Pigs

Pigs

Originaltitel: Daddy's Deadly Darling
Genre: Horror
Regie: Marc Lawrence
Hauptdarsteller: Toni Lawrence
Laufzeit: DVD (80 Min)
Label: Alive
FSK 18

Pigs   18.01.2015 von GloansBunny

Nach Haie im Supermarkt, Haie in einem Wirbelsturm und allerhand anderem Viehzeug in diversen Szenarien, widmen sich die Sofahelden heute einem Klassiker aus dem Jahre 1972: Pigs. Ist der Film eine waschechte Ferkelei oder eher Saufutter fürs Auge? GloansBunny klettert ins Schweinegehege und hat für Euch nachgeforscht ...

 

Lynn Hart (Toni Lawrence) ersticht ihren Vater in Notwehr, als dieser sie vergewaltigen will, doch über den Verlust ihres Peinigers kommt sie nicht hinweg. Die junge Frau landet in einer Psychiatrie, in der Elektroschocktherapien und Fixierung das Mittel der Wahl sind, um vermeintlich Irre im Zaum zu halten. Lynn sucht ihr Heil in der Flucht und stößt in der Einöde auf den TruckStop-Besitzer Zambrini (Marc Lawrence), der sie bei sich aufnimmt und ihr eine Unterkunft, Nahrung und Arbeit gewährt. Als die verstörte Frau eines Tages die Haustiere des alten Mannes, bestehend aus einer Schar Schweine, entdeckt, traut sie zunächst ihren Augen nicht: die Gäste und die frisch beerdigten Leichen des benachbarten Friedhofes, die in letzter Zeit allesamt spurlos verschwunden sind, sind nichts anderes als schlichtes Futter für die schweinischen Mitbewohner Zambrinis geworden. Diese grausige Nebenbeschäftigung ihres Ersatzvaters nutzt Lynn schamlos aus, um sich eines aufdringlichen Verehrers zu entledigen. Während die gefräßigen Schweine schmatzend und grunzend ihre eiweißhaltigen, menschlichen Mahlzeiten genießen, verfällt Lynn immer mehr in einen instabilen Geisteszustand. Welche irren Züge, in denen die blutrünstigen Haustiere eine zunehmend tragende Rolle spielen, werden Lynns Gedanken wohl noch annehmen, bevor die Morde den Sheriff Dan Cole (Jesse Vint) stutzig machen ... 
 

Bildergalerie von Pigs (6 Bilder)

Pigs ist ein amerikanischer Horror-Klassiker aus den 1970er Jahren, der dem Regisseur und Drehbuchautor des Filmes Marc Lawrence damals viele Fans bescherte. Die aufpolierte DVD-Fassung des Kult-Streifens präsentiert eine potenziell starke Mischung aus animalischem Grusel- und Psycho-Thriller, der allerdings viele Pluspunkte verspielt. Der optische und erzähltechnische Charme der 1970er ist für heutige Ansprüche etwas gewöhnungsbedürftig und auch die originelle Geschichte, die leider zu seicht und wenig ausgeschmückt ist, sind ungewohnt. Schon vor über 40 Jahren wurde Pigs kritisiert, zu viel Potenzial verschenkt zu haben und mit ellenlangen, sinnfreien Szenen und Dialogen den Zuschauer in den Schlaf zu wiegen. Diese Kritik kann man auch heute direkt unterschreiben, denn Pigs ist trotz guter Ansätze sehr zäh, undurchsichtig und schlichtweg langweilig. Auch wenn man sich bewusst macht, dass der Splatter-Faktor auch für 1972 gering und für heutige Verhältnisse quasi nicht vorhanden ist, fehlt es diesem Film an Tiefgang und Blut. Die solide schlechten, unspektakulären schauspielerischen Leistungen werden durch minutenlange, unsinnige Mono- und Dialoge oft noch mehr ins schlechte Licht gerückt als nötig und minimieren zudem den grundlegend sowieso schon sehr flachen Spannungsbogen auf ebenerdiges Niveau. Schade, dass Regisseur Marc Lawrence sein eigenes Konzept so schlimm verwurstet hat.
 
Technisch merkt man Pigs seine angeblich digital überarbeitete Aufmachung kaum an. Natürlich ist die Bild- und Tonqualität nicht mehr auf 1970er-Standard, von einer Remastered-Version kann man allerdings dank grobkörnigem, unscharfem Bild, unterirdischen Schnitten und schlechten Schwarzwerten kaum sprechen. Auch die akustische Aufmachung bleibt den 1970ern treu und ertönt dumpf und abgehakt aus den Boxen. Lediglich der coole Soundtrack, vor allem der hitverdächtige Song "Keep on driving" von Charles Bernstein, kann überzeugen und noch einige Tage später im Ohr des Zuschauers verweilen. Schweinerei, was aus der witzigen Grundidee von Pigs letztendlich entstanden ist. Extras findet man auf der DVD genauso oft wie Gold im Saustall: gar nicht. Lediglich das obligatorische Wendecover erhellt die Ferkelei in der Box!

Das Fazit von: GloansBunny

GloansBunny

Pigs ist alles andere als ein Saustall. Statt Dreck oder Blut findet man hier Sterilität wie in einem Operationssaal, statt einer Matschpfütze oder Tiefgang suhlt man sich in Oberflächlichkeit und statt derbem Kraftfutter oder Logik und Qualität muss man sich mit fadem 0815-Brei begnügen. Pigs mag für die einen Kult sein, Retro-Gefühle erzeugen und vor Innovationen sprühen  für mich ist dieser Horror-Thriller nichts anderes als ein von vorne bis hinten versautes Konzept ohne Sinn und Daseinsberechtigung. Ich definiere "Kult" mit B-Movies wie Slither - Voll auf den Schleim gegangen oder Wolfcop. Die überzeugen wenigstens mit grandios umgesetzten Ideen, herrlich ironischem Viehzeug und bewusstem Trashfaktor. Pigs hingegen landet in der mentalen Mülltonne, welche nicht mal ausgehungerte Riesenschweine mit Vorliebe für undefinierbare Inhalte plündern möchten. Schade, dieses Konzept bleibt leider im Gatter verschlossen ...


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