Red Sparrow

Red Sparrow

Originaltitel: Red Sparrow
Genre: Thriller
Regie: Francis Lawrence
Hauptdarsteller: Jennifer Lawrence
Laufzeit: DVD (139 Min)
Label: Twentieth Century Fox
FSK 16

Red Sparrow   24.07.2018 von Born2bewild

Der kalte Krieg ist eigentlich vorüber, doch die Russen können sich damit einfach nicht abfinden. Sie versuchen mit Manipulation an Informationen der Feinde, allem voran der Amerikaner, zu kommen. Wie Jennifer Lawrence von der Primaballerina zur Agentin wird und ob sie dabei überzeugt, erfahrt Ihr im Review…

 

Inhalt

 

Im russischen Staatsballett des Bolschoi Theater ist Dominika Egorova (Jennifer Lawrence) die Primaballerina und der stolz Russlands, als ihr Tanzpartner bei einem Auftritt einen falschen Schritt macht und ihr Schienbein bricht. Ihr „großzügiger“ Onkel Vanya Egorov (Matthias Schoenaerts) ist stellvertretender Leiter des Geheimdienstes und testet ihre Emotionen, indem er Beweise dafür vorlegt, dass ihr Unfall gar keiner war. Dominika lässt ihre ganze Wut an ihrem ehemaligen Tanzpartner und dessen Freundin aus. Vanya bietet ihr daraufhin einen Job an, da das Theater weder die Wohnung noch die Behandlungskosten ihrer Mutter weiter übernimmt. Er legt sie rein und am Ende hat sie keine andere Wahl als sich zu einem „Red Sparrow“, roten Spatz, ausbilden zu lassen. Die Ausbilderin erklärt ihren Schülern, dass der kalte Krieg zwar vorbei ist, aber sie durch ihre Reize und Verführungskünste sowie das „Lesen“ der Bedürfnisse der Zielperson, jede Information beschaffen können. Dominikas allererstes Ziel ist ein CIA-Agent, Nate Nash (Joel Edgerton), der durch ihre Mithilfe herausfindet, wer sie ist und sie zum Überlaufen bewegen will. Sie ist direkt davon begeistert und möchte den Klauen ihres Onkels entkommen. Das doppelte Spiel fliegt wegen ihrer Mitbewohnerin auf und schon landet sie in den Folterkellern des Geheimdienstes…

 

Wird Dominika die Tortur überstehen und kann sie ihren Onkel erweichen, sie wieder auf Nate anzusetzen? Wird sie es schaffen dem Geheimdienst zu entkommen und ein „normales“ Leben führen können wie es ihre Mutter sich für sie wünscht?

 

Red Sparrow ist ein mit Sex und Brutalität gespickter Agentenfilm, in dem Jennifer Lawrence sich extrem entwickelt. Zu nackt und zu brutal würden wir den Film entgegen vieler anderer Meinungen nicht einschätzen. Auch die Länge war mit knapp unter 2 ½ Stunden nicht weiter schlimm. Die Charaktere haben viel Zeit zur Entfaltung. Die Musik ist erwartungsgemäß düster und gleichzeitig dramatisch, allerdings immer passend. Der Schnitt ist nicht übertrieben schnell, selbst in Kampfszenen. Man sieht und hört auch mehr als in 08/15-Hollywoodblockbustern. Leider kommt die Entwicklung des CIA-Agent und somit von Joel Edgerton nicht so recht zur Geltung und Jennifer Lawrences Mimik erinnerte stark an die Tribute von Panem, eher einschichtig, wenn auch meist passend zum Charakter. In den Szenen mit der Mutter hätte ich mehr Zuneigung im Gesicht erwartet, sie wirkte aber auch dort etwas zu unnahbar.

 

Bildergalerie von Red Sparrow (10 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Twentieth Century Fox liefert ein ausgezeichnetes Paket für das Heimkino ab. Sowohl was die Bild- und Tonqualität angeht als auch die Extras. Bei ersteren können wir nur sagen, dass dem Zuschauer eine ausgezeichnete Schärfe mit einem sehr guten Kontrast angeboten wird und der DTS-Sound sein Übriges zur Atmosphäre des Films beiträgt. Abgerundet wird das Ganze durch fast 90 Minuten Extras, die Blicke hinter die Kulissen bieten, Interviews, entfallene Szenen und natürlich der Kommentar des, nicht mit Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence verwandten, Regisseurs Francis Lawrence.


Das Fazit von: Born2bewild

Born2bewild

Josi:

Meine erste Reaktion auf den Film war: „Den muss man erstmal verdauen!“. Und das gilt auch noch immer. Erst nach der Verarbeitung des Gesamtwerkes, kann ich nun sagen, dass Red Sparrow weder zu brutal war, noch zu lang. Das war wohl oft die Aussage von Pressevertretern und Testguckern. Durch ihre Agentenrolle, in der viel Körperlichkeit und auch Sex von den Ausbildern und Kollegen erwartet und antrainiert wird, ist es unabdingbar Nacktszenen oder Foltermethoden zu zeigen. Jennifer Lawrence spielt die brutale Agentin wirklich gut, mir fehlt die weiche Seite, die niemals zum Vorschein kommt, obwohl sie es durch viele Tricks schafft, während der Ausbildung um den Sex mit Männern herumzukommen. Sie durchschaut jeden Mann sehr schnell und erkennt die Schwächen sofort. Das macht sie für den Geheimdienst wertvoll, obwohl ihre Ausbilderin sie wegen ihrer Eigensinnigkeit und Moralvorstellungen ungeeignet findet. Schade ist, dass man die brutale Ausbildung nur auf russischer Seite zeigt und sie im Gegenzug bei den Amerikanern als harmlos hinstellt. Das dürfte in der Realität etwas näher beieinanderliegen. Von mir gibt es gute 8 von 10 Punkten für ein für mich leider etwas vorhersehbares Ende.

 

Alex:

Ich erkenne hier gewisse Parallelen zu den Tributen von Panem. Auch hier startet Jennifer Lawrence als eine Art unschuldiges Mädchen und muss in ihre neue, sehr brutale Rolle hineinwachsen. Genauso durchlebt sie auch diese Strapazen für ihre Familie (Mutter). Das bezieht sich aber nur auf ihre charakterliche Entwicklung. Ansonsten bietet der Film eine hervorragende Geschichte mit sehr gutem Spannungsbogen. Genauso wie Josi finde ich die Nacktheit und Brutalität im Film angemessen. Natürlich hätte man auch weniger zeigen können und mehr dem Kopf überlassen, aber so wird einfach dieser ganze dreckige Agentenkrieg atmosphärischer und authentischer an den Zuschauer gebracht. Ich schließe mich daher der Wertung von 8/10 Punkten an.


Die letzten Artikel des eingeschworenen Redaktions-Teams in leidenschaftlicher Kooperation:




Kommentare[X]

[X] schließen