Racer and the Jailbird

Racer and the Jailbird

Originaltitel: La Fidéle
Genre: Thriller • Action • Drama • Romantik
Regie: Michaël R. Roskam
Hauptdarsteller: Adèle Exarchopoulos • Matthias Schoenaerts
Laufzeit: DVD (124 Min) • BD (130 Min)
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 16

Racer and the Jailbird   27.09.2018 von MarS

Liebesdrama, Gangsterfilm und Actionstreifen in einem? Wenn dieser Mix gelingen kann, dann oftmals in einer französischen Produktion, denn diese sind für ihren teils ungewöhnlichen Stil bekannt. Ob auch Racer and the Jailbird dieses Kunststück gelingt...?

 

Inhalt

 

Als sich die Rennfahrerin Bibi und der attraktive Gino am Rande der Strecke begegnen, ist es Liebe auf den ersten Blick. Die beiden stürzen sich in eine zunächst heimliche Beziehung, hoffen aber auf eine gemeinsame Zukunft. Was Bibi jedoch nicht weiß ist, dass Gino eigentlich nicht wie gedacht sein Geld mit dem Import und Export von Autos verdient, sondern zusammen mit seinen Freunden Banken ausraubt. Doch auch als sie hinter sein Geheimnis kommt, kann Bibi nicht von Gino ablassen, denn auch wenn das Gangstermillieu gefährlich ist und die Polizei der Bande bereits auf den Fersen ist, die Liebe ist einfach stärker. Aber das Schicksal ist unbarmherzig...

 

Racer and the Jailbird liefert eine zweiteilige Inszenierung, und genau das ist am Ende auch das Problem des Films. In der ersten Stunde, die sich überwiegend auf die gedeihende Liebe der Hauptfiguren aus der Sicht des Gangsters Gino konzentriert, bekommt der Zuschauer nämlich nicht viel mehr präsentiert, als eine dialoglastige, schwer verdauliche Inszenierung, die nur von gelegentlichen Sexszenen und kleineren Actionpassagen kurzzeitig unterbrochen wird. Diese endlos erscheinenden knapp 70 Minuten ziehen sich wie Kaugummi und weisen so viele langatmige sowie zähe Passagen auf, dass man als Zuschauer versucht ist, den Film vorzeitig abzubrechen. Zwingt man sich allerdings, doch noch einmal am Ball zu bleiben, dann erlebt man in der zweiten Stunde von Racer in the Jailbird einen wahren Höhenflug und wird mit einer tragisch-dramatischen Handlung belohnt, die wider Erwarten in einem emotional aufgeladenen und fesselnden Finale gipfelt. Ähnlich wie die Inszenierung selbst verhält es sich dabei auch mit den Darstellern, denn während Matthias Schoenaerts (Der Geschmack von Rost und Knochen, Red Sparrow) entgegen seinen üblichen Leistungen leider eher blass bleibt und als undurchsichtiger Gino nur wenig Sympathien für sich entwickeln kann, ist es vor allem Adéle Exarchopoulus als Bibi, die in der zweiten Filmhälfte eine eindringliche, packende Vorstellung abliefert. 

 

Bildergalerie von Racer and the Jailbird (6 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Das Bild von Racer and the Jailbird ist alles andere als schön anzusehen. Stetiges, vor allem in dunklen Szenen extremes Filmkorn trübt ebenso den Gesamteindruck wie eine nur ordentliche Schärfe, die oftmals von trüben, schlecht kontrastierten Bildern durchzogen ist. Auch der Schwarzwert ist eigentlich nicht vorhanden und bietet anstatt satten Schwarz eher helles Grau. Einiges davon mag zwar als Stilmittel absichtlich so gewählt worden sein, schöner macht es das Ganze aber nicht. Die Tonspur hingegen zeigt vor allem im Effektbereich und bei der Räumlichkeit ihre Stärken und weiß die umliegenden Boxenbereiche gezielt zu nutzen. Allerdings ist die Sprachausgabe im direkten Vergleich dazu ein wenig zu kraftlos ausgefallen. 


Das Fazit von: MarS

MarS

 

Racer and the Jailbird hat seine Stärken, die den Zuschauer packen und dank tragisch-dramatischer Handlung sowie der großartig agierenden Adéle Exarchopoulus in ihren Bann ziehen. Leider kommen diese Stärken aber viel zu spät, denn die erste Stunde des deutlich zu lang geratenen Streifens zieht sich wie Kaugummi und bietet dabei nur wenig, das einen bei der Stange hält. Sitzfleisch und Hartnäckigkeit werden hier zwar belohnt, effektiv ist Racer and the Jailbird aber zu zweigeteilt, um durchwegs unterhalten zu können. 


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