Mile 22

Mile 22

Originaltitel: Mile 22
Genre: Action • Thriller
Regie: Peter Berg
Hauptdarsteller: Mark Wahlberg • Iko Uwais
Laufzeit: DVD (91 Min) • BD (95 Min)
Label: Universum Film
FSK 16

Mile 22   21.01.2019 von MarS

Egal ob Lone Survivor, Deepwater Horizon oder Boston, Regisseur Peter Berg und der Schauspieler Mark Wahlberg sind inzwischen ein eingespieltes Team. Nun präsentieren sie mit dem Actionthriller Mile 22 bereits ihre vierte Zusammenarbeit...

 

Inhalt

 

Der hochbegabte aber psychisch labile James Silva (Mark Wahlberg) und sein Team sind Teil der geheimen Spezialeinheit "Overwatch", die immer dann eingreift, wenn alle anderen Optionen versagt haben. Ihr aktueller Auftrag, waffenfähiges Cäsium sicherzustellen, führt sie nach Südostasien, wo sie auf den Polizisten Li Noor (Iko Uwais) treffen. Der will im Austausch gegen Informationen zum Standort des Materials allerdings außer Landes gebracht werden, da ihm die örtlichen Behörden Spionage unterstellen und er sich deshalb in Lebensgefahr befindet. Silva und sein Team müssen Li Noor unbeschadet zu einem 22 Meilen entfernten Flughafen bringen, was angesichts der angespannten Lage nur mit vollem Einsatz und härtesten Mitteln möglich ist. Genau der richtige Auftrag also für "Overwatch"...

 

Rasante Actionszenen, eine Geschichte mit überraschendem Schlusstwist, dazu mit Mark Wahlberg, Iko Uwais, John Malkovich und Lauren Cohen hervorragend besetzt. Und trotzdem an den Kinokassen ein totaler Reinfall. Woran liegt das?

 

Mile 22 beginnt mit einem fulminanten Einstieg, der nicht nur das "Overwatch"-Team und dessen Möglichkeiten einführt, sondern auch für spannungsgeladene Minuten sorgt. Bereits hier macht Peter Berg klar, dass er dazu fähig ist, die Anspannung der beteiligten Figuren auf den Zuschauer zu übertragen und damit seine Actionsequenzen zu intensivieren. Allerdings war es das dann auch für eine ganze Weile mit Action, denn Mile 22 kümmert sich im Folgenden zunächst einmal um seine beteiligten Akteure, die jedoch allesamt eine mehr als unsympathische Charakterisierung erhalten und dabei trotz allem absolut austauschbar bleiben. Gerade Mark Wahlberg, sonst der coole und charismatische Held, fungiert hier als absoluter Hasscharakter, der zwar perfekt in seinem Job ist, mit seinen Mitmenschen (und damit auch mit dem Zuschauer) aber keinerlei Verbindung aufbauen kann. Erst mit dem Auftritt von Iko Uwais, der durch seine Kampfkünste in The Raid Evolution bereits sein Können bewiesen hat, kehrt die anfängliche Anspannung in den Film zurück, und mit ihr auch die Action. Hier kommt es allerdings zum ersten echten Eklat, denn im Gegensatz zu den großartig choreografierten und knackigen Shootouts, können die Nahkämpfe im Film auf Grund extrem wackeliger Kameraführung und hektischen Schnitten ihre Wirkung zu keinem Zeitpunkt entfalten, auch wenn sie noch so blutig und knallhart sind. Die Inszenierung selbst ist zu diesem Zeitpunkt ebenso sehr chaotisch und sprunghaft, wobei auch plötzlich eingesetzte Rückblenden nicht unbedingt ein hilfreiches Stilmittel sind. So bleibt dem Zuschauer nichts Anderes übrig, als auf das große Finale zu warten, in welchem ein extrem langer Showdown wieder zurück zur Stärke der Eingangssequenz gelangt. Bis dahin glänzt Mile 22 jedoch überwiegend mit für die Handlung belanglosen Charakterisierungen, unsympathischen Figuren und jeder Menge Diskrepanzen im Bereich von Logik und linearer Erzählung. Für nette Unterhaltung reicht das allemal aus, ob die angestrebten Folgeteile allerdings jemals das Licht der Welt erblicken, darf nach diesem Einstieg bezweifelt werden, auch wenn ein zweiter Teil bereits vor Kinostart angekündigt wurde.

 

Bildergalerie von Mile 22 (11 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Das Bild der Blu-ray liefert eine hervorragende Schärfe bei hohem Detailreichtum. Dezentes Filmkorn unterstreicht immer wieder den Look des Films, wogegen Close-ups stets sauber und rauschfrei ausfallen. Die Farbgebung ist kräftig und natürlich, während der Schwarzwert für satte dunkle Bereiche sorgt. Die Tonspur ist insgesamt deutlich zu leise abgemischt und lässt in der Eröffnungssequenz zusätzlich auch Druck und Kraft vermissen. Letzteres bessert sich jedoch im weiteren Verlauf, denn dann wissen die hohe Dynamik und perfekte Räumlichkeit absolut zu überzeugen. Die stetige, klar ortbare Einbindung aller Surroundkanäle sorgt für eine hervorragende Weitläufigkeit, während die Kanaltrennung durchwegs ohne Mängel ist. Spätestens beim Showdown bietet die Tonspur dank erhöhtem Druck und kraftvollem Einsatz aller Boxen die richtige Atmosphäre. 


Das Fazit von: MarS

MarS

 

Mile 22 weiß durchaus gut zu unterhalten, insofern man auf sympathische Figuren und eine stimmige Geschichte verzichten kann. Mit Ausnahme der unübersichtlichen Inszenierung der Nahkämpfe wissen immerhin die rasanten Actionsequenzen zu gefallen, die in einem langen Showdown ihren Höhepunkt finden. Ob das für weitere Teile reicht bleibt abzuwarten, denn übers Mittelfeld ähnlicher Genrevertreter kommt Mile 22 nur gerade so hinaus.


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