Mindjack

Mindjack

Publisher: Square Enix
Entwicklerstudio: Feel Plus
Genre: Action
Sub-Genre: Third Person Shooter
Art: Midpricetitel
Erscheinungsdatum: 21.01.2011
USK 16

Mindjack   20.03.2011 von CricketTomcat

In Mindjack, dem neuen Werk von Square Enix, dürft Ihr eure Widersacher versklaven und selbst in die Rolle von verschiedenen Charakteren und Maschinen schlüpfen. Dies gilt auch für den Multiplayer-Modus, aber ob dies frischen Wind in das Shooter-Genre bringt und die sehr gute Idee gut umgesetzt wurde, dies erfahrt Ihr hier.

Amerika in naher Zukunft

Der Bundesagent Jim ist auf der Suche nach der Umweltterroristin Rebecca Weiss, welche aus Shanghai geflohen ist. Ein so eigentlich leichter Einsatz entwickelt sich zu einem großen Problem, nachdem Jim und Rebecca in ein Feuergefecht am Flughafen geraten und nun zusammenarbeiten müssen. Nun sind sie beide auf der Flucht vor schwer bewaffneten Männern, welche einem mächtigen Hightech-Konzern angehören. Die Konzerne beherrschen die Welt, in der Technologie zum alltäglichen Leben jedes Einzelnen gehört. Die Flucht wird immer schwieriger, die Kämpfe immer härter und es geht um das nackte Überleben. Mit der Zeit spitzt sich die Lage zu, denn Informationen weisen auf eine große Verschleierungsaktion der Regierung hin.

Die Geschichte hätte wirklich spannend und gut inszeniert werden können, doch ist sie alles andere als dies. Langweilige Dialoge, lahme Sprüche, immer wiederkehrende und absehbare Situationen pflastern den Weg der zwei Flüchtigen. Jetzt gilt es nur noch auf das Gameplay zu hoffen, denn in der Idee steckt viel Potenzial, aber ob dieses genutzt wird?

Egal was, ich kontrolliere es

Kontrolle steht in Mindjack an der Tagesordnung und diese kommt nicht zu kurz. Wir befinden uns, wie schon erwähnt, in einer Welt voller Technologie und warum sollte man dann nicht die Kontrolle über andere Personen und Maschinen übernehmen?  Gegner gibt es wie Sand am Meer und deshalb sollten wir uns auch unsere eigene Armee zusammenstellen. Haben wir einen Gegner so geschwächt, dass er nur noch am Boden liegt, können wir diese ganz einfach versklaven. Schnell rennen wir in Reichweite des „Noch-Gegners“, warten, bis das Wort „Mindslave“ erscheint, und drücken den richtigen Button. Et voilà, der Soldat kämpft nun an unserer Seite, bis ihn das Zeitliche segnet. Dies gilt natürlich nicht nur für menschliche Gegner, auch Mechs und andere Maschinen lassen sich so auf unsere Seite ziehen und hiermit einen klaren taktischen Vorteil  verschaffen. Sollten wir selber einmal dem virtuellen Tod nahe sein, dürfen wir uns als Wanderer bewegen. Dies sieht aus, wie eine frei bewegbare Zuschauerkamera, in der wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Körper machen, um weiter am Spiel teilnehmen zu können. Entweder warten wir, bis uns unsere Mitstreiterin Rebecca heilt und wir mit Jim weiterspielen können, oder wir übernehmen die Kontrolle eines Zivilisten oder Roboters. Jedoch sollten wir uns hier nicht allzu viel Zeit nehmen, denn gehen beide Hauptcharaktere zu Boden ist das Spiel zu Ende.

Das Spielprinzip im Ganzen lässt sich leicht in Worte fassen: Laufe von A nach B, besiege eine Gegnerwelle, Munition einsammeln nicht vergessen und wieder von vorne. Alles im allem nicht sehr anspruchsvoll und abwechslungsreich. Hierzu kommt noch die strohdumme KI der Gegner und der Verbündeten. Entweder stürmen die Gegner schnurstracks auf Jim zu und machen vor seiner Nase wieder einen Rückzieher oder sie verstecken sich hinter Objekten und nehmen euch nicht wahr, selbst wenn Ihr direkt neben ihnen steht. Jetzt könnten wir einen schönen Nahkampfangriff starten und der zu drückende Knopf leuchtet auf, doch passiert meist nichts. Egal wie oft und lange ich auf meinen Controller haue, der besagte Nahkampfangriff findet jedoch nicht statt. Rebecca erscheint auch des Öfteren orientierungslos. Sie läuft wirr im Kampfgebiet herum, wobei Ihr euch eigentlich nur auf das Heilen eurer Verbündeten konzentriert oder bewegt sich ziellos im Kreis, wenn ihr die Deckung aufgesucht habt, welche sie benutzen wollte. Wenn ich gerade schon bei den negativen Aspekten bin, komm ich gleich einmal zur Steuerung. Allein das Aufsammeln der Munition und Waffen stellt schon oft ein Problem dar, denn wir müssen direkt und millimetergenau auf das begehrte Objekt schauen und die zugehörige Taste drücken. Erst dann klappt alles genau und wunderbar, was in hektischen Situationen ziemlich fummelig ist. Es funktioniert einfach nicht alles so, wie es funktionieren sollte, denn flüssig ist alles Andere. Zum Schluss muss noch erwähnt werden, dass Ihr vergebens nach einem Pausemenü suchen werdet, denn so etwas gibt es in Mindjack nicht. Hier hilft auch kein Druck auf die Guide-Taste des XBox-Controllers, denn das Spiel läuft trotzdem auf Hochtouren.

Dein Spiel? Mein Spiel!

Schon bevor wir das Hauptmenü erreichen, werden wir gefragt ob wir das Spiel als Host oder Hacker starten wollen. Als Host bestreiten wir das Spiel als Hauptcharakter und spielen ganz normal die Kampagne. Nun müssen wir nur noch bestimmen, ob wir anderen Hackern den Zugriff erlauben oder nicht. Erlauben wir den Zugriff von Hackern, finden wir unter den KI-Gegnern auch menschliche Gegenspieler, welche sich uns in den Weg stellen und sich in die KI hineinhacken können. Natürlich kann sich auch ein menschlicher Mitstreiter an unsere Seite stellen und die Kontrolle von Rebecca übernehmen. Leider können wir während des Spiels nicht bestimmen, ob wir on- oder offline spielen wollen, denn diese Entscheidung müssen wir gleich am Anfang treffen und lässt sich nur mit einer Rückkehr in das Hauptmenü rückgängig machen. Hinzu kommt noch, dass es keine Begrenzung der Level gibt und wir auch gegen überlegene Spieler kämpfen müssen. Kommen wir einmal zum Spiel als Hacker. Dies ist eine schöne Abwechslung und alles spielt sich in der normalen Kampagne von Mindjack ab. Wenn da nicht nur die Zeit zwischen den Gefechten wäre! Ist es einmal ruhig und die Hauptcharaktere bewegen sich sozusagen zum nächsten Arenakampf, fliegen wir als Hacker wieder als Wanderer herum und dürfen warten, bis wir uns endlich in die gegnerische KI hacken können. Für jede Aktion, online sowie offline, erhalten wir natürlich Erfahrungspunkte und steigen in unserem Level auf. Bei Erreichen bestimmter Level schalten wir verschiedene Pick-ups frei, welche wir im Hauptmenü unserem Charakter zuordnen können. Einmal finden wir Regeln, welche wir festlegen können. Darunter lassen sich diverse Schwierigkeitsgrade finden oder die Regel, dass sich die beiden Teams nach jeder Runde neu mischen. Die Fähigkeiten hingegen verbessern unsere Gesundheit,  unsere Munition oder vermindern den Rückstoß der verschiedenen Waffen.

Die Welt von Mindjack
Abwechslungsreich sieht sie auf alle Fälle nicht aus, auch matschige Texturen pflastern den Weg von Jim und Rebecca. Die Farben Grau und Blau regieren die Welt von Mindjack, sei es die Umgebung oder selbst die Gegner, alles sieht ziemlich gleich aus. So ist es auch nicht immer ganz einfach, einen Gegner auf den ersten Blick zu erkennen. Der Soundtrack hingegen passt sehr gut in das Setting und unterstützt jedes Gefecht tatkräftig. Die Effekte sind nicht gerade erwähnenswert und hauen einen optisch und akustisch nicht vom Sofa.


Das Fazit von: CricketTomcat

CricketTomcat

Nach dem ersten Trailer von Mindjack war ich wirklich gespannt auf dieses Spiel, denn die Idee des Hackens und des Multiplayer-Modus hat mich wirklich neugierig gemacht. Doch leider hapert es sehr an der Umsetzung, denn hier verschenkt Mindjack unnötig sein Potential. Angefangen von Kleinigkeiten wie des fehlenden Pause-Menüs bis hin zur sehr dummen KI ist alles mit dabei. Auch die lahme Story fesselt nicht an den Bildschirm. Trotzdem macht Mindjack mit seiner frischen Idee der Versklavung von KI-Gegnern Spaß und ist immer für eine Runde Geballer gut. Der Multiplayer-Modus als Host ist auch interessant, denn in jedem KI-Gegner könnte in der nächsten Sekunde ein menschlicher Widersacher stecken. Als Hacker hingegen macht sich bei mir Langweile breit, denn wenn kein Kampf statt findet darf ich nur als Zuschauer herumfliegen, bis das nächste Gefecht anfängt. Wer auf aneinander gereihte Arenakämpfe mit wenig Hintergrund steht, darf bei Mindjack gedankenlos zugreifen. Alle anderen sollten sich den Kauf gut überlegen oder warten bis der Preis des Titels gesunken ist.


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positiv negativ
  • Nette Mulitplayer-Idee
  • Spiel als verschiedene Charaktere und Maschinen
  • Gegner zu Verbündete versklaven
  • KI mehr als nur dumm
  • Langweilige Story
  • Keine Abwechslung
  • Kein Pausemenü Offline möglich
  • Langweilige Grafik
  • Steuerung zu ungenau
  • Kein schneller Wechsel zwischen On- und Offline Modus möglich





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