist...
 
Nach der beliebten, nagelneuen TV-Serie (hier unser Review) mit gleichem Namen wirft die Filmindustrie jetzt eine optisch kaum aufgehübschte Version des bereits 1982 erschienenen Langfilmes Marco Polo auf den Markt. Mit über neun Stunden Laufzeit, die sich über vier DVDs erstreckt, scheint sich hier ein inhaltsstarker Koloss ins Laufwerk zu schieben, der zwar mit originalgetreuen Schauplätzen und aufwändigen Kostümen glänzen kann, aber gerade gegen Ende hin extreme Schwächen aufweist. Teilweise wurden Dialoge und Szenen im letzten Viertel so drastisch geschnitten und gekürzt, dass dem Zuschauer jeglicher Zusammenhang und Sinn verloren geht. Auch mehrere Längen und durchwachsene schauspielerische Leistungen machen Marco Polo zu einem immer wieder kehrenden Krampf. Was vor mehr als 30 Jahren noch aktuell oder wenig störend war, ist für heutige Verhältnisse etwas angestaubt und langatmig, aber dennoch geschichtsträchtig und interessant.
 

Bildergalerie von Marco Polo (Das große TV-Event) (5 Bilder)

Technisch betrachtet präsentiert sich Marco Polo leider auch eher mittelmäßig. Die vermeintlich modernisierte Version des Filmes wirkt optisch nicht sehr rund, die ansehnlichen Kulissen erstrahlen zwar in satten, natürlichen Farben, mit allerdings niedrigen Schärfegraden und deutlichem Rauschen, welche die liebevollen Kostüme aber trotzdem gekonnt in Szene setzen. Die akustische Inszenierung hingegen lässt einem wirklich sämtliche Haare zu Berge stehen. Obwohl der Soundtrack cineastisch und extrem stimmig ist, bereitet die deutsche Synchronisation Ohrenschmerzen. Nicht nur, dass stellenweise die Tonspur auf Englisch wechselt, nein, auch die eingeschobenen Untertitel sind kaum der Rede wert. Dieses permanente Springen zwischen deutscher und englischer Vertonung mit gruseligen oder sogar fehlenden Untertiteln ist auf Dauer (und die kann man bei Marco Polo nicht abstreiten) extrem anstrengend und nervig. Im Extras-Bereich gibt es lediglich ein 30 Minuten langes Interview mit Drehbuchautor Giuliano Montaldo und die herausgeschnitten Szenen, allerdings ohne jegliche Untertitel. Genrefans erhalten mit Marco Polo trotz technischer Schwächen allerdings einen durchweg informativen und gut inszenierten Langfilm.

Das Fazit von: GloansBunny

GloansBunny

Die Serie Marco Polo fand ich gar nicht mal so schlecht, weshalb mir als inhaltlicher Vergleich der 1982 produzierte, gleichnamige Langfilm nicht ungelegen kam. Das Historienepos glänzt mit großartigen Kulissen, tollen Kostümen und informativen Einblicken in die Geschichte eines der größten Weltenbummler unserer Geschichte. Doch trotz der beeindruckenden Gesamtlaufzeit von über neun Stunden konnte mich Marco Polo als Film nicht überzeugen. Denn obwohl die Inszenierung und auch der Inhalt zeitlos sind, mangelt es dem "Oldie" an technischer Überarbeitung. Ich bin wirklich kein HD-Fetischist, aber die kaum bis gar nicht überarbeitete Bildqualität bereitet mir irgendwie optische Schwierigkeiten, wobei das Hauptproblem noch viel weitreichender ist: die Akustik. Denn gerade gegen Ende hin wechselt der Film immer wieder auf die englische Tonspur, teils mit, teils ohne deutsche Untertitel, was auf Dauer recht nervig ist. Gepaart mit der grauenvollen Schnittführung der deutschen Fassung, in der viele Schlüsseldialoge und -szenen einfach aus dem Hauptfilm genommen und als "Extra" ins Menü genommen wurden, entpuppt sich der eigentlich recht gelungene Langfilm als quälendes Abenteuer. Schade, eine moderne Version habe ich mir einfach anders vorgestellt, die schlechte Wertung ist fast ausschließlich der mangelhaften technischen Umsetzung geschuldet!


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