WolfCop

WolfCop

Originaltitel: WolfCop
Genre: Horror-Komödie
Regie: Lowell Dean
Hauptdarsteller: Leo Fafard
Laufzeit: DVD (76 Min) • BD (79 Min)
Label: Ascot Elite
FSK 16

WolfCop   18.11.2014 von GloansBunny

Lange war kein Heulen mehr zu vernehmen im Werwolf-Segment, umso mehr freute sich GloansBunny da natürlich auf die Horror-Komödie WolfCop. Spielt der Wolf im Film wie ein Chihuahua oder eher wie ein Dobermann? Lest selbst ...

 

Provinz-Polizist Lou Garou (Leo Fafard) widmet sich statt der Jagd nach Verbrechern lieber seinen Hobbies: Weiber klarmachen, unrasiert das Haus verlassen und saufen bis zum Umfallen. Letzteres betreibt der Cop trotz Dienst mit größter Hingabe, stets nach dem perfekten Vollrausch strebend, liebend gern in seiner Lieblingskneipe um die Ecke. Als eines Abends ein paar Whiskygläser zu viel in der Leber des Cops verstoffwechselt werden, erwacht er am nächsten Morgen noch versiffter und noch verkaterter als sonst und noch dazu mit einem merkwürdigen Pentagramm auf der Brust. Doch obwohl der Schmerz des frisch eingeritzten Symbols noch stärker ist als sein Kopfweh, zieht er umgehend wieder in die Kneipe, um dort weiterzumachen, wo Lou gestern aufgehört hat. Blöd nur, dass dort das okkulte Zeichen auf seiner Brust beim Toilettengang für ordentlich Furore sorgt, als Garou sich plötzlich in einen Werwolf verwandelt. Kurzum rettet er die hübsche Bardame Jessica (Sarah Lind) vor den Avancen einiger aufdringlicher Gäste, was ihm ein klein wenig Respekt und die Bewunderung der ansässigen Damenwelt beschert. Fusselnd und sabbernd zieht der haarige Lou anschließend weiter durch sein Dorf, um dort ein wenig zu markieren und zu randalieren. Aber da Lou mit Alkohol ja bekanntlich  keine Probleme hat, sondern nur ohne, fällt das animalisch-alkoholisierte Verhalten nicht wirklich auf. Bevor er nun auch noch Zecken und Flöhe bekommt, lässt sich der Pelzträger also lieber vorsorglich von Kumpel Willie (Jonathan Cherry) in eine Zelle sperren. Als sich allerdings herrausstellt, dass Lou trotz Reißzähnen, stinkendem Atem und extremer Körperbehaarung geistig noch ganz Mensch ist, entdeckt er den nach Gerechtigkeit jagenden Polizisten in sich. Mit den Fähigkeiten eines Werwolfes, dem Vollrausch eines Alkoholikers und einem frisch zurechtgeschweißten Auto macht Lou fortan als WolfCop Jagd auf alles, was irgendwie kriminell sein könnte. Das geht dem örtlichen Gangsterboss (Jesse Moss) natürlich gewaltig gegen den Strich ...

 

Bildergalerie von WolfCop (16 Bilder)

WolfCop ist eine witzige, rabenschwarze und trashige Hommage an das typische Werwolf-Genre, der sich selbst zu keiner Zeit ernst nimmt. Die seichte, aber unheimlich unterhaltsame Story rund um einen trinkenden, verantwortungslosen Cop, der sich eines Nachts in einen Werwolf verwandelt, ist herrlich erfrischend und verblüfft sogar mit einigen überraschenden Wendungen. Der B-Movie-Charakter kommt dank reiner Handarbeit der Masken und der daraus entsprechend trashigen transformationsszenen gut zu Geltung und ist für Fans des Genres wirklich unterhaltsam. Ob es am geringen Budget lag oder bewusst von Regisseur Lowell Dean so entschieden wurde: ja, WolfCop kommt gänzlich ohne CGI-Effekte aus! Die zahlreichen Kampf- und Splatterszenen versprühen so ihren ganz eigenen Charme und sorgen durch ihr teils etwas überzogenes, arg trashiges, aber sehr gelungenes Aussehen für gute Laune beim Zuschauer. Die unbekannten Darsteller agieren solide und fügen sich mit Situations- und Wortkomik stimmig in diese B-Movie-Hommage ein. Einige Szenen sind zwar an der Grenze zum guten Geschmack (so transformiert sich auch das Geschlechtsteil von menschlich zu animalisch, inklusive sexueller Handlungen), aber durch ihre Inszenierung schon wieder so übertrieben, dass sie einfach lustig sind.

 

Technisch gesehen zeigt WolfCop die Zähne. Die Bild- und Tonqualität ist für das geringe Budget erstaunlich gut und präsentiert sich mit scharfen Bildern, vielen Details und satten, natürlichen Farben. Der Schwarzwert ist eher durchwachsen, aber dafür gibt es kaum störendes Rauschen oder andere Fehler zu entdecken. Die deutsche Tonspur kann mit authentischen Sprechern und glasklaren, hörenswerten Soundeffekten punkten. Besonders der Soundtrack ist extrem gut gelungen, sodass der wirklich ins Ohr geht. Da lohnt sich dann auch ein Blick auf die zahlreichen Extras, in denen auch eben dieser in Form eines Musikvideos vertreten ist. Weitere sehenswerte Boni sind ein Audiokommentar, mehrere Behind the Scenes, diverse Trailer, eine Trailershow und das obligatorische Wendecover. Schade, dass die Musik vom Ende des offiziellen Ascot-Trailers nicht auch noch vorhanden ist. Es bleibt ein trashiger B-Werwolf-Movie mit trashigen Effekten, trashiger Story und trashigen Schauspielern. So trashig, dass er einfach in jeder gut sortierte Genre-Sammlung gehört. WolfCop hat definitiv Kultpotenzial!

 

Übrigens hatten wir die Ehre, den Regisseur und Drehbuchautor von WolfCop interviewn zu dürfen. Hört doch mal rein, es gibt 35 Minuten geballte Infos über den Film! Hier geht es zum Interview.


Das Fazit von: GloansBunny

GloansBunny

Eines vorneweg: WolfCop ist Trash. Reiner, unvollkommener Trash, der sich selbst nicht ernst nimmt und bewusst die klassischen Vorurteile für eine B-Movie erfüllt. Aber trotz Trash-Note wie den überzogenen, CGI-freien Masken, den grenzwertigen Splatter- und Sexszenen und Humor nahe der Gürtellinie hat mir persönlich WolfCop immens Spass gemacht. Allein schon die Grundidee, dass sich ein versoffener, versiffter Provinz-Polizist in einen Werwolf-Cop verwandelt, der munter weiter im Vollsuff lebt und trotz extremer Körperbehaarung Frauen abschleppt... Genial! Ich habe viel gelacht und am Ende sogar über die Wendungen im Plot gestaunt. Fast hätte ich vergessen, dass das hier ja eigentlich Trash ist. Aber egal, Genrefans und Freunde von witzigen Hommagen im B-Movie-Style sollten sich auf eine Nacht mit dem haarigen, stinkenden WolfCop  einlassen.


Die letzten Artikel der Redakteurin:


Kommentare

20.11.2014 23:03:09 von Popshot


Wird hier nicht ein bisschen zu oft das Wort Trash verwendet? Obwohl - passt schon. :-)

alle Kommentare anzeigen (1)


Kommentar verfassen

Schreibe hier einen Kommentar. Du musst einfach alle Felder, die mit einem *-markiert sind, ausfüllen.

Noch 1000 Zeichen übrig

Meine Eingaben merken?

Ich akzeptiere die AGBs


Kommentare[X]

[X] schließen