Red Dead Redemption

Red Dead Redemption

Publisher: Rockstar Games
Entwicklerstudio: Rockstar San Diego
Genre: Action
Sub-Genre: Third Person Western Shooter
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 21. Mai 2010
USK 18

Red Dead Redemption   10.06.2010 von CricketTomcat

Wir spielen den Familienvater, Ranchbesitzer und Ex–Ganoven John Marston. Eigentlich haben wir unseren Revolver schon beiseite gelegt und wollen uns mit unserer Familie ein schönes Leben machen. Aber so wie es oft nun mal ist, haben wir falsch gedacht. Unsere Familie wurde von Agenten entführt und wir werden erpresst, unsere alten Bandenmitglieder ans Messer zu liefern oder ihnen den Gar aus zu machen.
 

Wir finden uns in einem Zug wieder, hören den Gesprächen der Fahrgäste zu, bewundern die Grafik und warten darauf, dass wir an unserem Zielort ankommen. Dort angekommen begeben wir uns in den örtlichen Saloon. Sehr stimmige Musik und alles was zu einem Saloon dazugehört, wie man es aus Geschichten und Filmen kennt. Wir treffen unsere Kontaktperson und diese begleitet uns zur letzten bekannten Stelle der Williams-Bande. Nun wollen wir denen mal Vernunft beibringen und es auf die sanfte Tour regeln, doch dies scheitert, deswegen müssen wir es auf die harte Tour erledigen. Das werden wir im Spielverlauf noch öfter erleben und Wendungen wird es auch geben, aber dazu wird nichts verraten.

Hauptmissionen, Nebenquests und Herausforderungen

Im Tutorial befinden wir uns auf einer Ranch, wo wir den Umgang mit dem Schießeisen erlernen, als wir Vieh vor Kojoten beschützen müssen. Zur Rancharbeit gehört natürlich auch das Eintreiben der Herde und viele andere Aufgaben. Die Hauptmissionen finden wir, wie schon von Rockstar bekannt, durch einen großen Buchstaben für unseren Auftraggeber auf der Karte. In den Hauptmissionen helfen wir unseren Auftraggebern aus der Patsche, eskortieren Postkutschen, befreien Geiseln und vieles mehr, meist enden diese in einer Schiesserei und sind leider mit der Zeit nicht mehr allzu abwechslungsreich. Zu Beginn reitet ihr oft mit einem Partner zu bestimmten Punkten, wobei euch ein Gespräch die langen Reitwege verkürzt. Diese Gespräche stecken voller unterschwelligem Humor und Witzen, die ihr leider nicht sehr genau mitverfolgen könnt, außer ihr beherrscht die englische Sprache sehr gut. Wie wir es von Rockstar kennen ist die Sprachausgabe Englisch und mit deutschen Untertiteln, die jedoch sehr klein geraten sind. Ihr habt zwar einen „Autopiloten“ für euer Pferd, das sich der Geschwindigkeit eures Mitstreiters anpasst, aber ihr müsst trotzdem auf die Strecke achten,sonst gallopiert ihr in irgendwelche Felsen oder kommt total vom Weg ab. Deswegen ist das Augenmerk stets auf die Karte gerichtet und der Untertitel nicht komplett nachvollziehbar.

Nebenquests gibt es zur Genüge, seien es Duelle mit anderen Cowboys, Pferde oder Kutschenrennen, Aufgaben für fremde Personen, Steckbriefe a la „Wanted - Dead or Alive“ oder ein Hilfeschrei, der euch auf eurem Weg aufschreckt. Es gilt Zivilisten vor Banditen zu schützen, Postkutschen, die überfallen werden zu retten  oder Leuten ihr geliebtes Reittier zurückzubringen, das Ihnen geklaut wurde. Das ist aber alles eure Entscheidung, ihr könnt natürlich auch den Banditen spielen und denen helfen die Postkutsche zu erobern, was sich auf das Ruhm und Ehre System auswirkt. Ruhm erlangt ihr durch das Erledigen von Jobs, Herausforderungen und wenn ihr fremden Leuten hilft. Dadurch übersehen zwar die Sheriffs mal die ein oder andere böse Tat von euch, aber da ihr ja als guter Junge bekannt seit, werden euch auch mehrere Leute um eure Hilfe bitten. Ehre erhaltet ihr eigentlich auf die gleiche Art und Weise beim Befreien von Zivilisten und verliert ihr, wenn ihr Unschuldige tötet. Als Belohnung bekommt ihr hierfür Rabatte in Geschäften, höhere Geldbeträge durch das Erfüllen von Jobs und Augenzeugen einer bösen Tat lassen sich gegen ein bisschen Entgelt von euch bestechen. Leider bemerkt man von dem Ganzen im Hauptspiel deutlich wenig und man verliert den Reiz, den bösen Cowboy zu spielen.

Dann gibt es auch noch Herausforderungen, die es zu meistern gibt. Diese schaltet ihr durch bestimmte Taten frei bzw. gilt es zu erfüllen, um neue Outfits frei zu spielen. Habt ihr einen Geier vom Himmel geschossen, schaltet ihr damit zum Beispiel die Scharfschützenherausforderung frei. Habt ihr dann eine bestimmte Anzahl in die ewigen Jagdgründe geschickt, seit ihr um ein Level in dieser Herausforderung gestiegen und eure Aufgabe ändert sich. In New Austin sind auch überall Kräuter verstreut, die ihr sammeln könnt und wunderbar (noch) lebendige Tierwelt, die ihr erlegen und danach häuten könnt . John zückt sein Messer und durch den rot werdenden Bildschirm und die Soundeffekte kann man schon erahnen, was er da jetzt gerade macht. Ihr bekommt dann Fell, Haut, Geweih und was es sonst noch kostbares an diesem Vieh gegeben hat. Dies könnt ihr dann im Laden verkaufen und somit eure Finanzen etwas aufstocken. Was gerade für Missionen am Laufen sind, wie weit euer Fortschritt bei Herausforderungen sind und um was es eigentlich geht , könnt ihr alles im Journal nachlesen.

Das Kampfsystem
Was uns gleich am Anfang, wenn wir das erste Mal unser Schiesseisen benutzen auffällt, ist das winzige Fadenkreuz, das nur aus einem kleinen Punkt besteht. Anfangs ziemlich ungewohnt, dennoch schön schlicht gehalten und nach ein bisschen Eingewöhnungszeit kein Problem mehr. In den Optionen kann man auch die Schwierigkeit des Zielmodus einstellen. Standardmäßig auf Normal gestellt bedeutet das, wenn ihr LT zum Zielen drückt, wird gleich euer Gegner anvisiert. Müsst ihr bei "Leicht" nur noch eure Ziele wechseln, überlässt euch der Experten-Zielmodus die komplette Kontrolle über das Fadenkreuz und verlangt euch ohne Hilfen viel Geschick ab. Wird es einem mal zu leicht oder zu schwer, kann man das alles während des Spiels einstellen und danach wieder zurückschrauben. Kommt es aber einmal zu einem Gefecht mit einem stationären Geschütz, ist Mr. Marston auf sein eigenes Können angewiesen, da dort die Zielhilfe nicht vorhanden ist. John kann natürlich auch hinter Felsen, Kisten und sonstigen Gegenständen in Deckung gehen und beherrscht dieses ziemlich gut. Es kann jedoch auch vorkommen, dass ihr in Deckung seid und eure Gegner euch trotzdem treffen, dann gilt es einfach schnell eine besser geeignete Deckung zu finden und dank flüssigem Ablauf ist dies auch kein Problem. Eurem Helden steht eine große Auswahl an Waffen zur Verfügung, die er auch stets bei sich trägt und sich leicht über das Waffenauswahlmenü - in Form eines Waffenrades wie zum Beispiel aus „Mass Effect“ bekannt - wechseln lassen. Habt ihr eure Gegenspieler beseitigt, könnt ihr diese ausbeuten um an Geld und Munition zu kommen, was keine Auswirkungen auf das Ruhm und Ehre – System hat. Was wäre denn ein Cowboy ohne ein Lasso? Damit könnt ihr eure Gegner fesseln und diese ins Gefängnis bringen, um damit mehr Dollars abzusahnen wenn ihr gerade eine Steckbriefmission erfüllt oder euch wilde Pferde fangen, um diese euer Eigen nennen zu dürfen. Es gibt bei Red Dead Redemption noch das so genannte „Dead Eye“, mit dem ihr per Buttondruck eine Zeitlupe auslöst und eure Gegner nach und nach erledigen könnt, ihr könnt diese aber auch markieren, dann werden die Ganoven per Druck auf die Schusstaste automatisch bei euren Markierungen getroffen. Die Anzeige füllt sich mit gewonnenen Feuergefechten oder ihr kauft euch bei einem Händler einfach ein Item dafür.

Die Minispiele
Was wäre ein Rockstar–Spiel nur ohne seine Minispiele? John hat in seinem Westernabenteuer eine große Auswahl davon, wenn ihm mal langweilig werden sollte oder er Geld braucht, spielt er einfach eine Runde Poker, Würfelpoker, Five – Finger – Filet oder Hufeisenwerfen. Kennt ihr die Regeln dieser Spiele nicht ist das auch kein Problem, denn ihr findet jeweils ein Tutorial in der linken, oberen Ecke des Bildschirms, das ihr aber auch jederzeit überspringen könnt. Einem Kinobesuch steht natürlich auch nichts im Wege, dazu einfach nix wie hin und ihr seht einen schönen, zeitgetreuen  Film.

Die Spielwelt und ihre Fortbewegungsmittel

Öffnet ihr die Verpackung findet ihr gleich eine Karte der gesamten Spielwelt von RDR. Diese ist in drei große Gebiete aufgeteilt, unter anderem Mexiko und ein Fortschrittlicheres in dem es sogar schon geteerte Straßen und Automobile gibt. In den Städten sind viele Geschäfte wie Ärzte, Büchsenmacher, Schneider und Gemischwarenhändler zu finden, wo man alles bekommt was das Cowboyherz begehrt.  Da es alles sehr weitläufig ist und euch sonst lange Reitwege bevorstehen, könnt ihr auf die umliegenden Fortbewegungsmittel greifen, wo die Eisenbahn, Kutschen und ein Schnellreisesystem auf euch wartet. Öffnet dafür nur Johns Inventar und wählt ein schönes Camp aus, bei gemütlichem Lagerfeuer in der Prärie könnt ihr speichern, Outfits wechseln und euren Zielort angeben und dort hin reisen. In Städten kann man natürlich auch Immobilien kaufen, in denen ihr euren Fortschritt sichern könnt. Läuft euch mal euer treuer Begleiter namens Pferd weg oder kommt bei einem Schusswechsel ums Leben, pfeift sich John per Tastendruck ein neues her oder ihr fangt euch ein umherlaufendes Pferd mit dem Lasso und springt auf. Dann gilt es erstmal dieses zu bändigen und natürlich einzureiten, dadurch gewinnt dieses Vertrauen zu euch und die Ausdaueranzeige steigt.

Grafik und Sound

Grafisch spielt Red Dead Redemption auf alle Fälle auf den höheren Rängen, die Charaktere sind sehr gut animiert und wirken überzeugend, die Weitsicht ist ein Augenschmaus, die Spiegelungen auf dem Wasser wundervoll und das Aussehen der Tiere traumhaft. Es gibt einen Tag-Nacht-, sowie Wetterwechsel und alles kommt authentisch rüber. Ein paar Pop-Ups sind hier die Ausnahme und alles läuft flüssig. Die Dialoge sind wirklich absolut gelungen und man fühlt sich wie im Wilden Westen, leider wird nur auf Englisch gesprochen, wie man es von Rockstar kennt und die Untertitel sind wirklich sehr klein geraten. Als Untermalung läuft typische Westernmusik und bei den Soundeffekten fühlt man sich wirklich mittendrin, Waffengeräusche, Explosionen und das Gallopieren des Pferdes kommt wirklich gut rüber.

Der Multiplayer

Im Multiplayer angekommen, befinden sich bis zu 16 Cowboys auf der kompletten Karte des Spiels, dies ist die Lobby in der ihr euch austoben könnt oder einfach einen Wegpunkt zu Spiellisten wie Deathmatch oder Capture the Bag setzen, natürlich könnt ihr diese Spiele auch im Menü auswählen und sofort loslegen. Was ziemlich viel Spass macht ist, wenn ihr Leute in eurem Trupp aufnehmt und dann Banditenverstecke voller KI – Ganoven hochnimmt. Für eure Bemühungen gibt es Erfahrungspunkte womit man Level aufsteigt und viele neue Sachen freischaltet. Seid ihr anfangs noch mit einem Esel unterwegs, sind mit der Zeit starke Reittiere zur Verfügung. Zu Beginn eines Teammatches steht euch ein Shootout bevor, wo ihr die gegnerische Bande auslöschen und überleben solltet, da es dafür Extrapunkte gibt.


Das Fazit von: CricketTomcat

CricketTomcat

Endlich gibt es Red Dead Redemption, das neue Meisterwerk aus dem Hause Rockstar. Vielen bekannt durch die GTA – Reihe liefern sie uns ein Westernspektakel der extra Klasse. Durch viele Einzelheiten sehr authentisch, grafisch eine Augenweide und spielerisch einfach nur Top! Leider nur auf Englisch mit kleinen Untertiteln, die euch bei Gesprächen während des Reitens das lesen schwer machen. Wer sich Gedanken macht, dass es das gleiche wie GTA 4 nur im Wilden Westen ist, hat falsch gedacht. Mich persönlich hat der neue Ableger dieser Reihe nicht komplett überzeugt, aber trotzdem habe ich mich in Red Dead Redemption wohlgefühlt und hol es immer wieder gerne aus meinem Regal! Es gibt Kleinigkeiten an die man sich entweder gewöhnt oder einfach drüber hinwegsieht. Dennoch, wer wollte nicht schon einmal Cowboy sein? Holt das Lasso raus, legt den Kautabak bereit, sattelt euer Pferd und lasst uns loslegen!


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Sehr gute Synchronisation
  • Grafisch hervorragend
  • Gutes Kampfsystem
  • Gut umgesetzter Multiplayer Modus
  • Authentisch durch viele Einzelheiten
  • Leider nur auf Englisch
  • Kleine Untertitel…
  • … die man beim reiten schlecht lesen kann
  • Abwechslung der Missionen nimmt mit Zeit ab
  • Keine gravierenden Auswirkungen von Ruhm und Ehre





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