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Night Of The Living Dead

Originaltitel: Night Of The Living Dead
Genre: Horror
Regie: George A. Romero
Hauptdarsteller: Duane Jones • Judith O’Dea
Laufzeit: Ca. 95 Minuten
Label: Splendidfilm
FSK 16

Night Of The Living Dead   08.04.2012 von Tobi

Heute darf ich einen Film rezensieren, der das Horror-Genre nicht nur beeinflusst, sondern auch geprägt hat. Die Rede ist von „Night Of The Living Dead“, den Regie-Ikone George A. Romero im Jahre 1968 auf die Menschheit losgelassen hat. Dieser Film gilt als absoluter Meilenstein des Kinos, denn er hat die „lebenden Untoten“ quasi erfunden. Er beinhaltet seinerzeit derart drastische Szenen, dass manche Zuschauer sogar aus den Kinos geflüchtet sind. Mittlerweile wird der Film als amerikanisches Kulturgut angesehen und vollkommen zu Recht im New Yorker Museum of Modern Art ausgestellt. Nun hat es „Die Mutter aller Zombiefilme“ auf die Blu-ray geschafft.

 

Johnny und seine Schwester Barbra fahren auf einen Friedhof, um ihrem toten Vater zu gedenken und Blumen an sein Grab zu stellen. Plötzlich wird Johnny von einem mysteriösen Fremden angegriffen und stirbt beim Kampf mit diesem. In Panik rennt Barbra fort und versucht sich in Sicherheit zu bringen. Auf ihrer Flucht durch die nahe gelegene Kleinstadt trifft sie auf weitere Leichen. Durch ihre Angst getrieben verschanzt sie sich in einem Haus, wo sie auf einige Überlebende trifft. Niemand weiß, was genau hier geschieht, denn es tauchen weitere merkwürdige „Wesen“ auf, die Jagd auf sie machen. Diese sogenannten „Ghouls“ sind aus ihren Gräbern auferstanden und lechzen nach Menschenfleisch. Die wenigen Überlebenden vernageln alle Fenster und Türen und hoffen, dass bald Hilfe unterwegs ist. Die Lage ist aussichtslos, denn nichts scheint die Untoten aufhalten zu können.

 

Was muss das damals nur für ein Gefühl gewesen sein, diesen Film im Kino bewundern zu dürfen. Nie zuvor hat es etwas Derartiges gegeben, was so schonungslos inszeniert wurde. Man kann es nur erahnen, denn in der heutigen Zeit ist man natürlich ganz andere Stoffe gewöhnt. Dennoch hat „Night Of The Living Dead“ absolut gar nichts von seiner Genialität und seiner Wirkung verloren. Selten kam ein Film aus diesem Genre sozialkritischer daher, denn oft stand immer nur die Gewalt im Vordergrund. George A. Romero entschied sich z. B. für einen schwarzen Schauspieler, der den „Helden“ spielen sollte. Das war in der damaligen Zeit nicht selbstverständlich, da es immer noch Rassen-Unruhen gegeben hat. Des Weiteren wird hier auch gezeigt, wie eine Gruppe Menschen, die sich nicht kennen, in einer extremen Gefahr-Situation miteinander umgehen.

 

Hier wird ganz deutlich, dass sich oft jeder selbst der Nächste ist, und dass uns der pure Egoismus in den Tod treiben kann. Das Geniale an dem Film ist auch, dass man gar nicht genau weiß, warum die Toten aus ihren Gräbern wieder auferstehen. Es wird zwar immer mal wieder von einer Strahlung gesprochen, aber Details bekommt der Zuschauer keine. Auch das ausbleibende Happy End liegt einfach nur schwer im Magen. Und als wenn das nicht schon alles genug wäre, bekommen wir hier auch erstmalig die berühmt berüchtigte „Fress-Szene“ zu sehen, die einem einfach nur den Magen umdreht. Ich will hier gar nicht zu sehr auf schauspielerische Leistungen oder Sonstiges eingehen, da dies nicht im Vordergrund steht. Dieser Film wirkt wie eine Granate, die direkt in das Wohnzimmer des Zuschauers geworfen wird. Und auch heute noch funktioniert der in Schwarz-Weiß gedrehte Film verdammt gut.

Bildergalerie von Night Of The Living Dead (9 Bilder)

Splendidfilm hat es sich nicht nehmen lassen und einen neuen HD-Master als Vorlage verwendet. Es stellt sich natürlich die Frage, ob es wirklich Sinn macht, einen über 40 Jahre alten Film, der auch noch im 4:3 Format gedreht wurde, in einer 1080p Auflösung zu veröffentlichen. Ich kann nur sagen, dass ich den Film nie einer besseren Qualität gesehen habe. Gott sei Dank wurde das Original-Format des Filmes beibehalten. Man hat sich auch für die Original-Kinofassung entschieden und auf den unnötigen „30th Anniversary Cut“ verzichtet. Die Bildqualität ist natürlich nicht frei von Störungen und Artefakten, aber das gehört Hier einfach dazu. Auch der Ton liegt nur in Mono vor, aber so war das damals halt. Die deutsche Tonspur klingt leider ein wenig dumpfer als die Originale, aber man kann ja jederzeit umschalten. Beim Bonusmaterial hat man hier leider ein wenig gespart. Die limitierte Blu-ray Edition kommt zwar einem sehr edlen Buchformat daher und bietet viele Hintergrundinformationen in Buchform, aber als Bonus gibt es nur eine Fan-Dokumentation zu bewundern. Hier wäre definitiv mehr drin gewesen. Ich will hier aber nicht zu viel schimpfen, denn es kommt ja auf den Film an. Immerhin lässt sich der FSK-Flatschen von dem Buch abziehen, was ein großes Plus ist. Und ja, der Film ist mit seiner Freigabe ab 16 Jahren auch komplett unzensiert.


Das Fazit von: Tobi

Tobi

Als Besitzer einer älteren DVD-Veröffentlichung hat es mich natürlich sehr gefreut, diesen Klassiker mal in HD bewundern zu dürfen. Ich kann nur sagen, dass ein Umstieg von DVD auf Blu-ray lohnt, da die Qualität des Filmes nie besser war. Man darf natürlich keine HD-Referenz erwarten, aber es geht einfach kaum besser. Für mich gehört dieser Film einfach in jede Sammlung rein und jeder sollte ihn auch mal gesehen haben. Vergesst mal für einen Moment den ganzen Murks, der momentan im Horror-Genre veröffentlicht wird, und schaut Euch mal diesen Klassiker an. Das gehört ja schon fast zur Allgemeinbildung dazu. Dieser Film hat einfach alles – Spannung, Gewalt, Sozialkritik und Zombies. Auch die Fortsetzungen „Dawn Of The Dead“ und „Day Of The Dead“ sind mehr als gelungen. Die restlichen drei Teile lasse ich jetzt mal außen vor. Kauft Euch den Film, leiht ihn Euch aus und schaut ihn an. Viel Spaß!


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